Troika stellt Griechenland Ultimatum und droht mit Liquiditätssperre

6. Dezember 2014 / Aufrufe: 1.466

Die Troika soll Griechenland ein Ultimatum gestellt und angedroht haben, dem Land und spezieller den griechischen Banken den Geldhahn abzudrehen.

Wie die deutsche Wirtschaftszeitung Handelsblatt berichtet, droht die Troika, die Bereitstellung von Liquidität an Griechenland zu stoppen, wenn innerhalb des Jahres 2014 keine Einigung über die anhängige Bewertung eintritt.

Laut der als „exklusiv“ charakterisierten und auf Informationen aus Brüssel, Berlin und Athen basierenden Reportage der Zeitung droht die Troika, den Finanzierungsfluss zu unterbrechen, wenn es bis Ende des Jahres 2014 keine Einigung gibt.

Eurogruppe will eine Einigung zwischen Athen und Troika erzwingen

Was dies bedeutet? Dass der Liquiditätsfluss von der Europäischen Zentralbank an die griechischen Banken, der das „Nervensystem“ der Wirtschaft darstellt, eingestellt wird. In diesem Fall hätten die griechischen Banken keine andere Liquiditätsquelle, da die Europäische Zentralbank keine Anleihen des griechischen Fiskus als Pfand für die Refinanzierung der Kreditinstitute akzeptieren würde.

Das Handelsblatt betont, die Eurogruppe wolle, dass die Verhandlung auf jeden Fall vor Weihnachten zum Abschluss kommt, und deswegen „verstärkt sie den Druck“ auf Athen. In der Reportage wird jedenfalls auch angeführt, in Griechenland werde Ärger gegenüber den Gläubigern sowie auch der Verdacht zum Ausdruck gebracht, dass die Troika die Verhandlungen selbst erschwert, indem sie ständig neue Forderungen erhebt.

Wiederholung des „Szenariums 2012“?

Entsprechende Informationen über ein Ultimatum der Troika und spezieller von Seite des Internationalen Währungsfonds waren – nach den aufeinanderfolgenden Wahlgängen in Griechenland und während sich die Verhandlung über die Freigabe von Tranchen in einer Höhe von insgesamt 12 Mrd. Euro im Gang befanden – mittels Veröffentlichungen in der internationalen Presse auch im Juli 2012 durchgesickert. Der damalige EU-Kommissar für Wirtschafts- und Währungsthemen, Olli Rhen, hatte die einschlägigen Informationen jedenfalls dementiert.

Nun kehrt das Szenarium zurück, und zwar sogar unter Umständen, unter denen das allgemeine Klima in Europa die Bereitstellung von Liquidität spezieller nach der vorgestrigen Intervention des Leiters der Europäischen Zentralbank begünstigt: Analytiker betonen, es sei das erste Mal, dass Mario Draghi dermaßen unverblümt erklärte, entschlossen zu sein, nötigenfalls zu massenhaften Anleihekäufen zu schreiten, und zwar sogar ohne das Vorhandensein einer einschlägigen Einstimmigkeit im Vorstandsrat der EZB.

(Quelle: dikaiologitika.gr)

Relevante Beiträge:

  1. Ronald
    6. Dezember 2014, 13:03 | #1

    Es ist doch einfach so: Das Memorandum läuft zum 31.12.2014 aus. Gibt es keine neue Vereinbarung, gibt es auch keine Rechtsgrundlage für weitere Zahlungen. Heute ist der 6.12.2014. Schaut man auf den Kalender erkennt man leicht, dass ab dem 19.12.2014 in Brüssel garantiert nichts mehr läuft und zwar bis zum 05.01.2015. Dazwischen liegen noch 10 (in Worten: Zehn) Arbeitstage. Das ist verdammt wenig Zeit für eine Einigung zwischen Griechenland und der Troika und der Ratifizierung eines Folgeabkommens in den Mitgliedsstaaten oder?

  2. GR-Block
    6. Dezember 2014, 22:22 | #2

    Troika stellt Griechenland Ultimatum und droht mit Liquiditätssperre“ – Welch déjà-vu, würde der Gallier sagen. Da haben sich die Hellenen einmal im Kreis gedreht und stehen wieder da, wo sie 2012 schon mal waren. Und was tun sie zur Abhilfe? Sie erwägen eine „Wiederholung des Szenariums 2012?“ Ils sont fou les hellènes! Sie verhandeln wieder mit den troikanischen „Hilfs-„Dilettanten der europäischen Finanzmafia (die sizilianische Mafia verzeihe mir den unpassenden Vergleich), anstatt selbst und unmissverständlich jeden weiteren Austausch von Flüssigkeiten zu sperren.
    Wegen seiner erwarteten Abwahl gerät Samaras zudem unter Zeitdruck. Seine EU-Kollegen pressen, weil er vorher noch das nächste Memorandum unterschreiben soll, bevor er abtritt.
    Et voilà, da haben die Hellenen gleich noch ein déjà-vu. Denn in der selben Situation war Samaras‘ ehemaliger Parteichef Karamanlis, als er 1980, gegen den Widerstand der Unternehmermehrheit, schnell den EWG-Beitritt unterschrieb, bevor er Monate später mit Schimpf und Schande abgewählt wurde. Die 65% Selbständigen unter der Wählerschaft wählte daraufhin (fast) geschlossen den Sozialismus. Der allerdings hatte längst seinen deal mit der damaligen „Troika“ gemacht. Die folgen kennen wir. GR blieb in der NATO nebst EWG und Karamanlis wurde von der PASOK zum Staatpräsidenten gewählt … nein! … die werden doch nicht etwa … neinnein das kann nicht sein. Wehe, Alexis …

Kommentare sind geschlossen