Kreditverpflichtungen bereiten Griechenland Kopfschmerzen

23. Dezember 2014 / Aufrufe: 898

Die sich in den kommenden Monaten auf insgesamt fast 23 Milliarden Euro summierenden Verpflichtungen bereiten in Griechenland ernsthafte Kopfschmerzen.

Auch wenn im griechischen Finanzministerium die Töne niedrig gehalten werden, haben angesichts der hinsichtlich der Liquiditätslage schwierigen kommenden Monaten die „Sandkastenmanöver“ bereits begonnen. Welche auch immer die Entwicklung auf politischer Ebene sein wird, muss es mit dem Auslaufen der zweimonatigen Verlängerung des geltenden Programms (sprich Memorandums) fertige Antworten bezüglich der insgesamt 23 Mrd. Euro tangierenden Kreditverpflichtungen der kommenden Monate geben.

Die Gleichung gestaltet sich noch schwerer, wenn einbezogen wird, dass einerseits die Kassenbestände bis Ende Februar 2015 reichen und anderseits die ausstehenden Tranchen von Seite der Europäer, des IWF und des Euro-Systems 7 Mrd. Euro übersteigen und somit die „Finanzierungslücke“ ausweiten, solange die Zahlungen anhängig bleiben.

„Notmaßnahmen“ entziehen der Wirtschaft dringend benötigte Gelder

Die 2,1 Mrd. Euro der beiden ersten Monate des Jahres 2015 können auf Basis der anfänglichen Planung gedeckt werden, sofern es keine unangenehmen Überraschungen von der Front der Einnahmen geben wird. Schwieriger zu werden beginnen die Dinge allerdings gegen Ende des Quartals, wo die Verpflichtungen insgesamt 4,6 Mrd. Euro erreichen, während die „Messlatte“ für das erste Halbjahr 2015 bei 8,9 Mrd. Euro angekommen sein wird. Die schwierigsten Monate sind der Juli und der August 2015, wo das Auslaufen von Anleihen der EZB und der Zentralbanken eine „Last“ von 8,8 Mrd. Euro schafft.

Obwohl auch in der jüngeren Vergangenheit außerordentliche „Kassen-Werkzeuge“ zur Anwendung gekommen sind, ist die allgemeine Feststellung, dass solche Lösungen dem Markt das „warme“ Geld entziehen, das er so dringend braucht. Bezeichnend ist, dass gemäß den letzten Daten der Griechischen Bank die Erteilungen neuer Kredite an die Gesamtwirtschaft um weitere 3,2% zurückgegangen sind.

Um außerordentlichen Liquiditätsbedürfnissen zu begegnen, können die „Einfrierung“ flexibler Ausgaben sowie auch die „Einfrierung“ der Zahlungen an Dritte und im Programm öffentlicher Investitionen, die „Bremse“ bei den Steuerrückzahlungen und hauptsächlich die außerordentlichen Emissionen von Schatzbriefen zu Anwendung kommen.

(Quelle: iefimerida.gr, Autor: Giorgos Pappous)

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  1. H.Trickler
    23. Dezember 2014, 21:20 | #1

    Dieses Problem löst sich sozusagen automatisch, wenn Griechenland zahlungsunfähig wird. Sobald Neuwahlen angesagt sind, wird ein kleiner Bankrun stattfinden und von da weg geht nichts mehr, bis die Drachme wieder eingeführt ist …

  2. Andreas Schmidt
    23. Dezember 2014, 23:27 | #2

    Das sind alles Schein-Probleme. Wäre Griechenland nicht der merkelischen Spar-Politik gefolgt und die Löhne und Renten NICHT gesenkt, hätte man jetzt vielleicht 12% Arbeitslosigkeit und die Hälfte der Schulden. Aber so, mit 27% Arbeitslosen, da helfen keine Tricks mit Anleihen und Banken. Und sollte die Wirtschaft um einige Prozente wieder wachsen, dann dauert es geschlagene 20 Jahre bis man zurück auf dem Niveau vor der Lohnsenkung angekommen ist. Deutschland hätte seine Löhne erhöhen müssen, nicht die Griechen ihre senken sollen. So einfach ist das. Aber wer traut sich mit den Deutschen anzulegen? Streitet man doch nicht gerne mit Verrückten, nicht wahr?

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