Stelldichein der Hedgefonds in Griechenland

10. November 2014 / Aktualisiert: 06. Februar 2017 / Aufrufe: 672

Die Präsenz der Hedgefonds beziehungsweise sogenannter Distressed Debt Fonds in Griechenland verdichtet sich.

Die Distressed (Debt) Fonds – wie spekulative „Investitionen“ in Elemente problematischer Aktiva genannt werden – stellen sich seit vielen Monaten regelmäßig zu Treffen auf griechischem Boden hauptsächlich mit Bankiers zu dem Zweck ein, aus den Portefeuilles der griechischen Banken die Kredite an Unternehmen aufzukaufen, die sie interessieren.

Gleichzeitig lassen die Fonds die Absicht durchsickern, Mehrheits-Aktienpakete großer griechischer Gesellschaften aufzukaufen, die hohe kurzfristige Kreditverpflichtungen und einen Mangel an Liquidität haben und im unmittelbar nächsten Zeitraum bewältigen müssen.

Illustere „Klinkenputzer“ in Athen

In den letzten drei Monaten haben sich in Athen die Auftritte der Distressed Fonds verdichtet, die Interesse an Unternehmen zeigen, die Aussichten auf eine Neuorganisierung haben, sich wegen ihrer Überverschuldung und unsicheren Bankfinanzierungen am „Rand des Abgrundes“ befinden und Gewinne abwerfen könnten. Klangvolle Namen der internationalen Investment-Landschaft wie Icon Capital, Calamos Asset Management, York Capital, Elliott Associates, FG Hemisphere, Leon Black, Apollo Global Management, Baupost, Centerbridge, Marathon Asset Management, Oaktree Capital, Carlyle, Strategic Value Partners, Cerberus, KKR haben in den beiden letzten Monaten Griechenland besucht und Kontakte sowohl zu den Banken als auch zu Unternehmensfunktionären aufgenommen.

Es sei angemerkt, dass die Distressed Fonds tausende zählen und ihre Sitze sich in den wirtschaftlichen Metropolen Amerikas und Europas befinden, während die ihnen zur Verfügung stehende „Börsenfeuerkraft“ Billionen Euro beträgt. Dies gestattet ihnen, sowohl zu spekulieren, aber auch strategische Ziele zu anzustreben, darunter auch Banken. Die Aktivität der Distressed Fonds wird in Branchen ausgemacht, für die Interesse herrscht, aber auch große Probleme bestehen. Zu diesen Zweigen zählen das Immobilienwesen, die Hotels, das Bauwesen und der Einzelhandel. Die Probleme der Gesellschaften ergeben sich aus dem in den beiden letzten Jahren beobachteten Finanzierungsproblem, in Kombination mit dem Rückgang der Umsätze.

Beispielsweise sind in der Retail-Branche eine Reihe von Firmen bedroht, die sich bereits in der Vergangenheit mit dem Betriebskapital-Management schwer taten. Bei diesen verursacht das Zudrehen der Bankhähne einen Liquiditäts-Infarkt und führt zum Zusammenbruch. Im Immobilienwesen wiederum ist offensichtlich, dass sich Unternehmen im „roten Bereich“ befinden, bei denen Investitionspläne im Gang waren und die Banken die Finanzierung einfroren, während bei den Hotels der Rückgang des Tourismus Unternehmen mit problematischem Betriebskapital in den „roten Bereich“ führt. Tragisch ist die Lage in der Baubranche und speziell bei den Gesellschaften, die sich bei öffentlichen Projekten „aus dem Fenster gelehnt“ hatten.

Banken „mauern“ aus Angst vor Buchverlusten

Die Distressed Fonds zeigen intensives Interesse spezieller für die Hotels, da diese eine Investition darstellen, bei der sie niemals 100% ihres Kapitals verlieren werden. Sogar wenn die Betriebe letztendlich schließen, haben das Gebäude und das Grundstück einen Wert. Als bedeutsam gilt ebenfalls der Umstand, dass die Reiseveranstalter die Hoteliers in jeder von diesen gewünschten Währung bezahlen, was wegen der in Griechenland herrschenden wirtschaftlichen Lage Sicherheit gewährt.

Informationen zufolge hatten Funktionäre von Distressed Fonds Kontakte mit Hoteliers, denen sie anbieten, die Kreditlasten des Unternehmens zu übernehmen. Weil die Eigentümer jedoch astronomische Beträge verlangen, hat es bisher keine Vereinbarungen gegeben. Einen „Dorn“ bei den einschlägigen Diskussionen stellt aber auch die Haltung der Banken dar, die in der gegenwärtigen Phase keine Kredit-Portefeuilles verkaufen, da sie unvermeidlich Verluste verbuchen werden, welche die Unsicherheiten steigern werden.

Somit werden bis auf weiteres keine Vereinbarungen abgeschlossen, jedoch ist klar, dass diese Züge unmittelbar danach eine Beschleunigung erfahren werden, weil die Gesellschaften sich in einer Periode der Ausübung höchsten Drucks befinden werden, während die konkreten Portefeuilles auf große Gewinne setzen können werden – und zwar nicht nur aus Zügen zur Umstrukturierung und Stärkung der Liquidität der Gesellschaften, über die sie die Kontrolle erwerben werden, sondern auch dem makroökonomischen Aufschwung.

Fonds bieten meistens Quoten bei 15% – 18%

Es ist offensichtlich, dass die Distressed Fonds sich für „Investitionen“ in Gesellschaften interessieren, die eine Aussicht auf einen Aufschwung, jedoch ein Problem bei der Finanzierung ihrer Pläne haben. Ziel der Fonds ist der Erwerb der Aktienkontrolle dieser Gesellschaften, häufig zum Preis eines Linsengerichts, während das „Versprechen“ an die übrigen Aktionäre ist, anstatt des „Nichts“, das der Zusammenbruch einer Gesellschaft bringt, in Zukunft einen gewissen Nutzen haben zu können.

Die Aktivität der Distressed Fonds wird in Branchen festgestellt, für die Interesse herrscht, aber auch große Probleme bestehen. Spezieller sind es die Zweige des Immobilienwesens, der Hotels, der Lebensmittel. Bankquellen betonen, dass die Schuldenmanagement-Gesellschaften bereits sind, ab 5% bis 40% des Wertes der „gekauften“ Schulden zu zahlen, diese Quote sich jedoch in der Mehrheit der Fälle zwischen 15% und 18% bewegt. Die Regel besagt, dass der an die Bank gezahlte Preis um so höher ist, je leichter eine Forderung beigetrieben werden kann. Danach ist die Gesellschaft, die den Kredit erwarb, gefordert, innerhalb eines Zeitraums, der bis zu 5 Jahre erreichen kann, so viel wie möglich beizutreiben.

Die in Frage kommenden Unternehmen befassen sich in der Mehrheit sich mit Bau- und Verbraucherkrediten sowie auch Krediten an mittelständische Unternehmen, während die übrigen Fonds in größere Gesellschaften investieren.

(Quelle: sofokleous10.gr)

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