Justiz in Griechenland ermittelt gegen Atlas und Rheinmetall

18. November 2014 / Aktualisiert: 12. August 2017 / Aufrufe: 675

Die Justiz in Griechenland ermittelt gegen Funktionäre der deutschen Rüstungsfirmen Atlas und Rheinmetall wegen Korruption und Geldwäsche.

Die Lichter der Ermittlungen der griechischen Justiz, die darin fortfährt, Fälle in Zusammenhang mit Rüstungsprogrammen zu untersuchen, richten sich nun auf Funktionäre deutscher Firmen.

Von dem Untersuchungsrichter für die Bekämpfung der Korruption und Vorsitzenden der Landgerichtsrichter, Gavriil Mallis, sind wegen zweier Rüstungsprogramme (konkret in Zusammenhang mit den U-Boot- Waffensystemen und dem Flugabwehrsystem vom Typ ASRAD) bereits an 13 Deutsche – Funktionäre der Firmen Atlas und Rheinmetall AG – Vorladungen für Dezember 2014 zugestellt worden, um zu den gegen sie erhobenen Anschuldigungen Stellung zu nehmen.

Schmiergelder von über 60 Mio. Euro und Schwarzgelder an Deutsche

Die Anklageschrift umfasst Straftaten in Zusammenhang mit Bestechung und Geldwäsche, wobei Informationen zufolge erwartet wird, dass noch wenigstens weitere 10 Funktionäre der beiden in Rede stehenden deutschen Rüstungsfirmen zur Aussage vorgeladen werden. Ihre Verwicklung in die Lieferungen der Rüstungssysteme ergab sich auf Basis den griechischen Justizbehörden vorliegenden Angaben sowohl aus der einschlägigen deutschen Prozessakte als auch aus der Öffnung von Konten der (in Griechenland) bereits angeklagten Panagiotis Evstathiou und Antonis Kantas.

Gemäß den von dem Untersuchungsrichter gesammelten Daten sollen wenigstens 38 Millionen Euro verschoben worden sein, während die Schmiergelder laut Einschätzungen der Justizbehörden insgesamt 60 Millionen Euro übersteigen. Aus der Öffnung der Bankkonten gehen sogar Indizien für den Rückfluss „schwarzer“ Gelder nach Deutschland hervor, da im Rahmen der als „Schmiergeld-Provision“ charakterisierten Praxis ein Teil der Schmiergelder wieder an Deutsche zurückgeflossen zu sein scheint.

Es ist anzumerken wert, dass der griechische Fiskus in dieser Sache seinen Beitritt als Nebenkläger erklärt hat, von den deutschen Firmen 13 Millionen Euro als Entschädigung für seinen immateriellen Schaden verlangt und sich zukünftige höhere Schadenersatzforderungen vorbehält. Weiter sei in Erinnerung gerufen, dass wegen der Lieferungen der strittigen Waffensysteme 35 griechische Angeklagte vernommen wurden und die Prozessakte an den Staatsanwalt übermittelt wurde, damit er dem Richtergremium seinen Antrag unterbreitet.

(Quelle: Ta Nea)

Relevante Beiträge:

Kommentare sind geschlossen