Griechenland kann mit 3 Zügen aus dem Sumpf herauskommen

25. Oktober 2014 / Aktualisiert: 12. Oktober 2018 / Aufrufe: 2.590

Laut dem Wirtschaftswissenschaftler Yanis Varoufakis kann Griechenland mit 3 Zügen aus dem Sumpf herauskommen, in den es die Partner – Gläubiger geschickt haben.

Im Gespräch mit dem TV-Sender Ant1 betonte Yanis Varoufakis, das erste, was zu erfolgen habe, sei, Berlin und Brüssel vorzuschlagen, dass der EMS die griechischen Banken übernimmt und sie rekapitalisiert, „damit die griechische Gesellschaft zu Atem kommt„.

Wie er betonte, „hat sich erwiesen, dass die Bankiers und der Staat nicht voranzukommen und ein schwungvolles Banksystem zu schaffen vermögen. Die einzige Lösung ist – einfach gesagt -, die Banken zu ‚enthellenisieren‘. Damit sie der EMS übernimmt, sie stärkt und sie endlich beginnen, Banken zu sein und der Wirtschaft Liquidität bereitzustellen. Derzeit sind sie weder Banken, noch sind sie griechisch.

Emission von Anleihen mit Wachstumsklausel

Der zweite Schritt hat laut dem Wirtschaftswissenschaftler mit der öffentlichen Verschuldung zu tun. „Auf Basis der 2012 erfolgten Vereinbarung veranschlagen unsere Gläubiger, wir können diese ganze Verschuldung tilgen, wozu es ausreiche, Wachstumsrhythmen von über 3% und 4% zu haben. Im Rückschluss können wir also vorschlagen, neue griechische Anleihen mit einer 4-prozentigen Wachstumsklausel zu emittieren und ihnen anzubieten. Falls wir wirklich ein Wachstum von 4% haben werden, sind die Anleihen vollumfänglich auszulösen. Falls nicht, werden sie nicht bezahlt. Keinerlei ‚Schnitt‘ in der Vereinbarung. Da sie meinen, wir können ein Wachstum von 4% haben, werden sie sich sicher sein, auch ihr Geld zurückzubekommen.

Der dritte Matt-Zug bezieht sich auf den privaten Sektor. „Es ist unlogisch, dass die EZB den griechischen Banken und dem Fiskus Geld leiht, damit wir praktisch das Kapital zur Tilgung vorheriger Kredite an die EZB zurückzahlen. Das beste wäre, dass die EZB vollumfänglich die Europäische Investitionsbank stützt und deren Anleihen kauft. Speziell die Emissionen, die sich auf Investitionen in Ländern beziehen, die einer Krise begegnen.“

Laut Herrn Varoufakis sind diese drei Vorschläge simpel und können sogar auch dem einfachen deutschen Bürger vermittelt werden. Weiter betont er, die drei Züge müssen gleichzeitig angestrebt werden, um ein Resultat zu haben.

(Quelle: Büchse der Pandora)

Relevante Beiträge:

  1. Heinz
    25. Oktober 2014, 14:25 | #1

    Das mit den Anleihen incl. Wachstumsklausel könnte man ja sogar ernsthaft prüfen, wenn endlich eine richtige Regierung etabliert würde. Mit der jetzigen Regierung, die die Reichen schont und nicht in der Lage ist, Gesetze auch nur ansatzweise durchzusetzen, würde das nicht machbar sein. Ja, versprochen wurde schon viel. Jetzt müsste man das nur noch halten. Aber da beginnt ja schon das Problem.

  2. Mark
    25. Oktober 2014, 14:39 | #2

    Würde man Varoufakis plan umsetzen würde es bloß zu einer neuen Scheinblüte ähnlich der 2004-2008 kommen. Mehr nicht. Ohne echte Reformen des griechischen Staates wird dieser Plan keinen wirklichen Erfolg haben.

  3. Lentz
    25. Oktober 2014, 18:54 | #3

    Die Banken sind nicht das einzige Problem der Griechen. Das ganze Verwaltungssystem scheint untauglich, genauso, wie die Regierung. Ein bisschen mit den Finanzen spielen, bringt das Land nicht weiter. Übrigens haben nicht die Gläubiger das Land in den Sumpf geschickt, da ist GR mit seiner Politik der letzten 15 Jahre hingelangt. Ein bisschen Verantwortung sollten die Schuldner schon übernehmen. Mir scheint, dass dort immer noch keine Bereitschaft besteht, die Konsequenzen zu ziehen. Ist bedauerlich, aber dann fährt die Karre eben noch weiter in den Dreck. Oder sollte ich Sumpf sagen?

  4. germanos
    25. Oktober 2014, 20:58 | #4

    Ah, jetzt ist mir durch die Kommentare klar, dass ich das ganze irgendwie falsch verstanden habe. Daher wurde offensichtlich auch mein Kommentar zu dem Artikel nicht veröffentlicht!

  5. Moppel
    26. Oktober 2014, 00:45 | #5

    Varoufakis ist wohl lebensmüde: Den Seilschaften die Banken wegnehmen? Und das Geld der Steuerzahler gar dorthin lenken, wo es ihnen letztendlich selbst zugute kommen wird? Das ist ein niederträchtiger Aufruf zum Hochverrat, zu einem teuflischen Verbrechen gegen unsere Kultur und die Weltordnung!!

  6. GR-Block
    26. Oktober 2014, 01:24 | #6

    Wie eh und je fährt die Politik den Karren in den sumpfigen Dreck, weil sie sich zu sehr um die eigene Karriere kümmert, dem kapitalistischen System blindlinks vertraut und den Dingen ihren Lauf lässt. Dabei verweisen sie auf die Großen dieser Welt, die damit sehr gut fahren. Die Tatsache, dass die Großen peinlich darauf achten, dass ihr Fundament im eigenen Land stabil ist, wenn sie die Politiker anderer Länder korrumpieren, um deren Märkte zu übernehmen, wird beflissentlich verheimlicht.
    Natürlich tragen Banken keine Verantwortung. Schließlich verwalten sie ja nur das Geld für dessen Besitzer und verleihen es an solche Unternehmen, die am meisten Projekte akquirieren, durch Korruption. Dass Unternehmen ausschließlich auf Pump produzieren ist dem erbitterten „Wettbewerb“ gezollt. Kaum jemand kann sich leisten einen neu entstehenden Markt mit echten Geld zu erschließen. Es muss virtuelles Geld her, um „erster“ zu sein. Es werden deals abgeschlossen, die weder die Unternehmen selbst finanzieren können, noch sicher steht, dass die Kunden an Ende bezahlen können. Nur deshalb müssen Banken einspringen. Wenn’s schief geht, haben die Unternehmen ihr Geld und die Politiker ihre Karrieren gemacht. Wenn dann die Banken auf den Schulden sitzen bleiben, entscheiden Politiker, dass die Völker die Banken „refinanzieren“ müssen. Damit aber in dieser harten Zwischenphase die finanzintensiven Geschäfte weitergehen, muss jetzt der Staat seinen Service einschränken, um Steuergelder und Sozialleistungen vorübergehend umzulenken. Zur Ablenkung von der Legislativen wird das dumme Volk auf seine nachweislich viel zu wenigen Beamten gehetzt. Leider müssen Dummschwätzer ständig das Lied vom Reformieren und Umstrukturieren wiederkäuen. Obwohl sowohl Troika als auch konservative Regierung lediglich die Restauration des zusammengebrochenen Kapitalismus im Blickfeld haben. An den Strukturen erlauben unsere „Partner“ nichts zu ändern, weswegen sie zu deren Erhalt 2012 massiv in die nationalen Wahlen eingriffen.

  7. KlingKlang
    26. Oktober 2014, 02:33 | #7

    Schönen Gruß an Varoufakis – von Bimbo, Tinker Bell & Co 😈

  8. Bürger
    26. Oktober 2014, 15:46 | #8

    Kein Anleihekäufer wird sich auf ein derartiges Risiko einlassen und diese Anleihen nicht kaufen. 4% Wachstum ist für Griechenland unerreichbar und Anleihehalter lassen sich nur einmal betrügen. Ein zweites Mal nicht mehr. Der ESM und die EZB dürfen nach ihren Statuten die Banken in Griechenland nicht retten. Also laufen alle 3 Züge ins Leere. Was hilft für Griechenland wäre, die Schulden für null und nichtig zu erklären und die Zahlungen einzustellen, wie es Argentinien machte oder Deutschland. Sonst werden die Griechen immer die Schuldknechte sein. Ohne Hofnung auf Besserung. Mal sehen, ob Tsirpas nach einem Wahlsieg diesen Mut hat.

  9. HJM
    27. Oktober 2014, 21:36 | #9

    Als alter Oberschulmeister dachte ich, dies sei ein – mäßig geglücktes – Stück aus der Abteilung „Scherz, Satire und Ironie“. Hab‘ ich offenbar falsch gedacht.

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