Gefährliche Panik der Regierung in Griechenland

18. Oktober 2014 / Aufrufe: 958

Die Regierung in Griechenland scheint in ihrer Panik mit dem einzigen Kriterium zu handeln, um jeden Preis an der Macht zu bleiben.

Der Absturz der Börse und der Anstieg der Finanzierungszinssätze des Landes auf Bankrott-Niveaus schaffen klar die Gefahr eines globalen Absturzes der Wirtschaft. Parallel sieht die Regierung Samaras ihre gesamte Kommunikationsplanung wie ein Kartenhaus zusammenfallen, da sich auch dem Naivsten erschließt, dass ihre Ankündigung über die Loslösung vom IWF nicht nur einfach kommunikativ und unwahr, sondern auch gefährlich ist.

Das Fehlen einer Vorbereitung auf einen solchen Zug ist offensichtlich. Ebenso auch das Fehlen eines strategischen Ziels, da der Zugang Griechenlands zu den „Märkten“ mit einem Finanzierungszinssatz von über 7% bei seiner 10-jährigen Anleihe unerschwinglich ist.

Nutzung unorthodoxer Methoden wird destabilisierend und gefährlich

Das Fehlen einer Vorbereitung auf einen solchen Zug ist offensichtlich. Ebenso auch das Fehlen eines strategischen Ziels, da der Zugang Griechenlands zu den „Märkten“ mit einem Kreditzinssatz von über 7% bei seiner 10-jährigen Anleihe unerschwinglich ist. Wird ebenfalls berücksichtigt, dass die Europäische Kommission im Fall einer „gesteigerten Beaufsichtigung“ wegen der Bereitstellung einer präventiven Kreditlinie gegebenenfalls auch mit dem IWF für die Ergreifung von Maßnahmen zur Bewältigung möglicher Risiken zusammenarbeiten wird, wird mit den Plänen der „Leuchten“ des Megaro Maximou (Anmerkung: gemeint ist die Regierungszentrale) nicht einmal die Loslösung von dem IWF erreicht.

Leider verhält die Regierung sich mit einzigem Kriterium ihre Panik, die sowohl aus den Demoskopien, mit denen sie „abgewatscht“ wird, als auch aus den Anzeichen des internen Zusammenbruchs entspringt. Ihre Sorge bleibt jedenfalls, um jeden Preis an der Macht zu bleiben, und die Nutzung politisch und wirtschaftlich „unorthodoxer“ Methoden wird destabilisierend und potentiell gefährlich.

Von all dem, was die Regierung ankündigt oder handelt, kommt nichts mehr positiv an. Sogar auch die Ankündigung bezüglich einer „Grundsicherung“ ist ein billiger kommunikativer Trick an der Grenze zur Verhöhnung. Noch schlimmer, vor drei Tagen (am 15 Oktober 2014) wurde sie vollständig durch die ungeheure – und nicht einmal fristgerechte – Novelle „wettgemacht“, mit der Abgeordnete der Nea Dimokratia (ND) und PASOK die „Unabtretbarkeit“ und „Unpfändbarkeit“ 40% der staatlichen Bezuschussung der Parteien verabschiedeten.

Einfach gesagt beschlossen die Parteien, die riesige Kredite aufnahmen und mit genau dieser Bezuschussung besicherten, dass die Banken einen Teil dieser Zuschüsse nicht pfänden dürfen. Kurz gesagt ziehen sie „mit Gewalt“ eine Sicherheit aus einer Bankfinanzierung zurück, was keinem der Millionen Kreditnehmer dieses Landes (Privatleute und Unternehmen) zu tun möglich ist. Da die Stunde naht, die Macht abzugeben, streben die beiden Koalitionsparteien an, sich noch ein letztes „kleines Geschenk“ zu machen und verachten provokativ – sowohl hinsichtlich der Essenz als auch symbolisch – jeden anderen Kreditnehmer in Griechenland.

Sie sind ihre Bezuschussung wirklich … wert.

(Quelle: To Pontiki, Autor: Stavros Christakopoulos)

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  1. BravoZulu
    18. Oktober 2014, 16:18 | #1

    Diese Regierung sollte zurücktreten und Neuwahlen in die Wege leiten. Denn es gilt der Satz: Lieber ein Schrecken mit einem Ende als ein Schrecken ohne Ende!“

  2. pyramis
    18. Oktober 2014, 23:35 | #2

    Was mich beeindruckt ist ja, dass die griechische Regierung in Erwägung zog, keine weiteren Hilfen in Ansprung zu nehmen, und sogleich wurden hohe Wellen geschlagen und der griechische Markt schoss wieder ab. Also wenn das keine klare Kriegsansage ist, weiss ich auch nicht. Was ist bei der Oppostition gleich die Alternative?

  3. Heinz
    20. Oktober 2014, 12:55 | #3

    Vielleicht kann dieser sehr ausführliche und sachlich fundierte Artikel aus den „Nachdenkseiten“ etwas zur Erkenntnis über die Situation Griechenlands und der Verfassung der Regierung beitragen:
    Griechenland: Regierungspolitik als verlogene PR

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