Privatisierung der Post in Griechenland

11. September 2014 / Aktualisiert: 12. November 2014 / Aufrufe: 1.016

Die Regierung in Griechenland plant, die Hellenische Post bis Ende 2014 zu verkaufen.

Die griechische Regierung will innerhalb des letzten Quartals 2014 zum Verkauf der Hellenischen Post (ELTA) schreiten, wozu demnächst der Privatisierungsprozess durch den „Fonds für die Verwertung privaten Vermögens des Fiskus“ (TAIPED) eingeleitet werden sollen.

Laut einem Artikel in der Printausgabe der griechischen Wirtschaftszeitung „Naftemporiki“ schreitet der TAIPED zu dem Stadium der Vorbereitung, obwohl er sich dabei reichlich außerhalb des (von der Troika bzw. dem Memorandum gesetzten) Zeitrahmens befindet und auf die Beratung – Anweisung wartet, wie er zum Verkauf der ELTA zu schreiten hat.

Interesse potentieller Investoren war bisher theoretischer Natur

Als es von Zeit zu Zeit eine Diskussion um die Privatisierung der Hellenischen Post gab, ist von den griechischen Firmen in Kooperation mit „großen Spielern“ des internationalen Postmarkts Investitionsinteresse bekundet worden. Dieses Interesse war jedoch mehr theoretisch, da kein einschlägiges Verfahren voranschritt.

Sicher ist jedenfalls, dass der Beginn des Verfahrens zur Privatisierung der ELTA zu einer Zeit geschieht, in der die internationale Nachfrage nach Postdienstleistungen als eher niedrig beurteilt wird. Bei den potentiellen Investoren geht es um Unternehmen, die nach einer Richtung suchen, da sie hinsichtlich ihrer traditionellen Dienstleistungen besonders von den neuen Technologien zu einem Zeitpunkt getroffen worden sind, wo in den Poststellen neue Dienstleistungen in Erscheinung treten.

Die Rückkehr zu schwarzen Zahlen, von der erwartet wird, dass sie die ELTA in diesem Jahr erzielen wird, schafft die Voraussetzungen für den Beginn der Ausschreibung der Privatisierung des Unternehmens. Für das laufende Jahr erwartet die Unternehmensleitung Gewinne in einer Größenordnung von 7 Mio. Euro, während das Jahr 2013 mit Verlusten von rund 6 Mio. Euro abgeschlossen wurde.

Neue Dienstleistungen sollen Einnahmen steigern

In einer Bemühung, das Dienstleistungs-Portefeuille der Griechischen Post zu differenzieren, plant die Unternehmensleitung unter Kostis Melachrinos eine Reihe neuer Dienstleistungen. Ziel ist die Steigerung der Einnahmen der Post in einer Epoche, in der die Einnahmen aus traditionellen Postdienstleistungen sich rückläufig bewegen. Dies beruht darauf, dass etliche vormals mittels der Post erbrachte Dienstleistungen inzwischen unter Nutzung der Technologie erfolgen, wie z. B. E-Mail, elektronische Bezahlung von Rechnungen usw.

Zu den geplanten neuen Leistungen zählen Prepaid-Karten und die Möglichkeit zur Abwicklung von (Ver-) Kauf, Verpackung und Versand der Produkte kleiner und mittlerer Unternehmen gegen Nachnahme. Auf diese Weise versuchen die ELTA, einen signifikanten Anteil aus dem Bereich des Paketversands zu beanspruchen. Es handelt sich um einen Markt, der weiterhin Zuwächse verzeichnet und als Resultat der sehr großen Zunahme der Fernverkäufe nach dem Vorbild des Auslandes seine Größen auch in Griechenland steigert.

Schließlich sei angeführt, dass die Leitung der ELTA mit dem Plan, dass die Postbediensteten die Ausführung von Rezepten und die Übergabe in den Räumlichkeiten des Kunden übernehmen, Proteste aus dem Raum der Apotheker hervorgerufen hat. Der Briefträger wird das Rezept in Empfang nehmen, für dessen Ausführung Sorge tragen und danach die Medikamente an der von dem Kunden gewünschten Stelle übergeben. Die Kosten der Übergabe der Medikamente zu Hause werden 3 Euro betragen, und es wird erwartet, dass der neue Service in der Region Attika, von wo aus seine Umsetzung beginnen wird, sehr großen Anklang finden wird.

(Quelle: dikaiologitika.gr)

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  1. 11. September 2014, 08:41 | #1

    Es wird auch langsam Zeit,dass sich mit der Zustellung der Post bzw. Pakete etwas ändert. Ich bin Deutscher und seit 16 Jahren an ein und dem selben Ort gemeldet, dennoch habe ich das Problem, dass Pakete sowie Päckchen aus dem Ausland nicht ankommen (trotz Angabe von Adresse und Telefonnummer. Sie werden an den Absender zurück geschickt oder gehen ganz verloren. Bei meiner Sendungsverfolgung teilt man mir dann mit … Empfänger unbekannt! Das ist unbegreiflich, da wir seit 2003 hier in Griechenland eine kleine Ferienanlage betreiben und somit auch steuermäßig erfaßt sind.

  2. Götterbote
    11. September 2014, 16:54 | #2

    Ich bezweifle, dass sich etwas zum Besseren ändert. Ganz im Gegenteil. Zum einen ist mir nicht verständlich, warum der Staat ein Unternehmen verkaufen möchte, welches Gewinne erzielt (zwar steht im Artikel „Die Rückkehr zu schwarzen Zahlen, von der erwartet wird, dass sie die ELTA in diesem Jahr erzielen wird…“, aber nach meinem Wissen hat die Post in den letzten Jahren immer Gewinne erwirtschaftet), zum anderen sehe ich seit der Privatisierung der ehemaligen Post in Deutschland keine Verbesserungen im Bereich Service. Das Gegenteil ist der Fall. Postfilialen gibt es kaum noch, die sogenannten Postagenturen wechseln aufgrund der vergebenen Knebelverträge ständig und der Konkurrenz werden bis heute sehr große Steine in den Weg gelegt, so dass eine solche quasi nicht stattfindet.

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