Griechenland: Tourismus brachte dem Handel keine Umsätze

14. September 2014 / Aufrufe: 1.410

Die touristischen Handelsunternehmen in Griechenland vermochte von dem gestiegenen Verkehr im Tourismus nicht nennenswert zu profitieren.

Wie der griechische Handelsverband (ESEE) feststellt, waren die Reduzierung der durchschnittlichen Reiseausgaben, die All-Inclusive-Politik und das „Defizit“ griechischer Touristen die Gründe, aus denen die touristischen Handelsunternehmen von den gestiegenen Einnahmen aus der touristischen Aktivität nicht einmal sei es wenigstens zu einem nennenswerten Teil zu profitieren vermochten.

Es ist bezeichnend, dass auf Chalkidiki 2014 der touristische Verkehr im Verhältnis zu 2013 um 15% höher war, der Handel jedoch einen Rückgang um 30% hatte. Entsprechend lag auf Kreta der touristische Verkehr in diesem Jahr um 10% höher, während der Handel einen Rückgang um 20% zeigt.

Der griechische Handel muss auf den Touristen zugehen

Wie von dem ESEE angeführt wird, zeigt die Analyse der Umsatzdaten, dass – während die Tourismus-Branche sich seit dem zweiten Quartal 2013 im Aufschwung befindet – der Handel weiterhin einen Rückgang der Umsätze verzeichnet. Allerdings hat sich die im Handel verzeichnete Rezession im Vergleich zu den vorherigen Quartalen verlangsamt, und zu dieser Entwicklung hat der Anstieg der Ankünfte aus dem Ausland sicherlich positiv beigetragen.

Die Tatsache, dass der Handel von dem Eintreffen einer signifikanten Anzahl von Touristen / Besuchern im Land nicht wesentlich zu profitieren scheint, gibt jedoch weiterhin zu denken. Diese Beobachtung unterstreicht unter anderem den Umfang der Auswirkungen, welche die Politik der Austerität und Schrumpfung der Einkommen für die inländische Bevölkerung herbeiführte. Um sicherere Rückschlüsse ziehen zu können, sind laut dem ESEE die statistischen Daten auch für die kommenden Quartale zu untersuchen, sobald diese verfügbar gemacht werden.

Der Vorsitzende des ESEE, Vasilis Korkidis, erklärte: „Wir hoffen, dass die Ergebnisse dieser Untersuchung zur Auffindung von Fehlern und Unterlassungen sowohl von Seite der Handelsbranche als auch auf dem Sektor des Tourismus beitragen. Der griechische Handel muss – und hier liegt auch der große Ratschlag des ESEE an seine Mitgliedsunternehmen – auf den Touristen zugehen und ihm noch lukrativere Produkte anbieten, mit Schwerpunkt auf der griechischen Tradition. Aber auch der Tourismus muss Bemühungen unternehmen um neue, qualitative Modelle eines touristischen Produkts höheren Standards hervorzuheben und zu bewerben und gleichzeitig mehr alternative Optionen für Besuche und Einkäufe anbieten.

(Quelle: dimokratianews.gr)

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  1. Rachel
    14. September 2014, 20:16 | #1

    Wenn ich mit meinen Verwandten in Griechenland rede, beschreiben sie die Ursache des Problems anders. In unserer touristisch stark erschlossenen Stadt im Norden Griechenlands werden die Touristenunterkünfte seit vielen Jahren fast ausschließlich durch die großen Reisebüros verwaltet. Wer seine Unterkünfte nicht zu 100% einem Büro anbietet, läuft Gefahr, komplett von dessen Reservierungen ausgeschlossen zu werden.
    Die Reisebüros entscheiden über die Preise und die Herkunft der Touristen. In den letzten 5 Jahren wird unsere Stadt komplett mit Touristen belegt, die eine sehr geringe Kaufkraft haben. Zimmer werden für sehr geringe Preise und hauptsächlich auf dem osteuropäischen Markt angeboten. Die Touristen konsumieren nicht, weil ihnen einfach das Geld dafür fehlt. Wie soll der Handel den Menschen denn Geld abnehmen, das sie nicht haben?

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