Griechenland hat die vielleicht teuerste Straße der Welt

14. September 2014 / Aufrufe: 2.158

Die mit Baukosten von ungefähr 40 Millionen Euro pro Kilometer möglicherweise teuerste Straße der Welt befindet sich in Griechenland.

Am Ort eines vor vielen Jahren wegen Pfuschereien katastrophal verlaufenen Verfahrens findet heute eine große Errungenschaft der Technik, ein bedeutsames Projekt statt, das griechische Studienführer und Konstrukteure, griechische Wissenschaftler bauen, und deswegen ist allen zu gratulieren, die an dieser Anstrengung beteiligt sind.

Dies war Teil der … feierlichen Erklärungen des zuständigen Ministers Michalis Chrysochoidis, als er gegen Ende August 2014 den „schwer heimgesuchten“ Abschnitt der Nationalstraße Korinth – Tripoli – Kalamata, Paradisia – Tsakona besuchte.

Etat stieg schrittweise von 2,2 auf 200 Millionen Euro

Hinter den triumphierenden Erklärungen des Ministers verbergen sich jedoch Unregelmäßigkeiten, staatsanwaltschaftliche Untersuchungen, Beschwerden bezüglich der Verschwendung öffentlicher Gelder, Zeugenaussagen, aber nach der von dem damaligen Abgeordneten und heutigen Staatssekretär im Verteidigungsministerium, Ioannis Lampropoulos eingereichten Akte auch eine Intervention der Staatsanwaltschaft des Areopags. Die voluminöse Akte, die Unterlagen und auch Fotografien umfasst, auf denen bauliche Mängel abgebildet sind, übergab er Ioannis Lampropoulos dem stellvertretenden Staatsanwalt am Areopag, Georgios Mpompolis. Parallel gab es öffentliche Interventionen auch von Seite der Technischen Kammer Griechenlands / Peloponnes, worin die Rede von einem Skandalprojekt ergeht, was jedoch niemanden zu jucken scheint.

Das Resultat? So viele Beschwerden, Berichte, Aussagen, und wir wissen immer noch nicht, wer an all dem Geschehenen schuld ist. Konkret geht es um einen 11,2 Kilometer langen Straßenabschnitt, der mit einem Etat von 2.204.754,09 Euro begann und heute an dem Punkt angelangt ist, ungefähr 200 Millionen Euro zu kosten! Es handelt sich sicher um den teuersten Teil eines Projekts, das weltweit gebaut worden ist!

Der Zeitung „Tharros“ liegt der Bericht der Einheit der Kontrolleure – Prüfer der öffentlichen Verwaltung vor, der in allen seinen Feststellungen eine Bombe an den Fundamenten des Staates darstellt. Der Bericht ist seit 2005 unterzeichnet worden und bis heute hat niemand als die armen Bürger dieses Staates für die kriminellen Konstruktionsfehler bezahlt. Der 11,2 Kilometer lange Abschnitt Paradisia – Tsakona hat eine insgesamt über zwanzig Jahre lange Geschichte. Mit öffentlichen und gemeinschaftlichen Geldern wurde er wurde nicht nur einmal, sondern zweimal gebaut.

Baukosten von 40 Millionen Euro pro Kilometer

Die Verkehrsachse Tripoli – Kalamata wurde zu ihrem größten Teil im Rahmen einer ÖPP (sprich „Öffentlich-Privaten Partnerschaft“) gebaut, außer dem Abschnitt Paradisia – Tsakona, der 1991 per Auftragsvergabe durch die damalige Bezirksverwaltung in Angriff genommen wurde. Dieser Abschnitt kostete 40 Millionen Euro, wurde in das 2. Gemeinschaftliche Förderkonzept aufgenommen, jedoch aus nationalen Mitteln finanziert und im Jahr 2000 übergeben. Im Jahr 2003 brach der Straßenabschnitt nach einem Erdrutsch an der Stelle zusammen, an der heute die hybride Bogenbrücke gebaut wird.

2006 erhält das Konsortium ALPINE Bau – TERNA den Zuschlag für das Projekt der Wiederherstellung der Straße, zu einem vertraglichen Betrag von 83,2 Mio. Euro und im weiteren Verlauf mit einem Ergänzungsvertrag für weitere 40 Mio. Euro. Zusätzlich – mithilfe von Beratern und zwei weiteren Ergänzungsverträgen – gelangte die Summe des Etats (2. Auftrag) glücklich bei 137,84 Mio. Euro an. Zu dem Vorstehenden sind noch 3,9 Mio. Euro für sonstige Beraterleistungen, aber auch einige weitere Millionen für die Vollendung des Projekts hinzuzurechnen. Nach seiner Fertigstellung wird der Abschnitt als Teil der neuen Nationalstraße Korinth – Kalamata – Sparta dem Konsortium MOREAS übergeben werden.

Es sei angemerkt, dass der damalige Minister des (vormaligen) „Ministeriums für Umwelt, Flächennutzung und öffentliche Projekte“ (YPECHODE), als er sich vor einigen Jahren in Kalamata einfand und über das tatsächliche Bild des Projekts informierte, erklärte: „Wir dürfen das politische Leben nicht global kriminalisieren.“ Und noch Etwas zuletzt. Der problematische Abschnitt der 11,2 Kilometer langen Straße / Teilstrecke erstreckt sich über ungefähr 5 Kilometer. Berücksichtigt man die Gesamtkosten des Projekts und die „reparierten“ Kilometer, kostete uns der Kilometer ungefähr 40 Millionen Euro …

(Quelle: zougla.gr)

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