Jagd auf Wildcamper in Griechenland

11. August 2014 / Aktualisiert: 14. August 2014 / Aufrufe: 12.595

Die Polizei in Griechenland geht in den letzten Tagen gezielte gegen sogenannte wilde Camper vor, denen empfindliche Sanktionen drohen.

Wie allgemein bekannt sein dürfte, ist in Griechenland auf Basis des Gesetzes N. 2160/1993 nach wie vor die „Errichtung von Zelten oder das Verweilen von Wohnwagen an archäologischen Stätten, Küstenzonen, Stränden, Rändern öffentlicher Wälder und allgemein auf öffentlichen Flächen“ verboten.

Das selbe Gesetz sieht im Fall der Missachtung des Verbots die Verurteilung der Missetäter im Schnellgerichtsverfahren zu einer (üblicherweise in Tagessätze wandelbaren) Freiheitsstrafe von 3 Monaten oder / und einer von dem Gericht bestimmten Geldstrafe sowie die Verhängung einer vor Ort ausgesprochenen Verwaltungsstrafe in Höhe von 150 Euro zugunsten der jeweiligen Kommune oder Gemeinde vor.

Konzertierte Aktionen gegen Wildcamper

Wie bei den meisten absurden gesetzlichen Bestimmungen hängt die praktische Umsetzung des Vorstehenden natürlich von einer Fülle von Faktoren ab – die lokalen Behörden und deren Haltung gegenüber dem freien Campen, das … Glück, aber auch das Verhalten der Camper eingeschlossen: wer stört, seine Abfälle nicht einsammelt oder den Zugang zu einem bestimmten Strandabschnitt behindert, wird mit großer Wahrscheinlichkeit bei der Polizei oder Gemeindeverwaltung angezeigt werden.

In der Praxis wurde und wird das freie Campen auf breiter Basis stillschweigend geduldet, zumal die – sofern überhaupt existierenden – „organisierten“ Strukturen vielerorts unzureichend sind und den Gemeinden / Kommunen durchaus bewusst ist, dass auch die „Wildcamper“ zur Stimulierung der lokalen Wirtschaft beitragen.  In diesem Rahmen schreitet die Polizei mal einfach nur zu „Belehrungen“, mal verhängt sie (nur) die Geldstrafe, manchmal wird auch das „volle Programm“ durchgezogen, wobei jedoch das Schnellgericht die Verhandlung häufig vertagt und letztere nach ungefähr einem Jahr erfolgt.

In etlichen Fällen entscheiden die lokalen Behörden sich dafür, einfach „wegzuschauen“ oder – seltener – das freie Campen sogar zu fördern, indem sie an nicht „organisierten“ Stränden Duschen und Toiletten errichten – wie beispielsweise bei Eristos auf der Insel Tilos. Ebenfalls ist von Fällen „Angeklagter“ berichtet worden, die vor Gericht freigesprochen wurden, weil es entweder nicht das entsprechende Verbotsschild gab, mit dem das Campen am Strand untersagt wurde, oder weil sie von den jeweiligen Gemeinden / Kommunen verteidigt wurden.

Am vergangenen Wochenende  erfolgten jedoch praktisch aus heiterem Himmel – offensichtlich „zentral“ angeordnete –  polizeiliche „Razzien“. Konkret wurden am vergangenen Freitag (08 August 2014) im Rahmen einer konzertierten Polizeiaktion in der Region Sithonia (sprich auf dem „Mittelfinger“ der Halbinsel Chalkidiki) 105 Personen (35 Griechen und 70 Ausländer) sowie 80 Fahrzeuge kontrolliert und 57 Verstöße festgestellt, die sich auf die Errichtung von Zelten in den Gebieten Tristinika, Porto Koufo, Aretes, Azapiko, Styladario und Kastro Toronis bezogen. Am nächsten Tag (Samstag, 09 August 2014) erfolgte eine entsprechende Aktion auf der Insel Samothraki, bei der 90 Personen (70 Griechen und 20 Ausländer) kontrolliert und 47 Verstöße bezüglich rechtswidrig aufgestellter Zelte festgestellt wurden.

Wie in einer entsprechenden Bekanntmachung der griechischen Polizei betont wurde, wird es in dem kommenden Zeitraum weitere speziell auf populäre Urlaubsgebiete fokussierte entsprechende Aktionen geben …

(Quelle: diverse Medienberichte)

  1. g.purer
    11. August 2014, 18:55 | #1

    Die Aktion ist gar nicht so falsch. Die Errichtung von regelrechten „Wagenburgen“ und die Blockade ganzer Strandabschnitte durch Wohnwagen ist einfach nur lästig – speziell in Gebieten, wo es genug legale Möglichkeiten gibt.

  2. Hexe
    11. August 2014, 19:43 | #2

    Das fördert sicherlich bei so Manchem die Sympathie für Griechenland! Hat man in GR wirklich keine anderen Sorgen als auf Camper los zu gehen?

  3. Panhellene
    12. August 2014, 10:11 | #3

    @Hexe
    Probieren Sie mal in Deutschland oder in Italien wild zu campen …

  4. Berni
    13. August 2014, 14:15 | #4

    So weit ich weiß, ist das Campen in Deutschland grundsätzlich überall für eine Nacht geduldet, soweit es nicht auf einem Privatgrundstück geschieht. Ich halte ein strengeres Durchgreifen gegen Wildcamper angesichts der Müllberge die diese oft hinterlassen auch für gerechtfertigt. Einige wilde Campingplätze habe ich auf Rhodos gesehen und diese gleichen stellenweise einer Mülldeponie.

  5. Peppina
    17. August 2014, 02:04 | #5

    @Hexe
    Es scheint so zu sein, dass in Deutschland die Gesetze hoch und heilig sind, aber in Griechenland nicht gelten? Wieso muss es eine Sympathie fuer Griechenland geben, weil dieses Land in der Krise ist und nun keine anderen Sorgen hat, als auf Camper loszugehen? Ist Griechenland fuer Sie ein Entwicklungsland, wo andere Gesetze gelten, als in ihrem heiligen Deutschland? Wissen Sie, wieviel Muell und Dreck die Deutschen hier verursachen indem sie wild campen? Sind die deutschen Menschen wertvoller als die Griechen? Die Griechen waren immer tolerant, aber es hoert auch irgendwann auf, wenn die Kacke vom Campingklo am Strand ausgekippt wird

  6. Hexe
    23. August 2014, 11:53 | #6

    @team:
    Seltsam, aber sehr aufschlussreich ist der Fakt, dass wohl Peppinas Kommentar an mich veröffentlicht wurde, nicht aber meine Antwort darauf …

  7. Team
    23. August 2014, 12:29 | #7

    @Hexe
    Nööö, weder seltsam noch aufschlussreich – eben nur wieder Dummquatscherei, wie im übrigen auch die heutige unflätige Tirade. Wer erwartet, dass wir das dann auch noch publizieren, muss echt einen an der Waffel haben …

  8. Winny
    15. November 2014, 09:46 | #8

    … und wieder sind die Camper die Schmutzfinken!! Da schäumt doch völlig der Neid heraus! Wir (beide Camper seit Jahren) räumen den Dreck der Pkw-Touris und EInheimischen weg, ja, in GR und auch in D, überall dort, wo „vernünftige Menschen“ eine Ansammlung bilden!
    WIR haben immer Mülltüten mit und nehmen den Dreck von anderen Leuten mit, damit WIR nicht in Verruf kommen.
    Ist wohl eher so, wie mit manchem Hundehalter, die Sch… in die Tüte und dann die Tüte in den Wald – wenn niemand hin sieht!
    Habt Ihr alle Probleme, genießt doch das Leben und lasst andere leben!

  9. Walter
    5. Dezember 2014, 16:19 | #9

    Schließe mich Winny an!! Wir stehen seit 30 Jahren in GR frei. Die Drecksituation ist besser geworden aber noch immer schlimm. Wenn wir einen Platz anfahren räumen wir immer noch den Dreck der anderen auf. Unsere Beobachtungen haben uns gezeigt, daß in der Regel die Einheimischen (PKW-)Tagesgäste oder auch oft Zigeuner, fahrende Verkäufer usw. die Verursacher sind. Wir haben in den ganzen 30 Jahren erst 2 Mal ein Wohnmobil (Italiener) Dreck zurücklassen sehen! Es kann also keine Rede davon sein, daß Deutsche (oder auch andere) beim wild Campen Dreck verursachen. Jedes Wohnmobil hat seinen Müllsack mit und entsorgt ihn auch in die in GR überall aufgestellten Mülltonnen.

  10. yamas
    24. März 2015, 21:06 | #10

    Ich finde es lustig wenn hier Griechen über Müll reden. Wir fahren jedes Jahr nach Griechenland und die Gebiete wo Wild Camping betrieben wird sind die saubersten. Die Deutschen sind gewohnt ihren Müll aufzuräumen, während die Griechen den Müll sogar zum Strand bringen und dort abladen. Haben wir schon sehr oft beobachtet. Egal wo man in der Natur in Griechenland hinschaut, gibt es überall Müll. An allen Haubtstaßen muss mann nur mal anhalten, überall Müll, während die Wohnmobile an den Mülleimer anhalten und dort oft in leere Behälter ihren Müll reinschmeißen. Die Griechen machen hier ihre Augen zu, wie vor so vieles. Wenn man die Camper lockt, durch Tollerieren und dann später abzukasieren ist das einfach nur link. In Deutschland bekommt niemand eine Strafe wenn man eine Nacht schläft und ein Tag dort bleibt. Es kann höchstens sein das man vertrieben wird. Die Griechen zocken aber meistens ab, wenn die Polizei kommt. Wohnwagen oder Zelten sehe ich noch einigermaßen ein, aber Wohnmobile sind zu 100% autark.

  11. walter Hasslacher
    2. April 2015, 00:01 | #11

    Seit 30 Jahren fahre ich nach Griechenland– ich liebe das Land und die Leute. Wenn ich wüsste wo ich was spenden könnte, ich täte es -bin großzügig mit Trinkgeldern. Seit 30 Jahren campe ich wild, wäre gerne bereit einen Beitrag, (wenn er nicht unverschämt hoch ist) zu bezahlen. Mein Vorschlag: ein Stempel im Pass und einen Vernünftigen Betrag kassieren, sofern man keinen Nachweis für ein Zimmer oder Campingplatz hat. Wenn sanitäre Anlagen vorhanden sind zahle ich gerne mehr — ich will aber keinen Campingplatz, wo man abgezockt wird,– wie z. b. in Kroatien- ich fühle mich wie in einem KZ. darum fahre ich auch heuer wieder nach Hellas–

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