Immigranten verlassen Griechenland

19. August 2014 / Aufrufe: 879

In den letzten Jahren verließen legal in Griechenland lebende Immigranten massenweise das Land und zogen rund 30 Milliarden Euro von den Banken ab.

Die Anzahl der legal in Griechenland lebenden Immigranten zeigt einen kontinuierlichen Rückgang, da sich wegen der schlechten wirtschaftlichen Situation und der großen Schwierigkeiten auf dem Arbeitsmarkt, die in den letzten Jahren die Umstände in Griechenland charakterisieren, für sie der Traum von einem besseren Leben im Ausland wohl nie erfüllte.

Wie von der Statistikbehörde in ihren in der Zeitung „Kathimerini“ veröffentlichten Daten verzeichnet wird, sank die Anzahl der in Griechenland lebenden Bürger aus Ländern außerhalb der Europäischen Union innerhalb nur eines Jahres um 164.959 Personen. 2011 zählten die Registrierten 817.860 Personen und 2013 beschränkten sie sich auf 650.825. Die meisten derjenigen, die das Land verließen, sind albanischer Staatsangehörigkeit. Die Welle der Abreisen setzte sich auch 2013 fort, jedoch gibt es (noch) keine verfügbaren Daten.

Immigranten zogen Bankguthaben von rund 30 Mrd. Euro ab

Eine signifikante Auswirkung gibt es aber auch bei den Guthaben bei den Banken, wo bei den Konten von Bürgern außerhalb der Eurozone seit 2010 bis 2014 ein sehr großer Abfluss von Guthaben in einer Größenordnung von 30 Milliarden Euro beobachtet wurde.

Der Hauptgrund für diese Massenflucht der Immigranten ist kein anderer als die Arbeitslosigkeit, da seit 2009 bis 2013 schätzungsweise 33% der von Ausländern inne gehabten Arbeitsplätze verloren gingen. Spezieller:

  1. Die in den periodischen Deklarationen an die Sozialversicherungsanstalt IKA erscheinenden Ausländer beschränkten sich im Dezember 2013 auf 159.676 Personen (99.826 Männer und 59.850 Frauen). Im Dezember 2009 waren es 237.470 Personen (160.901 Männer und 76.569 Frauen). Innerhalb von 4 Jahren gingen also 77.794 Arbeitsplätze abhängiger Beschäftigung verloren. Der Verlust so vieler Einkommen rechtfertigt auch die „Flucht“ mehr als 133.000 Menschen.
    Der größte Rückgang zeigt sich bei Arbeitnehmern albanischer Herkunft. Ende 2009 waren es 121.902 Personen und gegen Ende 2013 beschränkte sich ihre Anzahl auf 85.893. Es ist anzumerken wert, dass Ende 2013 die Griechen 90,15% der Gesamtzahl der Versicherten der IKA ausmachten, gegenüber 87,1% gegen Ende 2009.
  2. Der heftige Rückgang der Arbeitsplätze für Ausländer wird überwiegend auf den Zusammenbruch der Bautätigkeit zurückgeführt. Und diese Resultat ist inzwischen messbar: die Anzahl der versicherten Ausländer in den bautechnischen Berufen sank im Zeitraum 2009 – 2013 um 69,42% (ungefähr so viel, wie auch die Bauaktivität). Die IKA versicherte im Jahr 2009 in der Baubranche ungefähr 116.893 Arbeitnehmer, von denen 45% bzw. 52.621 Personen Ausländer waren.

2013 war nur ein Drittel der Versicherten im Baubereich verblieben und die Arbeitsplätze der Ausländer beschränkten sich von 52.621 auf gerade einmal 16.089. Ein drastischer Rückgang wird auch bei der Anzahl der Unternehmen in der in Rede stehenden Branche verzeichnet. Ende 2009 zählten die „Arbeitgeber“ 43.808, während ihre Anzahl bis Ende 2013 auf gerade einmal 16.046 sank.

(Quelle: zougla.gr)

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