Dollar ist für Griechenland „Deus ex Machina“

26. August 2014 / Aktualisiert: 14. Mai 2017 / Aufrufe: 439

Die Abwertung des Euro kommt zumindest all jenen Unternehmen in Griechenland zugute, die nicht von einem hohen Energieverbrauch und Transporten abhängig sind.

Eine signifikante Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit zumindest für nicht energie-intensive und von dem Transportwesen abhängige Unternehmen verleiht die sich de facto abspielende Abwertung des Euro, von der die großen ausländischen Investmenthäuser annehmen, dass sie sich im Gang befindet, da die US-Notenbank (Fed) ihre Währungspolitik strafft und die Europäische Zentralbank (EZB) sie lockert.

Gemäß den wirtschaftlichen Messmodellen der Morgan Stanley stärkt jedes Absinken des Euro gegenüber dem Dollar um jeweils 10% den Gewinnverlauf der europäischen Unternehmen um 3% – 4%. Ein Problem bringt allerdings der Kursrutsch der gemeinsamen Währung für die Energiekosten mit sich, da die Aufwertung des Dollars – als Referenzwährung auf den internationalen Märkten für Kohlenwasserstoffe – zu höheren Ausgaben für Kraftstoffe führt.

Griechenland profitiert von hohen Devisenzuflüssen

Auf der anderen Seite und speziell für Griechenland, das von großen Devisenzuflüssen aus den Seetransporten (wegen der Reedereiunternehmen) und dem Tourismus profitiert, kräftigt die Stärkung des Dollars die positiven Ergebnisse dieser beiden Zweige noch mehr, merken die Ökonomen an und erklären sogar, dass das touristische Produkt Griechenlands auch für Besucher außerhalb der Eurozone und hauptsächlich von der anderen Seite des Atlantiks und aus Asien und dem Mittleren Osten, die in einem hohen Grad mit der amerikanischen Währung verbunden sind, wieder attraktiv wird.

Auf Basis der Daten der Morgan Stanley zeigen bereits die Ergebnisse des zweiten Quartals 2014, dass die Probleme der europäischen Konzerne aus dem starken Euro abzuklingen begonnen haben. Die Gewinne der börsennotierten Unternehmen haben im Durchschnitt einen Anstieg um 7% (auf Jahresbasis) verzeichnet und die „Management Guidance“ verweist auf eine Verbesserung der Größen.

Die Rallye des Dollars gegenüber dem Euro setzt sich seit sechs aufeinander folgenden Monaten fort und ist hinsichtlich der Dauer die zeitlich ausgedehnteste seit 2012. Allein während der letzten Woche weitete sie wiederum die Aufwertung des Dollar gegenüber der gemeinschaftlichen Währung um 1,2% aus. Der Euro ist inzwischen 1,32 Dollar wert, gegenüber 1,39 Dollar im Frühjahr 2014, und liegt damit nahe bei dem Jahrestiefstwert.

Fonds „wetten“ auf eine weitere Abwertung des Euro

Morgan Stanley prognostiziert ein Abrutschen des Euro auf Niveaus bei 1,20 Dollar, mit einem zeitlichen Horizont von 12 Monaten. Hedge Fonds und andere Investment-Fonds haben ihre Positionen zugunsten der amerikanischen Währung auf die höchsten Niveaus der beiden letzten Jahre aufgestockt. Laut den Angaben der „Commodity Futures Trading Commission“, auf die sich Bloomberg beruft, war am 19 August 2014 die Differenz bei der Anzahl der Positionen – „Wetten“ auf ein Absinken des Wertes des Euro im Vergleich zu jenen, die seinen Anstieg („Netto-Short“) sehen, 138.825 – gegenüber 126.017 am 12 August 2014.

Die „Citi“ wiederum bleibt bei ihrer Verkaufsempfehlung bezüglich des Kurses Euro – Dollar und hat Positionen zugunsten der amerikanischen Währung ab den Niveaus von 1,3731 und mit Ziel 1,2750 eröffnet.

(Quelle: Capital.gr, Autor: Ilias G. Mpellou)

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