Wie Griechenland zum IWF geschickt wurde

19. Juli 2014 / Aufrufe: 776

Laut einem geheimen Bericht wurde Griechenland infolge systematischer Manipulationen volkswirtschaftlicher Daten in die Arme des IWF getrieben.

Das Defizit des Jahres 2009, das den Weg des Eintritts Griechenlands in das Memorandum öffnete, war das Ergebnis einer systematischen Aufblähung der Daten, was eine Verzögerung des Haushaltsplans um ungefähr 14,7 Mrd. Euro zum Ergebnis hatte.

Die andauernden Änderungen der volkswirtschaftlichen Daten im letzten Quartal 2009 und die Neugestaltung des Nationalen Bruttosozialprodukts mittels wiederholter Korrekturen, die es um 23 Mrd. Euro reduzierten, trieben letztendlich das Defizit des Haushaltsplans auf 36,2 Mrd. Euro bzw. 15,8% des BIP hoch, gegenüber 14,4 Mrd. Euro bzw. 6,3% des BIP, wie von der damaligen Regierung der Nea Dimokratia veranschlagt worden war.

Defizite hätten ohne gewaltsame Angleichung gehandhabt werden können

Dies ist die zentrale Schlussfolgerung, die in einem heißen Geheimbericht enthalten ist, der von Amtsträgern der Zentralen Rechnungsstelle und der Griechischen Statistikbehörde erstellt worden ist. Wie „Real News“ enthüllt, betonen die Autoren des Berichts, dass seit Ende 2008, als dem Parlament der Haushaltsplan für das nächste Jahr vorgelegt wurde, bis Ende 2010, als die Bilanzdaten des Vorjahres zusammengetragen worden waren, die volkswirtschaftlichen Größen Griechenlands für das Jahr 2009 erhebliche Manipulationen erfuhren.

Laut dem Bericht war das Problem der „Lücken“ bei den öffentlichen Finanzen im Jahr 2009 sicherlich groß, inmitten der internationalen Umstände der wirtschaftlichen Krise, die diese Defizite in einem signifikanten Grad verstärkte. Jedoch wären sie im Rahmen einer strengen volkswirtschaftlichen Politik handhabbar gewesen, die nicht als Hauptcharakteristikum die gewaltsame Angleichung an Reformen gehabt hätte, die brutal das gesellschaftliche Gerüst und die Produktionsbasis des Landes trafen. „Es war nicht notwendig, dass die Troika und IWF kommen und auf Jahre das wirtschaftliche Leben Griechenlands kontrollieren.

Systematisch Dramatisierung der Situation

Das Thema der Manipulation der Daten für 2009, die Griechenland in die Memoranden der Troika führten, beschäftigte die griechische öffentliche Meinung seit der Machtübernahme der Regierung unter Giorgos Papandreou im Oktober 2009, da der damalige Finanzminister Giorgos Papakonstantinou in Zusammenarbeit mit den Stellen der Europäischen Union eine nie zuvor erfolgte Dramatisierung der Situation der öffentlichen Finanzen begann.

Im Dezember 2009, zwei Monate nach den Parlamentswahlen, hatte Premierminister Giorgos Papandreou um die Intervention des IWF gebeten, obwohl er eine solche Möglichkeit öffentlich kategorisch zurückwies. Das Thema enthüllte der ehemalige Präsident des IWF, Dominique Strauss-Kahn, der erklärte, „Herr Papandreou habe ihn angerufen und ihm gesagt, dass Griechenland einen Hilfsplan von dem IWF benötigen werde„. Dominique Strauss-Kahn verlangte von Georgios Papandreou, zuerst mit seinen europäischen Amtskollegen zu kommunizieren, damit er sicher ist, dass sie zustimmen, dass der IWF sich mit Griechenland befasst.

(Quelle: Voria.gr)

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