Mazda in Griechenland – Chronik, Probleme, Perspektiven

10. Juli 2014 / Aktualisiert: 24. August 2018 / Aufrufe: 648

Bis zur gerichtlichen Verhandlung des Insolvenzantrags des MAZDA- Repräsentanten ELMA bleibt die Zukunft der Marke in Griechenland ungeklärt.

Was „den Tag nach der ELMA“, also der Importgesellschaft der MAZDA-Fahrzeuge in Griechenland betrifft, die jüngst den Konkurs beantragte, ist die Landschaft noch trübe. Solange die gerichtliche Verhandlung des Insolvenzantrags der ELMA nicht geklärt ist, vermag niemand zu sagen, was geschehen wird.

Jedenfalls ist anzumerken wert, dass es vor Monaten viele Angebote für den Erwerb der griechischen Mazda-Vertretung gab, jedoch keins von diesen die finanziellen Forderungen der Firmenleitung deckte. Die japanische Marke mag keine Massen-Marke sein, ihre außerordentliche Produktpalette machen sie jedoch bei den inländischen (griechischen) Unternehmern, die in der Fahrzeugbranche aktiv sind, besonders attraktiv.

Die Chronik des Niedergangs

Die Probleme der Mazda (Hellas) auf dem griechischen Markt waren seit 2011, aber auch ab dem Moment sichtbar geworden, als die japanische Firma von der Ford mit dem Resultat „vom Haken gelassen“ zu werden begann, dass sie keine wettbewerbsfähigen Produkte für Europa und im weiteren Sinn Griechenland im Angebot hatte, wo man nach Fahrzeugen mit einem niedrigen Hubraum dürstete.

Mit einer Palette zwar ausgezeichneter, jedoch außerhalb der griechischen Realität liegender Produkte (hubraumstarke und energiehungrige Motoren, „Spezialfahrzeuge“) war der „Erdrutsch“ bei den Umsätzen eine Frage der Zeit, insbesondere ab dem Moment, wo die Hauptkonkurrenten und speziell die japanischen Hersteller bereits ihre Maßnahmen getroffen hatten. Dies brachte der Importfirma ELMA Probleme ein, und aus dem Ergebnis folgernd schien sie angesichts folgender Gründe das Handtuch geworfen zu haben:

  • Sie stellte die Promotion der Mazda völlig ein.
  • Sie schrumpfte die Gesellschaft personell.
  • Sie überließ das Vertriebsnetz seinem Schicksal.
  • Sie verschanzte sich in Introvertiertheit und brach die Brücken zum Ausland ab.

Ein Blick auf die Umsätze der Gesellschaft in den Jahren der Krise ist enthüllend: Gegenüber den 1.850 Neuzulassungen im Jahr 2010 erlitt die Mazda durch die Krise einen bösen Schlag und verlor im kommenden Jahr 75,7% ihrer Kräfte, da sie im Jahr 2011 gerade einmal 450 Fahrzeuge zuließ. Der Rückgang setzte sich auch in den folgenden Jahren fort, da ihre Verkäufe 2012 um die Hälfte zurückgingen (220 Einheiten), 2013 „hielt“ sie ihre Verkäufe (243 Einheiten), wogegen sie bis einschließlich Juni 2014 gerade einmal 25 Fahrzeuge zuließ und damit einen Marktanteil von 0,1% hatte!

Die möglichen Nachfolger

Wie in solchen Fällen üblich begannen folglich viele Gerüchte über „den Tag danach“ zu kursieren. Laut den Einschätzungen diesbezüglich angesprochener Marktfaktoren gilt es als eher unwahrscheinlich, dass die Muttergesellschaft in die Bresche springen wird (jedoch ist nicht auszuschließen, dass es zur Gründung einer kleinen Tochtergesellschaft kommen könnte, die einer südosteuropäischen ‚Region‘ angehören wird), sowie auch, dass die Firma „bereinigt“ von einer der interessierten griechischen Unternehmensgruppen übernommen werden wird.

Von Seite der interessierten (griechischen) Konzerne wird absolutes Stillschweigen gewahrt, da niemand sein Karten auf den Tisch legt, bevor nicht zuerst das Thema des gestellten Insolvenzantrags geklärt ist. In die Gleichung ist ebenfalls das Thema der STAKOR einzubeziehen, bei der die ALMA einer der Hauptaktionäre ist.

Nicht verifizierbaren Informationen zufolge soll jedenfalls angeblich der Konzern Theocharakis einen Vorsprung haben, um auch die Lücke zu füllen, die sich aus der Beendigung des Chevrolet-Geschäfts öffnet. Dies verlautet natürlich seit geraumer Zeit, jüngst jedoch intensiver. Informationen der Zeitung „Ethnos“ zufolge soll der „Deal“ sogar „stehen“, falls dem Insolvenzantrag stattgegeben werden wird.

Im Rennen befindet sich natürlich auch der Konzern Vasilakis in einem Versuch, die Lücke zu füllen, die wegen der SAAB entstanden ist … . Und das war es dann aber auch schon. Kein anderer Unternehmer scheint bereit zu sein, in eine Firma mit niedrigen Volumina und „schwierigen“ Fahrzeugen zu investieren, die sich obendrein praktisch seit 4 Jahren außerhalb des Marktes befindet.

Absturz der Umsätze der ELMA auf 13 Mio. € im Jahr 2012

Laut der letzten veröffentlichten Bilanz für das Jahr 2012 hatte der Konzern der ELMA Umsätze von 13 Mio. Euro (gegenüber 40 Mio. Euro im Jahr 2011), Verluste von 23 Mio. Euro, ein negatives Eigenkapital von 30 Mio. Euro und eine kurzfristige Verschuldung bei den Banken von 116 Mio. Euro. Die Verbindlichkeiten der Gesellschaft an die Beschäftigten belaufen sich auf 5 Mio. Euro.

Mazda Europe – Garant der Fahrzeugbesitzer

Unabhängig von dem gerichtlichen Ausgang des Insolvenzantrags der ELMA ist die Mazda Europe – wie außerdem geschuldet – der „Garant“ für einen ausreichenden Vorrat an Ersatzteilen für ihre Fahrzeuge, die auf dem griechischen Staatsgebiet verkauft wurden, während die (wenn und sofern) gegründete Nachfolgergesellschaft wie auch immer geartete Engpässe lösen wird. Das selbe gilt auch für die Garantien, obwohl das Volumen der Verkäufe der beiden letzten Jahre dermaßen gering ist, dass es dem Hersteller hinsichtlich der wie auch immer gearteten Deckungen keine Probleme bereiten dürfte.

(Quelle: Ethnos, Autor: Nikos Mertekis)

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