Immobiliensteuer in Griechenland hängt in der Luft

6. Juli 2014 / Aktualisiert: 02. Oktober 2017 / Aufrufe: 1.026

Dem Finanzministerium in Griechenland droht die Planung bezüglich der Beitreibung der neuen Einheitlichen Immobilienbesitzsteuer um die Ohren zu fliegen.

Infolge des Unvermögens zur Ausstellung der Steuerbescheide, die ab dem 18 Juni 2014 zu vollenden gewesen wäre, droht die gesamte Planung bezüglich der Beitreibung der sogenannten Einheitlichen Immobilienbesitzsteuer (ENFIA) gesprengt zu werden.

Ein Problem gibt es auch mit der endgültigen Abrechnung der Einkommensteuererklärungen ungefähr 60.000 Steuerpflichtiger, die aufgefordert wurden, dem Finanzamt Unterlagen beizubringen. Zur selben Zeit veranstalten nach der Verlängerung der Abgabefrist für die Einkommensteuererklärungen die Steuerpflichtigen einen neuen … Abgabestopp mit dem Ergebnis, dass innerhalb von zwei Wochen 1,4 Mio. Erklärungen eingereicht werden müssen.

Lückenhafte Datenbestände verzögern Feststellung der ENFIA

Das Problem bei der rechtzeitigen Ausstellung der Bescheide zur ENFIA ist wegen diverser Lücken aufgetreten, die im Datenbestand der Datenbank des Finanzministeriums festgestellt wurden. Spezieller wurde festgestellt, dass in den Formularen der Immobiliendeklarationen (E9) älterer Fiskaljahre keine Vorsehung für die Eingabe bestimmter Angaben getroffen worden waren, die für die korrekte Bestimmung der neuen Steuer auf Gebäude benötigt werden, wie beispielsweise das Jahrs der Errichtung, auf dessen Basis das Alter der jeweiligen Immobilie bestimmt wird.

Um diese konkrete „Klippe“ zu überwinden, ist beschlossen worden, dass höchstwahrscheinlich noch in der laufenden Woche ein Ministerialbeschluss ergehen wird, mit dem die fehlenden Daten für die Bestimmung der neuen Steuer mittels konkreter „Annahmen“ zu ergänzen versucht werden sollen.

Es sei angemerkt, dass gemäß der ursprünglichen Planung des Finanzministeriums die Feststellung der Immobiliensteuer bis zum 18 Juni 2014 zu vollenden gewesen wäre, damit die Steuerpflichtigen Zeit erhalten, die erste der (maximal) sechs Monatsraten bis Ende Juli 2014 zu entrichten. Wegen der Verzögerungen wird die Feststellung der ENFIA nunmehr voraussichtlich erst gegen Mitte des laufenden Monats abgeschlossen werden, was zum Ergebnis haben wird, dass 5,5 Mio. Immobilieneigentümer mit dem Erhalt der elektronischen Benachrichtigungen über die Feststellung ENFIA umgehend zu den Banken eilen müssen, um die erste fristgerecht Rate zu bezahlen.

Die neue Immobiliensteuer soll bis Ende 2014 wenigstens 2,65 Mrd. Euro in die öffentlichen Kassen bringen, obwohl im Finanzministerium nicht ausgeschlossen wird, dass die Einnahmen letztendlich sehr viel höher sein werden. Wie es charakteristisch verlautet, ist der bei der Planung der als Veranlagungsbasis herangezogene „objektbezogen bestimmte Wert“ (sprich Einheitswert) des Immobilienvermögens der Griechen unterbewertet worden.

Schleppende Abgabe der Einkommensteuererklärungen

An der Front der Einkommensteuer wiederum begegnen 50.000 – 60.000 Steuerpflichtige Problemen, da sie trotz des Umstands, zu einer Überprüfung der Unterlagen aufgefordert worden zu sein und diese bereits beigebracht haben, keinen Steuerbescheid erhalten können, weil das System (bzw. die entsprechende Anwendung) immer noch nicht „geöffnet“ worden ist und die Steuerbeamten nicht in der Lage sind, die Korrektheit der Unterlagen zu bescheinigen.

Nachdenklichkeit verursacht bei der Steuerverwaltung außerdem der langsame Rhythmus der Einreichung der Steuererklärungen, da nach Verlängerung der Abgabefrist bis zum 14 Juli 2014 eine … Unwilligkeit zur Ausfüllung (der Erklärungen) beobachtet wird. Detaillierter wurden täglich ungefähr 200.000 Steuerklärungen in das System eingegeben. Am Freitag, dem 27 Juni 2014, an dem schließlich die Nachfrist bekannt gegeben wurde, gingen 160.000, am folgenden Samstag 67.000 und am Sonntag 45.000 Erklärungen ein. Somit sind innerhalb von 14 Tagen mehr als 1,5 Mio. (aktuelleren Pressemeldungen zufolge innerhalb von 10 Tagen immerhin noch über 1,2 Mio.) Steuererklärungen einzureichen.

Von Seite des Finanzministeriums wird jedenfalls signalisiert, dass es auf keinen Fall eine zweite Nachfrist geben wird, da die erste der (maximal) 3 Zweimonatsraten bis Ende Juli 2014 zu entrichten ist.

(Quelle: Imerisia)

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