Griechenland verliert jedes Jahr 16,5 Mrd aus Exporten

17. Juni 2014 / Aufrufe: 960

Laut einer Studie der ECFIN entgehen Griechenland jährlich 16,5 Milliarden Euro aus theoretisch möglichen, jedoch nicht erfolgenden Exporten.

Griechenland könnte jährlich um 16,5 Mrd. Euro höhere Exporte tätigen, wenn es rechtzeitig zu all jenen Reformen geschritten wäre, welche das Exportverfahren erleichtern.

Die griechischen Exporte von Produkten und Dienstleistungen, die 2013 insgesamt 50,3 Mrd. Euro erreichten, könnten also theoretisch über 66 Mrd. Euro betragen und maßgeblich zur schnelleren Erholung der griechischen Wirtschaft beitragen.

Studie der ECFIN

Zu dieser Schlussfolgerung gelangt eine Studie der Generaldirektion Wirtschaft und Finanzen (ECFIN) der Europäischen Kommission mit dem Titel „Das Rätsel der verlorenen griechischen Exporte“. Genau die auf das Jahrzehnt 1990 zurückgehenden strukturellen Probleme der griechischen Exporte sind es, die ihren signifikanten Aufschwung verhinderten, trotz der Senkung der nominalen Lohnstückkosten um 13,3% in der Periode 2009 – 2013. Letztere Feststellung wird noch deutlicher, wenn die Ergebnisse Griechenlands bei den Exporten in der Periode 2008 – 2013 mit denen anderer europäischer Länder verglichen werden, die Programme zur volkswirtschaftlichen Konsolidierung umsetzten. Griechenlands Exporte stiegen im Vergleich zu denen Irlands, Portugals, Spaniens und Lettlands seit 2009 nur sehr gering an.

Laut der Studie sind die Perspektiven der griechischen Exporte riesig, da Griechenland 16% der internationalen Handelsflotte kontrolliert, es sich in der Nähe einer der meistbefahrenen Handelsschifffahrtsrouten, nämlich des Suez-Kanals und des Mittelmeers befindet und einen Knotenpunkt zwischen drei Kontinenten darstellt, welcher Umstand es faktisch zu einem natürlichen Tor für den Handel zwischen Asien und Zentraleuropa macht. Zu den vergleichsweisen Vorteilen zählt die Tatsache, dass es ein Mitglied der EU darstellt, der reichsten für den Handel freien Region der Welt. Jedoch realisiert es 1/3 weniger Exporte im Vergleich zu denen, die es unter Berücksichtigung des griechischen BIP, seiner geographischen Lage und seiner Handelspartner tätigen könnte, und liegt infolgedessen gerade einmal auf Platz 31 unter 39 Mitgliedstaaten der EU und der OECD, die in der Studie untersucht werden.

Handelsbilanz

Der Rückstand der griechischen Exporte stellt kein neues oder umstandsbedingtes Phänomen dar, da das Land eine lange „Tradition“ bei Defiziten der Handelsbilanz hat. Zwischen 1995 und Ende des Jahrzehnts 2000 bewegte sich das Defizit der Handelsbilanz bei 10% des BIP und erreichte 2008 mit 14,5% des BIP seinen Höchststand. Seitdem sinkt es, diese Entwicklung ist jedoch mehr ein Ergebnis der drastischen Schrumpfung der Importe und weniger eines Anstiegs der Exporte.

In dem Bericht wird die Frage aufgeworfen, ob die Politiken der Stützung der Exporte sich auf die Zweige, in denen Griechenland einen Wettbewerbsvorteil hat (Seefahrt, Tourismus und Landwirtschaft), oder auf jene – wie beispielsweise die Verarbeitung – konzentrieren müssen, in denen es zurückliegt. Zusätzlich muss der Staat die Institutionen ausfindig machen, die zu verstärken sind, und die Reformen, die noch zu erfolgen haben. Natürlich erkennt der Bericht an, dass die Änderungen und ihre positiven Auswirkungen sichtbarer werden, wenn die Wirtschaft sich stabilisieren und der Zugang der Unternehmen zur Finanzierung leichter werden wird.

(Quelle: Kathimerini)

Rückgang der Exporte im April 2014 um 12,4%

Einen Rückgang um 7% auf 3.639,0 Mrd. Euro zeigte der Gesamtwert der Importe – Eingänge im Monat April 2014, gegenüber 3.930,0 Mrd. Euro im entsprechenden Monat des Jahres 2013. Laut der ELSTAT zeigte entsprechend die Änderung ohne die Mineralölprodukte einen Rückgang um 4%. Der Gesamtwert der Importe – Eingänge während der 12 Monate Mai 2013 – April 2014 zeigte einen Rückgang um 3,7% im Vergleich zu dem entsprechen Zeitraum Mai 2012 – April 2013.

Der Gesamtwert der Exporte – Entsendungen im Monat April 2014 erreichte den Betrag von 2.019,5 Mrd. Euro, gegenüber 2.552,8 Mrd. Euro im entsprechenden Monat des Jahres 2013, und zeigte damit einen Rückgang um 20,9%. Ohne die Mineralölprodukte zeigte die Änderung entsprechend einen Rückgang um 12,4%. Der Gesamtwert der Exporte – Entsendungen während der zwölf Monate Mai 2013 – April 2014 zeigte einen Rückgang um 5.3% im Vergleich zu dem entsprechenden Zeitraum Mai 2012 – April 2013.

Die Monatsdaten der innergemeinschaftlichen Geschäfte sind an die Gesamtheit der innergemeinschaftlichen Geschäfte angeglichen worden, einschließlich der Geschäftsvorgänge unterhalb der Schwelle auf Basis der von den Unternehmen an das Finanzministerium eingereichten zusammenfassenden Aufstellungen innergemeinschaftlicher Lieferungen und Einkäufe. Entsprechend wurden in die monatlichen Daten des Handels mit Drittländern auch die vorläufigen Daten der „unvollständigen Zollklarstellungen“ integriert, die nach ihrer Vervollständigung durch die entsprechenden endgültigen Daten ersetzt werden.

(Quelle: Voria.gr)

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