Griechenland als Investitions-Eldorado für Ausländer

15. Juni 2014 / Aktualisiert: 13. März 2016 / Aufrufe: 907

Trotz des gegenteiligen Eindrucks nehmen die direkten ausländischen Investitionen in Griechenland während der letzten drei Jahre Schritt für Schritt zu.

Die Aufmerksamkeit mag auf die großen Privatisierungen gerichtet sein, jedoch werden kontinuierlich kleine, nicht immer imposante Positionierungen verzeichnet. Dies geht sowohl aus den offiziellen Daten als auch aus dem Lauf der Entwicklungen hervor.

Der Star der Hedgefonds, John Paulson, bestätigte sein Interesse an den griechischen Banken, der Investment-Guru Mark Möbius hat erklärt, in Griechenland nach Gelegenheiten zu suchen, während der Regent der Fairfax Financial, Prem Watsa, einschätzte, Griechenland werde zu einem El Dorado für Investitionen werden.

Wer in Banken und Immobilien investiert

Es ist bezeichnend, dass sich an den letzten Kapitalerhöhungen der Banken Auslandsfonds aus der Golfregion und Nordeuropa und dutzende mit Häusern und Fonds in Verbindung stehende Private Equities beteiligten, darunter Fortress, Baupost Group, Paulsοn & Co., Sal Oppenheimer, Rockefeller & Co. und Capital Group, aber auch Third Point, York Capital und Soros Fund Management.

Groß ist natürlich auch das an dem griechischen Immobilienmarkt bezeugte Investitionsinteresse. An dieser Front sticht die kanadische Fairfax Financial Holding hervor, die sich in das Aktienkapital der Eurobank Properties eingekauft hat. Ebenfalls trat die Fairfax als strategischer Investor bei dem Mitilineos-Konzern und als Vorzugsinvestor in die Europank ein. Die Fairfax Financial Holdings stellt einen großen internationalen und langfristigen Kapitalverwalter mit Sitz in Kanada dar, der Kapital in einer Größenordnung von 32 Milliarden handhabt. Eine andere Investition auf dem Real Estate Sektor ist jene in Kassiopi auf Korfu durch die NCH Capital.

Sein Investitionsinteresse auf Griechenland gerichtet hat auch der jüdischstämmige Seth Klarman, Gründer der Baupost Group L.L.C., und signifikante Positionen in griechischen Aktien aufgebaut. In der griechischen Realität ist ebenfalls der türkische Konzern Dogus aktiv, der abgesehenen von seiner Kooperation mit der Lamda, mittels der er 50% der Marina in Flisvo erwarb, 51% der Aktien der griechischen Gesellschaft „Med Marinas“ des Kyriakoulis-Konzerns aufkaufte. Hinter den in Rede stehenden Zügen steckt der unternehmerische Genius des 49-jährigen Ferit Sahenk, der Gerüchten zufolge auch hinsichtlich weiterer Investitionen mit Griechenland liebäugelt.

Den Part der Investitionen betreffend wird auch die Rolle der chinesischen Fosun Group wesentlich sein, die einen strategischen Investor in der Folli Follie Group darstellt und ebenfalls in das Aktienkapital anderer griechischer Gesellschaften investiert hat.

Der dynamische Dan Loeb und die … Third Point

Eine vorherrschende Position im Immobilienwesen, dem Tourismus und anschließend auch im Energiewesen strebt – und zwar sogar auf dynamische Weise – Dan Loeb mit dem von ihm gegründeten Hedgefonds Third Point an. Der Third Point Hellenic Recovery Fund mit einem Portefeuille von 750 Mio. Euro hat konkrete Ziele in Griechenland.

Der Fonds des amerikanischen Investors hat Aktien des OPAP (Träger für Glücks-, Lotterie- und Wettspiele) erworben und wendet sein Interesse den staatlichen Papieren zu, und zwar hauptsächlich denen der unter Privatisierung stehenden Gesellschaften wie DEI (öffentliche Elektrizitätsgesellschaft), ELPE (Hellenic Oil), EYATH (Wasserwerke Thessaloniki) und EYDAP (Wasserwerke Athen – Piräus). Auf dem privaten Sektor spricht er sein Vertrauen den von Gewinnen und Extravertiertheit gekennzeichneten griechischen Gesellschaften aus, zu denen Motor Oil, Folli Follie, Thrace Plastics, Plastika Kritis und Flexopac zählen. Untersucht werden auch die Industriebetriebe Viohalco und Titan.

Paulson liebäugelt mit den griechischen Banken

Vor zwei Jahren setzte er auf den Bankrott Griechenlands, jetzt erklärt er sich als Aufkäufer griechischer Banken. Die Rede ist von dem international bekannten John Paulson, der die Einschätzung über einen baldigen Aufschwung Griechenlands zum Ausdruck brachte. Der Gründer des Fonds Paulson & Co bestätigte, dass der Fonds Paulson & Co signifikante Anteile an den Banken besitzt.

Die heute von Paulson zum Ausdruck gebrachten Ansichten erinnern in nichts an jene, die er vor eineinhalb Jahren äußerte, als er im Gespräch mit Bloomberg gesagt hatte, Griechenland werde bis Ende März 2012 bankrott gehen und dabei sogar die Auflösung der Eurozone verursachen. Damals meinte er, „der griechische Bankrott wird für das System ein größerer Schock als sogar die Pleite der Lehman Brothers sein, der die Schrumpfung der Weltwirtschaft und der Märkte verursachen wird„.

Die Multis setzen auf Griechenland

Verschiedene multinationale Konzerne wählen Griechenland für ihre Logistik. Beispielhaft sind die Fälle der GlaxoSmithKline, die ihre lokale Produktion steigert, der Kraft Foods, die ihrem Personal in diesem Jahr Lohnerhöhungen zahlte, aber auch der Hewlett-Packard, die im vergangenen Jahr die bekannte Vereinbarung mit der TRAINOSE und der COSCO unterzeichnete.

Charakteristisch ist auch die Aktivität der Henkel, die eine zusätzliche Produktion nach Griechenland zu verlegen beschloss. Der Pharmakonzern Novartis wiederum brachte seine Tochtergesellschaft für Generika (Sandoz) ins Land. Unter dem Strich gilt auch die Investition der Eldorado Gold auf Chalkidiki als ein weiterer Top-Zug für die Wirtschaft Griechenlands.

Die Initiative des führenden internationalen aktiven Pharmaunternehmens GlaxoSmithKline (GSK), in Griechenland zu investieren, zeigt praktisch das Vertrauen der Gesellschaft in das Land auf. In diesem Rahmen übernimmt die FAMAR den höchst anspruchsvollen und komplexen Verpackungsprozess (secondary packaging) für – abgesehen von Panadol, das bereits im Land verpackt wird – weitere vier Produkte, und zwar konkret iQuitin Lozenge, NiQuitin Patch, Breathe Right und Alvedon.

Das starke Blatt der Araber

Die Zielsetzungen der Araber bezüglich der griechischen Wirtschaft sind seit geraumer Zeit mehr oder weniger bekannt. Immobilien, Energie, Tourismus, Lebensmittel, Agrarprodukte und hauptsächlich Lufttransporte stellen für sie die grundsätzlichen Anziehungspunkte dar. Die Regierung der Emirate strebt die Erhaltung der wirtschaftlichen Stabilität in der Region und die Bewältigung der Krise durch eine Kooperation an, die beiden Seiten Gewinne einbringen wird.

(Quelle: sofokleous10.gr)

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