37 Jahre Gefängnis für Parteiführer der Ökologen in Griechenland

27. Juni 2014 / Aufrufe: 650

Der Vorsitzende der Partei der Ökologen in Griechenland wurde wegen wiederrechtlicher Beanspruchung öffentlichen Bodens zu 37 Jahren Haft verurteilt.

Eine schwere Verurteilung zu einer Haftstrafe von insgesamt 37 Jahren und 6 Monaten verhängte die dreiköpfige Strafkammer des Berufungsgerichts gegen den – der Verhandlung ferngebliebenen – Parteiführer der „Griechischen Ökologen“, Dimosthenis Vergi, wegen einer Sache widerrechtlicher Aneignung von 452.000 qm öffentlichen Bodens in der Nähe des Marathon-Sees in Attika.

Weiter verhängte das Gericht gegen Herrn Vergi, der gemäß dem Urteil festzunehmen und in Haft einzuweisen ist, eine Geldstrafe in Höhe von 150.000 Euro, wobei es ihm den mildernden Zustand des bisherigen ehrbaren Lebenswandels zuerkannte.

Beanspruchung von Forstgebieten auf Basis unwahrer Berichte

Für schuldig befundene Mitangeklagte des Dimosthenis Vergi in der Sache der widerrechtlichen Aneignung waren der ehemalige Revierförster in Pentelis, Nikolaos Papakostas, und eine weitere Person, von denen Ersterer zu 14 Jahren Haft und einer Geldstrafe von 5.000 Euro und Letzterer zu 10 Jahren und einer Geldstrafe von 3.000 Euro verurteilt wurden. Das Gericht befand für beide, dass ihnen eine Aussetzung der Verbüßung ihrer Strafe zu gewähren sei. In der selben Sache waren noch zwei weitere Personen angeklagt, die von dem Gericht für unschuldig befunden wurden.

Gemäß der Klageschrift scheint Dimosthenis Vergi für eigene und Rechnung seiner politischen Partei den strittigen öffentlichen Boden beansprucht zu haben, der sich auf Immobilien mit einer Gesamtfläche von 452.000 qm bei Agios Stefanos in Attika im Wert von über 8 Millionen Euro bezog. Gemäß der Anklage waren es Wald- oder aufzuforstende Flächen und gehörten dem griechischen Staat oder – einige von diesen – den Wasserwerken Athen / Piräus (EYDAP).

Laut dem gegen den verurteilten Vorsitzenden der „Griechischen Ökologen“ eingeleiteten Strafverfahren erhob er „Eigentumsansprüche“ bezüglich der strittigen Immobilien, die mittels Fälschungen als Nicht-Forstgebiete erschienen. Seine von dem Gericht verurteilten Mitangeklagten werden unter anderem beschuldigt, Berichte aufgesetzt zu haben, welche der Protagonist der Sache im Jahr 1999 in einer Klage gegen des Fiskus verwendete, mit der er 42.800 qm von dem strittigen Areal beanspruchte.

(Quelle: Kathimerini)

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  1. Petroulla
    27. Juni 2014, 18:53 | #1

    In Ordnung, wenn derartige Delikte verfolgt und bestraft werden, auch wenn ich die Einzelheiten nicht kenne. Aber 37 Jahre… ich weiß nicht. Der ehemalige Bürgermeister meines Wohnortes hat Gemeindeland an Privatpersonen verkauft und den Erlös in die eigene Tasche gesteckt. Und der brauchte nichtmal in Gefängnis. Wurde zur Bewährung ausgesetzt. Aber auch da kommt es wohl wieder nur auf Stellung und Verbindungen an. Gerechtigkeit hat keinen großen Stellenwert.

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