Griechenland zieht keine reichen Touristen an

13. Mai 2014 / Aufrufe: 2.025

Griechenland mag bei den Ankunftszahlen ausländischer Touristen Rekordzahlen verzeichnen, was sich jedoch nicht bei den Pro-Kopf-Ausgaben reflektiert.

Trotz der für die diesjährige Saison sichtbaren Anzeichen des Aufschwungs bewegen sich die durchschnittlichen Ausgaben der ausländischen Touristen in Griechenland pro Reise auf niedrigen Niveaus. Einige der grundsätzlichen Nachteile des Reiseziels Griechenland, das nicht mehr reiche Touristen anzieht, sind das Fehlen komplexer luxuriöser Touristenunterkünfte, großer Kongresszentren in den urbanen Zentren, von noch mehr Home-Ports für die Kreuzfahrten, Yachthäfen usw. – und dies trotz der Tatsache, dass Griechenland im vergangenen Jahr einen Rekord bei den Gesamtankünften ausländischer Touristen und touristischen Einnahmen von entsprechend 20,1 Mio. und 12,2 Mrd. Euro erzielte.

Kreuzfahrtteilnehmer lassen am wenigsten Geld im Land

2013 betrugen die durchschnittlichen Ausgaben der ausländischen Touristen 604,2 Euro pro Reise und zeigten einen Rückgang um 1,9%. Zu dieser Entwicklung trug zu einem gewissen Grad das niedrige wirtschaftliche Ergebnis der Kreuzfahrttouristen bei, da ihre durchschnittlichen Ausgaben – die in ihrer Gesamtheit in die Daten für 2013 integriert wurden – sich auf 203,1 Euro belaufen. Das meiste Geld auf jeder ihrer Reise in unser Land geben Kanadier (1.388 Euro), Australier (1.369 Euro), Amerikaner (1.218 Euro), Russen (989 Euro), Schweizer (961 Euro) und Österreicher (898 Euro) aus.

Pro-Kopf-Ausgaben ausländischer Touristen in Griechenland 2013 je Reise

Kanadier 1.388 €
Australier 1.369 €
Amerikaner 1.218 €
Russen 989 €
Schweizer 961 €
Österreicher 898 €
Kreuzfahrtteilnehmer 203 €

(Quelle der Daten: Griechische Bank)

Die höchsten durchschnittlichen Ausgaben pro Reise ausländischer Touristen unter den direkt mit Griechenland konkurrierenden Reisezielen erreicht Spanien. 2013 gestalteten sich die durchschnittlichen Ausgaben auf 976 Euro pro Reise und zeigten einen Anstieg um 3,7%. Auf hohem Niveau bei 1.000 Euro verblieben die durchschnittlichen Ausgaben auch für den Zeitraum Januar – März 2014 und zeigten im Vergleich zu dem selben Vorjahreszeitraum 2013 einen minimalen Anstieg. Im Vergleich zu dem griechischen Reiseziel ebenfalls auf höheren Niveaus gestalten sich die durchschnittlichen Ausgaben der Ausländer auf Zypern und erreichen gemäß den Daten für das vergangene Jahr etwas 860 Euro. Nur in der Türkei bewegen sich die durchschnittlichen Ausgaben der ausländischen Touristen pro Reise auf Jahresbasis im Verhältnis zu Griechenland auf niedrigeren Niveaus, da sie sich für 2013 auf etwas 535 Euro gestalteten. Für das erste Quartal 2014 erreichten die durchschnittlichen Ausgaben der Ausländer im Nachbarland 628 Euro.

Anstieg der Ausgaben wegen steigender Hotelpreise

Wie die Angaben von Trivaga zeigen, werden jedenfalls die Touristen in diesem Jahr mehr Geld für ihren Aufenthalt an populären griechischen Reisezielen ausgeben und die Reiseeinnahmen des Landes verstärken. Dies ergibt sich aus der Erholung der Hotelpreise nach dem großen Rückgang der vergangenen Jahre. Spezieller wird der größte Anstieg um ungefähr 53% für den Mai 2014 in Firostefani auf Santorin beobachtet, wo der durchschnittliche Online-Preis je Übernachtung in einem Doppelzimmer sich auf 199 Euro gestaltete, gegenüber 130 Euro im selben Monat des Jahres 2013. Auf dem zweiten Platz folgt Imerovigli, das mit einem Anstieg um 49% bei 283 Euro liegt, auf dem dritten Platz Fira mit einem Anstieg um 46% (158 Euro) und auf dem vierten Platz Chania mit einem Anstieg um 32% (82 Euro).

Derweilen wurden jüngst bei einer von der Griechischen Hotelkammer und der deutschen Botschaft durchgeführten Veranstaltung die Wachstumsaussichten und Investitionsmöglichkeiten analysiert, die Griechenland im Tourismus bietet. Ihre Einschätzung bezüglich einer Zunahme des Tourismus in diesem Jahr brachte die Tourismus-Ministerin Olga Kefalogianni zu Ausdruck, während der deutsche Botschafter Dr. Peter Schoof anmerkte, Griechenland habe viel mehr als nur Sonne und Meer zu bieten.

Der Präsident der Hotelkammer, Giorgos Tsakiris, führte an, der Tourismus zeige in Griechenland seit 2000 bis einschließlich 2012, das Maximum der indirekten touristischen Einnahmen zu erreichen, also 10 Mrd. Euro, und betonte, dass dieses gefestigte Ergebnis seit 2013 weiter steigt und fast 12 Mrd. erreicht, während für 2014 Erwartungen auf noch höhere Ergebnisse gehegt werden.

(Quelle: Kathimerini)

Relevante Beiträge:

  1. Elke
    13. Mai 2014, 18:47 | #1

    Hier wird wohl auch zensiert, was man nicht lesen möchte! Deshalb werden wir trotzdem keinen Urlaub mehr in GR machen.

    • Team
      13. Mai 2014, 20:23 | #2

      @Elke
      Na ja, ist vielleicht auch ganz gut so … . Im übrigen sind Reisestreitigkeiten ein Thema zwischen Veranstalter und Kunden: was sollen also solche (obendrein auf ein 10 Jahre zurückliegendes Ereignis bezogene) „Kommentare“ auf einem News-Blog?

  2. Norbert
    30. Mai 2014, 03:28 | #3

    Seltsame Zahlen. 1978 Kam ich mit 400 Dmark 4 Wochen aus. OK, alleine. Heute verplemper ich mit 4 köpfiger Familie 4000 Euro in 4 Wochen. Mag zum größten Teil an den unersättlichen Fluggesellschaften liegen aber so niedrige Ausgaben kenne ich nicht, ausser ich hab einen Mietwagen und fahre zum Essen in die Berge, was aber dann wg. Mietwagen auch nicht billiger wird. Und all inclusive kommt mir nicht in die Tüte. Wohne und esse privat, Hotels gehen für uns garnicht. Deutsch, bin so geboren, kann ich auch nichts für.

Kommentare sind geschlossen