Griechenland macht Rückzieher bei Besteuerung ausländischer Investoren

19. Mai 2014 / Aufrufe: 626

Der hirnverbrannte Beschluss des Finanzministeriums in Griechenland, ausländische Investoren zur Kasse zu bitten, erwies sich als fatales Eigentor.

Die idiotische Idee des griechischen Finanzministeriums, ausländische Investoren gegebenenfalls zur nachträglichen Versteuerung der Spekulationsgewinne aus dem Handel mit griechischen Staatsanleihen in Griechenland zu verpflichten, hat zu einem beachtlichen Anstieg der „Spreads“ geführt.

Obwohl der strittige Ministerialbeschluss inzwischen (konkret am Donnerstagabend – 15 Mai 2014)  zurückgenommen wurde, setzte die Unruhe auf den Anleihemärkten sich auch am vergangenen Freitag (16 Mai 2014) fort.

„Uns laust der Affe …“

Ihr besteuert uns? Uns laust der Affe!“ Auf diese Weise reagierten die ausländischen Investoren, die während der vergangenen 12 Monate „säckeweise“ griechische Anleihen kauften, und zwar im Rahmen der Ausgaben von Schatzbriefen, der ersten „normalen“ Emission des griechischen Fiskus, aber auch des Sekundärmarkts, wo sie praktisch alles „mitnahmen“, was verfügbar war.

Als jedoch neulich festgestellt wurde, dass auf Basis eines Memorandums-Gesetzes, für dessen Umsetzung die Stunde gekommen war, auch eine zusätzliche Abgabe zu entrichten war, begann auf dem Markt eine unglaubliche Abstoßung von Titeln, die den Spread der 10-jährigen Anleihe um ungefähr 100 Punkte höher und den Finanzstab (der griechischen Regierung) in die Verzweiflung trieb.

Ergänzend sei angemerkt, dass Griechenland mit einem – sich aus den mit dem „Memorandum“ eingegangen Verpflichtungen ableitenden –  Gesetz aus dem Jahr 2012 auf in dem Zeitraum 29 Februar 2012 – 31 Dezember 2014 aus griechischen Anleihen erzielten Gewinne eine Steuer von 20% für natürliche Personen und 33% für juristische Personen unter der Voraussetzung auferlegte, dass beide Investoren-Kategorien keinen Sitz in Griechenland haben.

Sogar die Regierungszentrale (Megaro Maximou) wollte erfahren, was genau in diesem Fall los ist, während man sich im Finanzministerium – praktisch von Panik beherrscht – sputete, die Maßnahme zu widerrufen. Der Schaden war jedoch bereits angerichtet. Die Verkaufsanweisungen setzten sich auch am Freitagmorgen (16 Mai 2014) fort, was zum Resultat hatte, dass die Nervosität in den „roten“ schnellte. Erst gegen Mittag begannen die Gemüter sich wieder einigermaßen zu beruhigen.

Welche die sich aus all dem Vorstehenden ergebende Schlussfolgerung ist? Unabhängig von dem bisher an allen Fronten erfolgten Fortschritt reicht ein einziger Fehler, ein Detaille aus, um alles in die Luft zu jagen. Und es scheint, dass daraus die Regierung – einschließlich des Premierministeramts – eine nachhaltige Lehre gezogen hat.

(Quelle: Voria.gr, Dikaiologitika.gr)

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