Griechenland: Investitionen sollen Tourismus zum Abheben bringen

20. Mai 2014 / Aktualisiert: 02. Oktober 2017 / Aufrufe: 1.966

Geplante Investitionen von über 5 Milliarden Euro sollen in Griechenland die touristischen Infrastrukturen verbessern und den qualitativen Tourismus steigern.

Auf dem touristischen Real Estate Sektor wird mit einer Explosion der Investitionen gerechnet, die Griechenland umgestalten und den Weg zum Empfang von mehr als 20 Millionen Touristen in den kommenden Jahren öffnen wird. Die Pläne griechischer und ausländischer Investoren, die sich in der Realisierung befinden oder demnächst Anlaufen sollen, werden die Gegebenheiten in Griechenland verändern, da erwartet wird, dass sie den qualitativen Tourismus steigern werden, der nach besseren Infrastrukturen verlangt.

Griechenland hat die Gelegenheit, dem Tourismus des Schemas „rooms to let“ zu entkommen und Millionen ausländische Besucher anzuziehen, die derzeit besser organisierte touristische Ziele bevorzugen. Luxuriöse 7-Sterne-Hotels, Ressorts und komplexe touristische Anlagen, sündhaft teure Villen, Marinas für den Empfang riesiger Yachten, Golfplätze, Konferenzräume, Wellness-Einrichtungen usw. werden den Umbruch im Tourismus und auf dem Immobiliensektor bringen und die touristische Infrastruktur des Landes erneuern.

Vorhaben auf Inseln, Peloponnes und Chalkidiki

Das größte der Projekte bezieht sich natürlich – auch wenn es sich um eine urbane Sanierung handelt – auf die Umgestaltung des Areals „Elliniko“ in eine neue Stadt. Laut den Studien wird jedoch erwartet, dass die Einrichtungen, deren Schaffung geplant ist, jährlich eine Million Touristen mehr in die Landeshauptstadt Athen bringen werden. Zusammen mit dem „Ellinikou“ wird die Sanierung der „Küstenfront“ – von Faliro bis Sounio – und die Verwertung von Flächen zur Entwicklung touristischer Wohnungen oder Hotels mit Blick auf den Saronischen Golf von riesigem Interesse sein.

Die signifikantesten touristischen Vorhaben werden jedoch auf den Inseln des Ionischen Meers, der Ägäis, auf der Peloponnes und auf Chalkidiki geplant, wo in den nächsten Jahren mit einem „Sturm“ von Investitionen gerechnet wird.

Was die Investoren betrifft, die in den kommenden Jahren in Griechenland mehr als 5 Mrd. Euro anlegen werden? Es handelt sich um Griechen, Chinesen, Russen, Amerikaner, Engländer und verschiedene Funds, die sehen, dass die touristischen Infrastrukturen in Griechenland in den kommenden Jahren ungeheure Gewinne bringen werden. Außerdem werden 2014 mehr als 18,5 Mio. Touristen erwartet, während in den Prognosen für die kommenden Jahre von einem „Bruch“ der „Schallmauer“ der 20 Millionen Besucher und von 28 Mio. Touristen ab 2018 und nachfolgend die Rede ist. Die signifikantesten Investitionen, die sich in den Schubladen oder noch im Modell befinden, jedoch viele Aussichten auf eine Realisierungen in den kommen Jahren haben, sind:

In der Nachbarschaft der Krösusse

Eine Investition für sehr reiche Touristen auf einem Areal von über 260 Hektar auf der Insel Meganisi hat die Familie Rothschild geplant. Ziel ist die Errichtung 10 – 14 luxuriöser Residenzen von jeweils 1.000 m², die von Krösussen und Hollywood-Stars gekauft werden. Abramowitsch, N. Kidman und andere Celebrities sind zu Ohren gekommen, sich unter den Interessenten zu befinden.

In der selben Region gibt es Pläne für touristische Infrastrukturen hoher Standards auf den benachbarten Inseln „Arkoudi“ und „Kythros“. In Bezug auf „Kythros“ verlautete die Umwandlung der Insel zu einem touristischen Ziel mit der Erstellung einer beschränkten Anzahl von Feriendomizilen, eines Golfplatzes mit acht Löchern sowie ebenfalls eines 5-Sterne-Hotels, das auch über ein Seewasser-Therapie-Zentrum, Spa usw. verfügen wird.

Kap Sidero wird „ausgefroren“

Die britische Mionoan Group ist zuversichtlich, dass die seit 20 Jahren „eingefrorene“ – sich auf 267 Mio. Euro belaufende – Investition in der Präfektur Lasithi freigegeben wird. Sie umfasst die Erstellung von fünf Hotels mit 1.936 Betten, eines Golfplatzes mit 18 Löchern, luxuriöser Feriendomizile usw. Das Areal mit einer Fläche von 2.500 Hektar auf der Halbinsel Sidero bei Bai verbleibt seit Jahren ungenutzt, jedoch wird eingeschätzt, dass bald die Grundlagen für die Entwicklung dieses Großprojekts gelegt werden.

100 Mio. Euro an der Costa Navarino

Die nächste Phase der Entwicklung des Komplexes der Costa Navarino wird von dem Konzern Konstantakopoulou geplant. Es wird erwartet, dass die Investition 100 Mio. Euro übersteigen und bis Ende 2016 vollendet werden wird. Die nächste Phase umfasst – unter anderem – neue Golfeinrichtungen, einen neuen Hotelkomplex, aber auch die Erstellung luxuriöser touristischer Unterkünfte.

Bis zu 1,5 Mrd. in Atalanti

Es handelt sich um einen älteren Plan, der sich auf die Nutzung eines riesigen Areals in Fthiotida bezieht. Der Komplex Atallanti Hills ist eine Investition von 1 – 1,5 Mrd. Euro und umfasst drei 5-Sterne-Hotels, 5.000 Wohnungen, einen Golfplatz, einen botanischen Garten von 70 Hektar und einen Reit- und Darstellungspark. Realisierungsträger ist die Gesellschaft Lokros, die aus der Prufrock Investments und der Europa Capital besteht.

Auf der Suche nach dem … touristischen Ithaka

Einen – 1 Mrd. Euro übersteigenden – Plan treiben auf Ithaka australische Investoren voran. Das Iliad Ressort wird über einen Golfplatz mit 18 Löchern, einen Yachthafen mit 200 Ankerplätzen, Handelsnutzungen, eine Strandsiedlung und sechs aus 1.020 bestehenden Suiten luxuriöse Hoteleinheiten verfügen. Eigentümerin der 250 Hektar im Süden Ithakis ist die Gesellschaft Smenter Limited. Das Verfahren befindet sich im Stadium der Vervollständigung der Akte, wobei der Rechtsberater der Gesellschaft, die Eigentümerin des Areals ist, einschätzt, dass sie innerhalb des Jahres 2014 die vorläufigen Genehmigungen erhalten haben werden, während neulich auch die ersten Modelle des Projekts gezeigt wurden.

„Delphine“ in Ermioni und Kreta

Der Konzern Dolphin Capital realisiert in dem Tal des Gemeindeverbands Ermioni auf einem Areal von 200 Hektar das Projekt „Kilada Hills“. Es handelt sich um ein Projekt von 418 Mio. Euro, das ein Hotel, Ferienwohnungen und einen Golfplatz umfasst.

Der selbe Konzern des Unternehmers M. Kampouridis ist zuversichtlich, auch eine signifikante Investition in dem Bezirk Kavo Plaka / Sitia auf Kreta voranzutreiben. Das „Plaka Bay Resort“ soll auf einem Areal von 10 Hektar entwickelt werden und sieht die Erstellung eines Hotels, von Freizeitflächen und vielleicht eines Golfplatzes vor.

Investitionen von 160 Mio. auf Milos und Kea

Neulich wurde ein gemeinsamer Ministerialbeschluss unterzeichnet, mit dem die umweltrelevanten Bedingungen für Erstellung und Betrieb eines komplexen touristischen Projekts in der Lage „Ammoudaraki“ genehmigt werden. Die Investition von 100 Mio. Euro sieht die Errichtung eines 5-Sterne-Hotels mit 216 Betten, von Urlaubswohnungen und eines Wellness-Zentrums vor. Träger der Realisierung ist die Axsite, hinter ihr befindet sich jedoch die Investment-Gesellschaft Taurus, die von den deutschen Brüdern Lorenz und Guenther Reibling gegründet wurde.

Das „grüne Licht“ erhielt auch eine Investition von 60 Mio. Euro auf Kea und konkret in dem Gebiet „Vroskopos“. Vorgesehen ist die Schaffung eines touristischen Unterkunftskomplexes, mit einem 5-Sterne-Hotel, Touristen-Wohnungen, Zentrum für Taucher, Zentrum für Meerwasser-Therapie usw. mit einer Gesamtkapazität von 230 Betten. Die Investition wird von den Gesellschaften Therissos Hills und Sonderzweck 24 AG des Konzerns Dolphin Capital Investors des Unternehmers M. Kampouridis realisiert werden. In den Plänen der Dolphin Capital Investors liegt praktisch die Erstellung eines zweiten Aman Resort in Griechenand, mit einer Fläche von 64,5 Hektar.

„Arabisches“ Ressort auf Oxia

Der Emir von Katar, Al Thani, treibt die Erstellung eines touristischen und kulturellen (Reise-) Ziels auf der kleinen ionischen Insel voran. Die Investition wird 300 Mio. Euro erreichen und sieht die Schaffung von 2 luxuriösen Hotels, zwei Feriendörfern, einer Künstlersiedlung, eines Yachthafens, einer Wasserlandebahn und Museen vor.

Sofern das Projekt voranschreitet, wird Oxia hunderttausende Touristen aus der ganzen Welt, aber auch Menschen aus dem Raum der Kultur und der Künste anziehen. Es handelt sich um ein komplexes Projekt, dessen Studie von dem international berühmten Architektenbüro Associates / Stelios Agiostratitis Architekten Ingenieure GmbH erstellt wurde und in 2 -3 Jahren ab dem Moment des Beginns der Arbeiten realisiert werden kann.

Großes Projekt bei Taxiarchis auf Chalkidiki

Die Gesellschaft Pravita Estate treibt eine Investition von 726 Mio. Euro bei Taxiarchis / Chalkidiki auf einem Areal von ungefähr 1.250 Hektar voran.

Dort ist die Errichtung von drei 5-Sterne-Hotelkomplexen, drei Golfplätzen, Ferienwohnungen, einem Konferenzzentrum, einem Wellness-, Rehabilitations- und Therapiezentrum und Einrichtungen alternativen Tourismus geplant. Die Investition „pusht“ der Unternehmer G. Litsos, jedoch soll er von koreanischem Kapital und konkret dem Investment-Konzern Han Chang Corporation sowie Funds aus China und den USA gestützt werden.

Luxus am „Asteras Vouliagmenis“

Das Konsortium AGC Equity Partners strebt mit der Beteiligung arabischen und türkischen Kapitals an, den Asteras-Strand zu dem besten Reiseziel des Mittelmeer zu machen und bereitet zu diesem Zweck Investitionen von 1 Mrd. Euro vor. Zu den Plänen zählt die Errichtung 13 – 15 luxuriöser Villen, die für jeweils 20 – 30 Millionen Euro verkauft werden könnten. Ebenfalls werden die Hotels „Arion“ und „Navsika“ aufgewertet werden, um in superluxuriöse 7-Sterne-Hotels umgewandelt zu werden, während es auch eine Aufwertung des Yachthafens geben wird.

Eine Änderung der Gegebenheiten wird – sofern es schließlich dazu kommen wird – das Engagement der Hotelkette Four Seasons in Griechenland bringen. Der die bekannte Kette kontrollierende saudische Prinz Alwaleed bin Talal brachte neulich zum Ausdruck, die Four Seasons wünsche zwei Hotels des Asteras zu übernehmen.

Große Hotelketten in Griechenland

Signifikante Investition auf dem Hotelsektor und nicht nur treiben bekannte ausländische Ketten voran. Neulich wurde das Pomegranate Wellness Spa Hotel auf Chalkidiki eingeweiht, das über 172 Betten, Wellness-Zentrum und Konferenzzentrum verfügt. Das Hotel befindet sich bei Nea Potidea und wird voraussichtlich hauptsächlich Russen anziehen.

Eine große Investition von 80 Mio. Euro zur Errichtung eines Luxushotels in Kalamata gab der Konzern LibraGroup bekannt. Es wird sich um das vierte Hotel der Grace-Kette in Griechenland handeln, mit 125 luxuriösen Zimmern und 40 Villen, Spa, Tagungsräumen usw.

Ein luxuriöses Hotel der bekannten Kette Chedi Hotel treibt in Kranidi der Dolphin-Konzern voran, während auch die Nikki Beach in Kooperation mit der DCI ihren Eintritt in den griechischen Markt mit einem Hotelkomplex von 20 Mio. Euro bei Porto Cheli vorbereitet. Unter den Plänen befinden sich ebenfalls Hotels bei Sitia von der Kette Waldorf Astorie und von Seite der Kempinski zur Entwicklung des Bay Gold Resort in Volos.

Investitionen

Mit Interesse werden auch die Pläne zur touristischen Nutzung des Areals bei Paliouri auf Chalkidiki durch Iwan Savvidis, aber auch des Areals bei Kassiopi auf Korfu sowie ebenfalls der Investitionsplan des bekannten Funds Oaktree erwartet, der neulich eine Vereinbarung mit der „Sani S.A.“ über Investitionen in Griechenland unterzeichnete.

Schließlich wird damit gerechnet, dass es in nächster Zeit Entwicklungen rund um den Verkauf des „Gerakina Beach“ geben wird, das renoviert und in eine moderne Hotelanlage umgewandelt werden kann.

(Quelle: Imerisia, Autor: Vasilis S. Kanellis)

Relevante Beiträge:

  1. Hexe
    20. Mai 2014, 09:00 | #1

    Da harre ich gespannt der Dinge, die da kommen sollen. Weiss man schon, woher das viele Wasser für all die Golfplätze, Spas, etc. kommen soll?

  2. GR-Block
    20. Mai 2014, 12:33 | #2

    Beim Hermes, das klingt ja wie eine Invasion der Diebe und Wegelagerer. Wollen wirklich alle diese Leute in GR Geld verdienen? Und die Griechen sollen den Service in den Bettenburgen machen? Damit vergeuden sie nur ihr Leben mit Handlangerjobs. Im Tourismus verdient nur der Urlaub verkaufende Touristikkonzern nicht der serviceleistende vorort. Welcher Anteil des so entwickelten Tourismus wird griechischen Unternehmern gehören, die ihr Geld im Land lassen? Werden die Eigenarten des Landes erhalten bleiben oder einem Fastfood-Kapitalismus weichen. Warum überläßt GR andererseits die Nahrungsmittelproduktion den alten EWG9-Staaten? Das ist eine sichere und gewaltige Einnahmequelle. Nur deshalb haben die „Industriestaaten“ diesen Markt fest in der Hand und lassen ihn sich auch noch subventionieren. Tourismus ist eine Nische, die GR sowieso in der Tasche hat. Sie wuchern zu lassen heißt, die eigenständige Wirtschaft vollkommen aufzugeben und sich vom Wohlstand anderer abhängig zu machen. Das erzeugt eine gewaltige Blase, die genau dann platzt, wenn das Bankensystem wieder mal hüstelt und die Leute ihr Geld festhalten. Dagegen wird kaum ein Europäer eine Diät beginnen, nur weil das Geld ausgeht.

  3. Cyr
    20. Mai 2014, 15:22 | #3

    Das alles hört sich gar nicht gut an. Luxusreservate für die Superreichen. Damit werden weder die Arbeitslosigkeit gesenkt noch wird das das dicke Geld bringen.

  4. Jorgo
    20. Mai 2014, 15:24 | #4

    Was nützen all die schönen Investitionen, wenn es Probleme gibt, Griechenland per Flugzeug oder Fähre zu erreichen.
    Schon jetzt gibt es praktisch keinen Platz mehr auf den ausgedünnten Fähren. Flüge zu akzeptablen Preisen für die Saison gibt es auch nicht mehr.

  5. schnucki
    21. Mai 2014, 00:43 | #5

    Die Klientel, die mit solchen „Investitionen“ angesprochen wird, fährt doch nicht mit uns Normalbürgern auf einer Fähre! Die kommen mit der Sea Cloud angesegelt oder auf einer gecharterten Yacht. Solche Leute sitzen auch nicht, so wie wir, in der EconomyClass – Urlaub all inclusive. Wie die Gorillas im Affenhaus im Frankfurter Zoo …

  6. Susanne
    21. Mai 2014, 03:01 | #6

    Die neoliberalen Think Thanks sind mit ihren Planungen schon viel weiter als obiger Artikel vermuten lässt. Natürlich brauchen solche Hotelanlangen Infrastrukturen wie Straßen, Häfen, Flughäfen und eben diese sind auch in Planung oder schon gebaut. In Kreta entsteht bei Heraklion ein neuer Großflughafen der ein zigfaches der heutigen Passagiere abfertigen kann, Athens Airport ist akutell völlig unausgelastet und wartet regelrecht darauf, dass es los geht. Und natürlich werden solche Luxus-Resorts nicht mehr nur für die Eliten gebaut sondern für die Massen der nordeuropäischen Mittelklassen, genauso wie sich heutzutage die Leute auf Kreuzfahrten stürzen, die sich das vor 20 Jahren niemals hätten leisten können. Die Mittelschicht ertwartet heute Luxusurlaub und das Gefühl, irgendwie „oben“ mit dabei zu sein. Golfspielen, SPA, Wellness, in der armen Karabik funktioniert das doch auch! Ein Riesenmarkt also, der in Europa nur in Griechenland verwirklicht werden kann, denn dort gibt es neben Sonne & Natur vor allem bald das notwendige LowCost-Umfeld, der Krise sei Dank. Immobilien & Grund sind jetzt schon fast ausreichend down, die Lohnkosten werden folgen und damit ist auch der griechische Niedriglohnsklave voll eingeplant, deswegen redet Samaras auch heute von geplanten 500.000 Jobs. Und die Flughafenerweiterungen in Deutschland, BER und das Gerede von einer Verdopplung der Passierzahlen und massenhaft Flugzeugbestellungen trotz aktueller Fluggast-Stagnation hängen u.a. auch damit zusammen, genauso wie TA-Pipeline, Gasfelder, Containerhäfen usw. Das Angebot bestimmt die Nachfrage, die Maschine muss laufen und der global denkende Kapitalist plant makroperspektivisch. Und so schlimm das auch alles ist: dem werden linke „Idealisten & Weltverbesserer“ leider nicht viel entgegensetzen können …

  7. Team
    22. Mai 2014, 01:39 | #7

    Autsch(en) – einige „Flachwichser“ scheinen sich ja mal wieder kräftig auf den … Schlips getreten gefühlt zu haben. Um es zum wiederholten Mal klarzustellen: Was (und von wem) auf unserem Blog (laut Duden einer „tagebuchartig geführten, öffentlich zugänglichen Webseite zu einem bestimmten Thema) veröffentlicht wird, bestimmen einzig und allein wir (sprich das „Team“)! Im übrigen sind uns noch so „doofe“ originelle Kommetare allemal lieber als stupide Resümees allgemeiner Positionen, zumal wenn diese hier bereits erschöpfend behandelt worden sind oder / und opportunistisch „zurechtgebogen“ werden.

  8. klaus schlösser
    22. Mai 2014, 15:23 | #8

    Im Original-Titel geht es richtigerweise um projects (in Englisch!) in Prognose, Entwurf, Planung usw., im Text danach sind es bereits „Explosion und Sturm“ der Tourismus-Investitionen. Dieses obskures Investoren-Kapital (Arabische Emire, russische Oligarchen, französische und griechische „Familien“-Clans, anglo-amerikanische Hedge-Fonds usw.) muss also erst noch in der Real-Wirtschaft ankommen. Der Tourismus ist dennoch der einzige Wirtschaftszweig, welcher reales Wachstum zeigt in Griechenland (nach 26 % sog. Minus-Wachstum beim bip in den letzten 7 Depressions-Jahren). Was dieses Wachstum der (im blog nur gekürzt) beschriebene Super-Luxus-Tourismus dem Land der Griechen bringen wird, ist mehr als fragwürdig. Die Sterne fliegen einem ja geradezu um die Ohren. In meinen 30 griechischen Jahren habe ich noch nie ein 6-Sterne-Hotel mitgemacht: jetzt präsentiert der Artikel gleich 2 Mal 7 Sterne!
    Was ich allerdings in real existierenden 3-Sternen mitmache, sind die real gezahlten Löhne, z.B. für die „Betreuerin“ des Frühstück-Buffets von 8 – 12 schlappe 11 € cash. Für die 28 % Arbeitslosen, von denen 72 % nach einem Jahr keine Leistungen mehr erhalten (und damit nicht mehr krankenversichert sind!), gibt es bekanntlich 359 € monatlich / einheitlich, gleich was vorher verdient wurde; bei tarifvertraglichen 173 Vollzeit-Stunden sind das 2,07 €/Std. Die 2,75 sind allerdings „schwarz“: sozialversicherungspflichtigem Personal würde der (griechische) Hotelier die „arbeitslosen“ 2,07 „anbieten“ was im Klartext bedeutet: es gibt bei ihm kein sozialversicherungspflichtiges Personal mit regulären (Zeit-) Arbeitsverträgen.
    Ein Angestellter bei den örtlichen 5-Sternen bekommt mit Zeit-Arbeitsvertrag sog. Mindestlohn von 529 €/Monat für unter 25-Jährige (von denen über 60 % arbeitslos sind!); hat Hotel-Fachhochschule, Frau + 2 Kinder als Alleinverdiener.
    Die im Kommentar von Susanne angesprochenen 500.000 neuen Arbeitsplätze des Samarás können sich auf solche Löhne freuen, was sie wohl richtig als „griechische Niedriglohnsklaverei“ bezeichnet.

  9. Mia
    22. Mai 2014, 17:56 | #9

    Mir wird schlecht! Wie einfallsreich, 5-Sterne Luxus Hotels und Golfplätze …wie toll!

  10. Ronald
    22. Mai 2014, 22:50 | #10

    Ich glaube auch nicht, dass diese Art des Tourismus zu Griechenland passt. Wenn ich „7-Sterne-Luxus“ haben will, dann fahre ich nach Frankreich, da ist es auch nicht so chaotisch und laut wie in Griechenland. Nach Griechenland zog es mich immer in kleine, gastfreundliche Hotels/Pensionen, die liebevoll gepflegt wurden und in denen man Familienanschluss hatte. Da war es mir dann auch egal, ob ich abends auf einem Plastikstuhl mit einem Handtuch saß … Nein, Luxusurlaub passt irgendwie gar nicht nach Griechenland. Und Luxustouristen werden auch nicht nach Griechenland kommen …

  11. mirko
    23. Mai 2014, 01:01 | #11

    Das Angebot bestimmt die Nachfrage. Keiner will heute mehr auf Plastikstühlen sitzen, wenn schicke Mahagoni-Sessel aus malyaischem Tropenholz zum halben Preis geboten werden. Die Massen wollen die große Show, Mega-Bufetts und Schickimicki-Party. Und damit lässt sich richtiges Geld verdienen. Wo kämen wir denn hin, wenn jeder Hinz und Kunz seine Abstellkammer vermietet und sowas womöglich noch als DIY-Style Schule macht in Europa, dann wäre es ja ganz vorbei mit dem Wachstum!

  12. Moppel
    23. Mai 2014, 02:51 | #12

    Um ein nachaltiges Gleichgewicht zu erzielen, müsste konsequent für jeden anfliegenden Privatjet ein Hartz-IV-Bomber abgeschossen, für jede neue Luxus-Residenz eine der alten Asi-Bettenburgen rückstandslos eingeebnet und last but not least effizient dafür gesorgt werden, die Zaunaffen zu deportieren.

  13. Norbert
    27. Mai 2014, 10:41 | #13

    Ich hocke seit 36 Jahren auf meinem früher Drahtstuhl, jetzt Plastikstuhl den ich jedes Jahr wieder zusammenklebe, mit Familienanschluss. Greek system eben, ich liebe es so. Luxusaffen braucht man da nicht. Sind eh‘ zu laut und zu dumm und wissen das Land nicht zu würdigen. Handeln aber die Zimmerpreise gnadenlos in den Keller weil sie Kohle ohne Ende haben und es Spaß macht zu handeln. Kackleute …. die auch noch täglich die Bettwäsche gewechselt haben wollen. Ich wasche meine alle 14 Tage selber. Immerhin bin ich Gast und nicht Herrscher.

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