Bildungssystem in Griechenland ist Schlusslicht in Europa

11. Mai 2014 / Aufrufe: 4.812

Zwei britische Untersuchungen über nationale Bildungssysteme verweisen Griechenland auf den letzten Platz unter allen europäischen Ländern.

Laut einer britischen Untersuchung befindet sich Griechenland bei Themen der Bildung und der Entwicklung seines Bildungssystems unter allen europäischen Ländern auf dem letzten Platz. In einer zweiten, weltweit in 40 Ländern durchgeführten Untersuchung belegt es Platz 37 und befindet sich in der selben Gruppe mit Ländern wie Indonesien, Mexiko und Brasilien.

Die erste Untersuchung erfolgte auf Initiative der Mediengruppe Pearson, von der die Vollendung der Untersuchung über die besten Bildungssysteme der Welt der Zeitschrift Economist angetragen wurde.

Das unzureichende Bildungssystem ist einer der Anlässe der heutigen Krise

Die Untersuchung stützte sich auf die Ergebnisse der Studenten des tertiären Bildungszweigs, den Anteil der Absolventen des tertiären Bildungszweigs, auf zwei amerikanische Bildungsstudien sowie auch die Daten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), die sich aus der PISA-Studie ergeben (Überprüfung der Fähigkeiten in mathematischen Problemen unter Schülern verschiedener Länder).

Es sei daran erinnert, dass Studien wie die obigen von Zeit zu Zeit von Akademikern großer europäischer Institute angezweifelt worden sind, die kommentierten, es kämen Bewertungskriterien zur Anwendung, die sich auf die Bildungsprioritäten konkreter Bildungssysteme – wie des angelsächsischen – beziehen. Eine weitere internationale Bewertung verweist Griechenland auf das niedrigste Niveau der Bildungssysteme in Europa und führt es zu einem Vergleich nur mit Ländern wie Indonesien, Mexiko und Brasilien.

Das griechische Bildungsministerium reagierte auf die Bekanntgabe der Ergebnisse der Untersuchung  im Economist mit einer Bekanntmachung, in der es lautet: „Die konkrete Untersuchung bestätigt die – seit dem ersten Tag der Aufnahme der Aufgaben getroffenen – Feststellung der Führung des Bildungsministeriums, dass unser Bildungssystem seit vielen Jahren ohne Strategie, antipädagogisch und wachstumsfeindlich und dies einer der grundsätzlicheren Anlässe für die Krise war, die wir heute durchleben.

Imposanter Aufstieg asiatischer Länder

Bei der Bekanntgabe der Ergebnisse der konkreten Untersuchung führte der geschäftsführende Vorstand der Mediengruppe Pearson jedenfalls an, die Ergebnisse der Untersuchung zeigen den engen Zusammenhang auf, der zwischen der wirtschaftlichen Situation eines Landes und seinem Bildungssystem existiert.

Gemäß den am vergangenen Donnerstag (08 Mai 2014)  bekannt gegebenen Ergebnissen der Untersuchung belegt auf der Liste der Länder mit dem besten Bildungssystem den ersten Platz Südkorea, gefolgt von Singapur und Honkong. Laut den Schlussfolgerungen der Untersuchung beruht der große Aufstieg der asiatischen Länder auf dem Bildungssektor auf der engen Kooperation zwischen Familie, Schülern und Lehrkörper sowie auch dem in diesen Ländern gegenüber den Lehrern gehegten Respekt.

Großbritannien rangiert auf internationalem Niveau unter den übrigen Ländern auf dem sechsten Platz, während Finnland mit seinem berühmten, vielgelobten und -prämierten Bildungssystem auf den fünften Platz „gefallen“ ist. Imposant ist der Aufstieg Polens, das sich – wie von der Untersuchung aufgezeigt – weltweit auf dem zehnten Platz befindet.

Die ersten 20 Länder bezüglich ihres Bildungssystems sind laut der in Rede stehenden Untersuchung:

  • Südkorea
  • Japan
  • Singapur
  • Hongkongκ
  • Finnland
  • Britannien
  • Kanada
  • Holland
  • Irland
  • Polen
  • Dänemark
  • Deutschland
  • Russland
  • USA
  • Australien
  • Neuseeland
  • Israel
  • Belgien
  • Tschechische Republik
  • Schweiz

(Quelle: in.gr)

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KategorienBildungswesen
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  1. Rudi
    11. Mai 2014, 12:37 | #1

    Das hat, denke ich, wesentlich mit dem Nachhilfesystem (Frontistirio) zu tun. Oft habe ich das Gefühl, griechische Kinder sind entweder in der Schule, bei der Nachhilfe, oder im Bett. Beim Spielen draußen sehe ich fast nur die Kinder der Albaner.

  2. Zambo
    12. Mai 2014, 10:07 | #2

    Griechische Kinder sind halt überbehütet. Die Nachhilfeschulen (frontistiria) haben sich entwickelt, da der Schulunterricht so schlecht ist und die Schüler hier ja schon durch das Einheitsabitur kommen müssen. Viele haben in den „reichen“ Jahren den Besuch dort als Statussymbol für die Kinder aufgefasst.

  3. Sabine
    12. Mai 2014, 10:16 | #3

    Meine Tochter geht hier in GR jetzt in die 4. Klasse. Englisch lernen sie in der Schule so gut wie nix. Sprachen lernen sie nur in s.g. Nachhilfeschulen und schon ab Mitte des Gymnasiums kommen die Kinder nicht ohne Nachhilfeschule in saemtlichen Faechern durchs Schuljahr, weil sie in der Schule einfach nichts mitbekommen.

  4. Catalina
    12. Mai 2014, 23:32 | #4

    Ja, ja, die ach so schlechten griechischen Schulen, so ganz ohne „Niveau“ … . Frage mich, wie wir unsere Kinder eigentlich ohne Frontistiria durch die gesamte Schulzeit bekommen haben. Und dann hat die ach so schlechte Schulbildung sogar noch für das Bestehen der Panhellenischen Prüfungen und zum erfolgreichen Studium an einer deutschen Hochschule gereicht. Ach ja, und Englisch haben die Kinder sogar schon auf der Hauptschule gelernt, ab der 4. Klasse. Aber das Ganze fand halt auf einer griechischen Insel statt, in einer überschaubaren Gemeinschaft. Vielleicht gibt es diese „Horrorszenarien“ nur im Moloch Athen oder Thessaloniki? Komisch ist nur, dass es in früheren Zeitungskommentaren zur Krise in GR immer geheißen hat, dass die heutige „arbeitslose“ Jugend die bestausgebildete wäre und es schade um dieses Potential sei. Und jetzt wieder dieser „Schlag“ mit dem Hammer durch diese britischen „Studien“. Aso irgend etwas stimmt da nicht …

  5. Norbert
    2. Juni 2014, 02:03 | #5

    Also, ich würde in Deutschland gerne mal so gebildete Menschen treffen wie in Griechenland. Hier kommt die „Bildung“ aus dem Fernseher, mit den Opfern ist jedes Gespräch sinnlos. Griechen sind da weiter, zumindest mehr Menschen als hier. Und man kann reden, hier gibt es nur die Wahl zwischen Zalando und Verschwörungstheoretiker. Und wir husten weiter. Ist ja Erkältung 4 Monate lang. Frag dazu mal den Stadtrat von Piräus.

  6. navy
    3. Februar 2016, 17:56 | #6

    Kosovo und Albanien haben das schlechteste Bildungs System. Dort lesen Professoren nur aus Büchern vor, welche die Experten selber nicht verstehen.

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