Primärer Überschuss kostete Griechenland 40 Mrd Euro

15. April 2014 / Aufrufe: 764

Griechenland verlor in den Jahren 2010 – 2014 rund 40 Milliarden Euro seines BIP, während die öffentliche Verschuldung 2013 auf 175 Prozent des BIP hochschnellte.

In den Fakten über die griechische Wirtschaft zeichnen sich klar die Opfer des griechischen Volkes ab, die zu dem primären Haushaltsüberschuss und dem versuchsweisen Gang Griechenlands an die Finanzmärkte führten.

Wie aus den volkswirtschaftlichen Daten hervorgeht, welche die griechische Statistikbehörde (ELSTAT) an das Statistische Amt der Europäischen Union (Eurostat) übermittelte, gab es in der Periode 2010 – 2013 bei dem BIP des Landes Verluste in Höhe von 40 Mrd. Euro. Parallel schnellte die öffentliche Verschuldung bis Ende des vergangenen Jahres auf 318,7 Mrd. Euro bzw. 175,1% des BIP hoch.

BIP sank seit 2010 von 222 auf 182 Mrd. Euro

Laut den konkreten Daten gestaltete sich das BIP Ende 2013 auf 182,05 Mrd. Euro, gegenüber 193,34 Mrd. Euro Ende 2010, 208,53 Mrd. Euro Ende 2011 und 222,15 Mrd. Euro Ende 2010.

Die öffentliche Verschuldung stieg dagegen bis Ende 2013 auf 318,7 Mrd. Euro (175,1% des BIP), gegenüber 303,9 Mrd. Euro (157,2% des BIP) Ende 2012, 355,1 Mrd. Euro (170,3% des BIP) Ende 2011 (Anmerkung: zwischen 2011 und 2012 erfolgte der PSI) und 329,5 Mrd. Euro (148,3% des BIP) Ende 2010.

Es sei angemerkt, dass 2013 die Verschuldung Griechenlands zu einem Anteil von 74,2% in langfristigen Krediten bestand.

Das „weiße Loch“ der OTA

Ebenfalls bemerkenswert ist die Tatsache, dass die ELSTAT im vergangenen Jahr ein (logistisches …) „weißes Loch“ sowohl bei den OTA, sprich Trägern der lokalen Selbstverwaltung (in Höhe von 770 Mio. Euro, sowie ebenfalls einen Überschuss von 693 Mio. Euro im Jahr 2012) als auch den Versicherungskassen (in Höhe von 4,7 Mrd. Euro, gegenüber einem Defizit von 2,25 Mio. Euro im Jahr 2012) verzeichnete.

Das Defizit der Zentralregierung gestaltete sich Ende 2013 auf 2,1% des BIP unter Ausklammerung der Auswirkung der Stützung der Banken bzw. auf 12,7% des BIP unter Einbezug der Auswirkung aus der Stützung der Banken.

Die ELSTAT merkt an, parallel zu einer Revision bezüglich des Defizits des Jahres 2010 (hauptsächlich wegen der Berichtigungen der Steuerbeträge und der fälligen Verpflichtungen der Ministerien), des Jahres 2011 (hauptsächlich wegen der Berichtigungen der fälligen Verbindlichkeiten der Versicherungskassen) und des Jahres 2012 (hauptsächlich wegen der Änderung des Wertes der Anleihen der Europäischen Finanzstabilitätsfazilität – die von der FSF den systemischen Banken im Rahmen ihrer Rekapitalisierung gegeben wurden – als Zinseinnahme) geschritten zu sein.

Schließlich gab es auch eine Revision der Verschuldung des Jahres 2012 als Prozentsatz des BIP, hauptsächlich wegen der Berichtigung des BIP des selben Jahres.

(Quelle: news247.gr)

  1. Ottfried Storz
    16. April 2014, 09:54 | #1

    Im Artikel wird ein Zusammenhang („Primärüberschuß und BIP“) hergestellt, der nicht zutrifft. Griechenland musste so massiv sparen, weil das Land 2010 überschuldet war und am Markt nur noch zu Zinsen von fast 30 % auslaufende Anleihen neu finanzieren konnte. Die Höhe der Altschulden und die überraschend extrem hohe BIP-Neuverschuldung (2009:15,6%, 2010: 10,5%) waren also der Grund für die drastischen Einsparungen.
    Es gab keine Alternative zum drastischen Sparen, weil der Staat ohne drastische Ausgabenverrringerungen keine neuen Kredite bekommen hätte. Das BIP schrumpfte jedoch insbesondere im nichtöffentlichen Bereich, weil der Staat in einer Vielzahl von Entscheidungen investitionshemmend wirkt. Unverändert ist Griechenland im Index für Investitionsattraktivität an letzter Stelle der EU. Das jedoch hat nichts mit der Krise zu tun, sondern ausschließlich mit der realen Regierungspolitik.

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