Griechenland: von der Ostermesse auf die Intensivstation

21. April 2014 / Aufrufe: 2.601

Auf der Insel Santorin in Griechenland wurden mehrere Menschen durch einen Knallkörper zum Teil schwer verletzt und eine amerikanische Touristin schwebt in Lebensgefahr.

Für sieben Menschen, darunter drei amerikanische Touristen, die in dem Ort Ia auf Santorin vor der Kirche „Ieros Naos Panagias tou Akathistou Ymnou“ dem mitternächtlichen Oster-Gottesdienst beiwohnten, wurde die Auferstehungsmesse zu einem Albtraum.

Alles verlief normal, bis zu dem Augenblick, wo gewissenlose Personen auf dem Vorplatz den Kirche den Horror säten, indem sie von einem Hausdach aus einen selbst gebastelten mit Schwarzpulver gefüllten Knallkörper in die Menschenmenge warfen. Durch die Druck- und Hitzewelle der Detonation und umherfliegende Kiesel, Steine und Splitterteilchen wurden drei amerikanische Touristen und ein Grieche schwer verletzten, während 2 Zyprioten und ein Einwohner von Santorin leichtere Verletzungen erlitten.

Polizei schritt zu zwei Festnahmen

Die vier Schwerverletzten wurden anfänglich in das Gesundheitszentrum der Insel gebracht und danach wegen der Ernsthaftigkeit ihrer Verletzungen per Lufttransport zum Venizelos-Krankenhaus auf Kreta geflogen, wogegen die drei übrigen Verletzten ambulant behandelt wurden und entlassen werden konnten.

Auf Basis von Informationen und Zeugenaussagen schritten die Behörden am Morgen des Ostersonntags zur Verhaftung zwei Einheimischer im Alter von 23 und 34 Jahren, die für die Verletzung der obigen Personen verantwortlich gemacht werden. Zu ihren Lasten wurde ein Schnellgerichtsverfahren wegen Verursachung gefährlicher Körperverletzungen durch eine Explosion und Verletzung des Waffengesetzes eingeleitet.

Laut der einschlägigen Bekanntmachung der griechischen Polizei (ELAS) werden die beiden eines Schwerverbrechens beschuldigten Verhafteten der Staatsanwältin des Strafgerichts Naxos vorgeführt werden, während nach weiteren Mittätern gefahndet wird.

Wer die Verletzten sind

Informationen zufolge handelt es sich bei den vier in das Krankenhaus auf Kreta eingelieferten und nach wie vor in Behandlung befindlichen Verletzten um den griechischen Unternehmer I. Garoufis und drei amerikanische Staatsangehörige namens C. Cravens, V. Presmic und C. Presmic. Die drei letzteren waren aus den USA angereist um ihren Osterurlaub auf der schönen Kykladen-Insel zu verbringen.

Speziell die amerikanische Touristin V. Presmic, die auf der Intensivstation des Venizelos-Krankenhauses behandelt wird, ringt immer noch mit dem Tod. Laut dem Leiter des Venizelos-Krankenhauses, Nikolaos Charitakis, erlitt die 51-Jährige außer Verbrennungen am Gesäß auch einen durch die Druckwelle des gezündeten Knallkörpers verursachten Darmriss. Nachdem die Ärzte die Frau sofort einer Operation unterzogen, wurde sie auf die Intensivstation gebracht, wo sie sich weiterhin unter maschineller Unterstützung befindet. Ihr Gesundheitszustand bleibt besonders kritisch.

Was den griechischen Unternehmer betrifft, erlitt er durch die Explosion an einem Auge eine Netzhautverletzung und die Ärzte schritten zur Entfernung der Fremdkörper aus dem Augapfel. Informationen zufolge läuft er glücklicherweise nicht in Gefahr, das verletzte Auge zu verlieren. Die beiden übrigen Verletzten wurden mit Verbrennungen an Händen und Gesäß eingeliefert, der Zustand ihrer Gesundheit ruft jedoch keine Beunruhigung hervor.

Kontrollen, Beschlagnahmungen und 107 Verhaftungen

In diesem Zusammenhang sei angemerkt, dass die zuständigen Stäbe der griechischen Polizei bei der Suche nach (illegalen) Feuerwerkskörpern seit dem 12 März 2014 bis einschließlich zum Ostersonntag (10 April 2014) insgesamt 2.354 Kontrollen durchführten und zu 107 Festnahmen schritten.

In diesem Rahmen wurden 245 Abschussvorrichtungen für Leucht- und Feuerwerks-Raketen, 121.925 Knallkörper, 24 Leuchtraketen, 400 Zündkapseln, 570.155 Feuerwerksspiele für Kinder, 627 selbst gebastelte Feuerwerkskörper (Raketen) und 2.877 Gramm Schwarzpulver beschlagnahmt sowie 110 Vergehen festgestellt und 107 Personen verhaftet.

(Quellen: Zougla.gr, in.gr, diverse Medienberichte)

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