Griechenland: SYRIZA wird uns die Häuser wegnehmen

17. April 2014 / Aufrufe: 1.123

Der für seine rechtsnationalistischen Plattitüden berüchtigte Gesundheitsminister Adonis Georgiadis erklärte, wer für die SYRIZA stimme, wähle Hunger und Elend.

Der weniger wegen seines Intellekts als unter anderem wegen seiner rechtsnationalen Positionen und Rhetorik berühmt-berüchtigte griechische Gesundheitsminister Adonis Georgiadis attackierte am vergangenen Freitag (11 April 2014) erneut die SYRIZA und meinte in einem Interview mit VIMA FM 99,5, „für die SYRIZA zu stimmen kommt Hunger gleich …„.

In dem Interview gab der Gesundheitsminister vieles von sich und schritt zu heftigen und geschliffenen Charakterisierungen, wobei er auch gleich seine eigene politische und wirtschaftstechnische Prognose über den Kurs Griechenlands zum Besten gab, falls die SYRIZA die kommenden Wahlen gewinnen wird.

Die SYRIZA ist unseriös … die Leute sind Idioten

Adonis Georgiadis erklärte, alle seine Äußerungen stellen keine Gefahrenmache, sondern harte Realität dar, und vertrat unter anderem: „Kein Mensch wird sein Geld nach Griechenland bringen, wenn er sieht, dass er es mit Zoi Konstantopoulou zu tun bekommen wird (Anmerkung: gemeint ist eine als besonders streitbare geltende SYRIZA-Abgeordnete). Das versteht jeder logischer Mensch. Das brauchen wir nicht zu diskutieren. Wenn Du SYRIZA wählst, werden Du und Deine Kinder hungern. Basta!„. Ebenfalls schritt er zu Charakterisierungen und persönlichen Angriffen: «... die SYRIZA ist nicht ernst zu nehmen … die Leute sind Idioten.

Persönlich verharre ich bei der Rhetorik, mittels der die Überlegungen des Ministers dargelegt wurden, mit einer politischen Sprache, die an andere Epochen erinnert und die Zeit zurückdreht. Wie oft haben wir in Griechenland nicht schon vernommen, „die Kommunisten werden uns die Häuser wegnehmen“ oder „wir werden Schlange stehen um drei Kartoffeln und ein Stück trockenes Brot zu bekommen„? Wir leben im Jahr 2014 und diese politischen Praktiken rufen in Erinnerung, was in Griechenland nach dem Bürgerkrieg folgte und bis zu dem Regimewechsel reichte und diesen sogar überdauerte. Diese von Adonis Georgiadis und aus seinen (offiziellen) Mund vernommenen Argumente sind fast die selben wie jene, die „Patrioten“ von sich gaben, die in die Polarisierung und in das „bist Du mit uns oder den ‚anderen‘?“ (sprich, wer nicht mit uns ist, ist gegen uns) investierten.

Ich bin weder mit euch noch mit den anderen. Ich weiß jedoch, dass in der Demokratie jede Ansicht zulässig ist, von wo sie auch herkommt (sic), wenn sie mit Argumenten und reifen politischen Ansichten zum Ausdruck gebracht wird, und nicht, wenn jene in die Angst und Erinnerung der Bürger investieren. Last but not least, wann regierten (in Griechenland) die Kommunisten und nahmen uns die Häuser weg? Entsprechend vermag ich mir sehr leicht vorzustellen, dass die beschützenden „Super-Griechen“ des „Vaterland – Religion – Familie“ das Vaterland mit ausländischen Schmiergeldern verkauften, Familien zerstörten und Kinder und Eltern in die Fremde schickten um zu leben – weil ihnen nichts heilig war. Ebenfalls wurde, ohne dass die „Drecks-Kommunisten“ regieren, ein Teil des Volkes zu den öffentlichen Tafeln getrieben, um für einen Teller Essen anzustehen – und ich beziehe mich nicht auf die (Tafeln), welche die Ausgebort der Chrysi Avgi organisierte, sondern die öffentlichen Tafeln diverser Kommunen, also des Staates.

All dies überlegte ich mir, als ich die „Abzocke“ (Anmerkung: gemeint ist die außerordentliche Sonderabgabe auf elektrifizierte Immobilien) auf der Stromrechnung sah, die ich Ende des Monats zu zahlen aufgefordert bin, also die Rate für mein eigenes Haus an den Staat. Ich will Sie aber nicht mit meinen Dingen zuquatschen, auch das ist Populismus. Vielleicht jedoch mehr „light“ als die Hass-Rhetorik gegen jeden politischen Gegner – woher auch immer sie kommt, mit „harter Realität“ …

(Quelle: Protagon.gr, Autor: Spiros Serafeim)

Relevanter Beitrag:

  1. Böse
    17. April 2014, 15:46 | #1

    Recht hat er, wenn auch die Kommunisten nie an der Regierung waren. ABER die Linken hatten immer das Sagen in den Gewerkschaften und diese setzten ihre Interessen durch koste es was es wolle. Von vernünftiger Wirtschaftspolitik konnte hier nie die Rede sein.

  2. Ronald
    17. April 2014, 16:14 | #2

    Selbst als Gegner der Syriza muss man sich an den Kopf fassen. Die Aussage, die Griechen würden nach einem Wahlsieg der Syriza hungern ist eine Vermutung. Hingegen ist der Umstand, dass ganze Bevölkerungsteile Griechenlands durch die Politik der ND und der PASOK in der Vergangenheit heute verelenden und sicherlich viele Griechen jetzt auch hungern eine bereits bewiesene Tatsache.

  3. anders wählen
    17. April 2014, 19:35 | #3

    … SYRIZA wird uns die Häuser wegnehmen …
    Herr Georgiadis befürchtet wohl zurecht, daß es den 2000 Familien, die Griechenland unter sich aufgeteilt haben und es (und dank Euro auch D) zum eigenen Wohl ausplündern, an den Kragen gehen könnte. Mich würde es nicht stören, wenn sich diese Vorhersage für die griechische „Elite“ verwirklicht.

  4. Historiker
    18. April 2014, 11:39 | #4

    Der Mann hat völlig recht. 1918 haben die Bolschewisten den Menschen in Russland die Häuser weggenommen und 1949 die Kommunisten in der DDR den Deutschen. Die Linken brauchen fremdes Vermögen um weiter im Volk umverteilen zu können. Gab es alles schon dutzende Male in der Geschichte. Allerdings werden auch die Demokraten der herrschenden Parteien den Griechen ihre Häuser wegnehmen. Schließlich müssen die globalen Zinsherren damit entschädigt werden. Am Ende kommt es wie 1933 in Deutschland auch in Griechenland. Es kommt ein starker Mann, der dem Volk Brot verspricht und den Zinsherren den Kampf ansagt. Nur so kann Griechenland überleben. Alles andere wird der Untergang bedeuten.

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