Griechenland: Strand, Ouzo und … Zahnarzt

23. April 2014 / Aktualisiert: 24. August 2018 / Aufrufe: 4.289

In Griechenland beginnt sich langsam, jedoch kontinuierlich ein wachstumsträchtiger Medizintourismus und speziell der Zahnarzt-Tourismus zu entwickeln.

In Griechenland macht die auf weltweitem Niveau populärste Art des Medizintourismus die ersten Schritte – nämlich der Zahnarzt-Tourismus, der sich auf ein Viertel der Menschen bezieht, die eine Reise unternehmen um Urlaub und Therapie zu kombinieren.

Mit seinem berühmten touristischen Produkt, aber auch seinen außerordentlich wettbewerbsfähigen Preisen als Waffen wird Griechenland ein Anziehungspol für Menschen, die in Ländern mit sündhaft teuren zahnärztlichen Dienstleistungen leben, wie Großbritannien, USA und Russland.

Langsamer, aber stetiger Aufstieg in der Rangliste

Die Fakten zeigen, dass Griechenland langsam, aber kontinuierlich in der weltweiten Rangliste des medizinischen und im weiteren Sinn des Zahnarzt-Tourismus aufsteigt.

2013 differenzierte es sich von der Kategorie „sonstige Länder“ und stieg auf den 18. Platz der internationalen Rangliste auf. Laut der Jahreserhebung der Internationalen Inspektion für Medizintourismus wiederum befindet sich Griechenland zwischen den 15 Ländern, von denen erwartet wird, dass sie in den kommenden fünf Jahren ein sprunghaftes Wachstum des Medizintourismus zeigen werden.

Griechenland hat viele vergleichsweise Vorteile in Bezug auf die Länder, die auf dem Sektor des Zahnarzt-Tourismus mit ihm konkurrieren„, erklärt gegenüber der Zeitung „Ethnos“ der Leiter der Gesellschaft Dental Holidays, Stavros Maravegias, und ergänzt: „Länder wie die Türkei, Israel, Tunis und Marokko, die wissenschaftlich viel unterlegener sind. Auf der anderen Seite sind wir im Vergleich zu Ländern wie Slowenien und Kroatien touristisch überlegen.

Aufwertung des touristischen Produkts durch Zahnarzt-Tourismus

Stavros Maravegias ist Zahntechniker und arbeitet mit spezialisierten Zahnärzten auf Kefalonia für die Erbringung eine Komplettpakets zusammen, das Urlaub mit ärztlichen Leistungen kombiniert. Wie er erklärt, kommen 80% der Besucher nach Griechenland um Zahnersatzarbeiten wie Implantate und Brücken ausführen zu lassen, da die Preisunterschiede riesig sind.

Im vergangenen Sommer waren ungefähr 30 Personen aus den USA nach Kefalonia gekommen. Der potentielle Besucher schickt ein dentales Panorama-Röntgenbild, das von dem Team der Zahnärzte begutachtet wird. Wir antworten ihm, was zu geschehen hat, und informieren ihn über die Kosten. Wenn er auch der Anzahl der Tage zustimmt, die für die Behandlung erforderlich sind, regeln wir den Termin seiner Ankunft und Abreise„, erklärt Herr Maravegias.

Die Statistiken zeigen, dass jede Person, die ein Land zwecks Zahnarzt-Tourismus besucht, im Durchschnitt 2.500 – 3.500 Euro allein für die Behandlung oder die Zahnersatz-Arbeiten ausgibt, was bedeutet, dass es sich um Besucher mit einem hohen Lebensstandard handelt, die zur Aufwertung des touristischen Produkts beizutragen vermögen.

In Griechenland hat dies bemerkbar zu werden begonnen, da außer auf Kefalonia auch in Athen, auf Kreta, Rhodos, Santorin, Chalkidiki und anderswo begonnen wird, Leistungen auf dem Bereich des Zahnarzt-Tourismus anzubieten.

Griechenland ist ein ideales und preiswertes Ziel

Griechenland kann zum Mekka des Zahnarzt-Tourismus werden. Es ist ideal, weil in der Dentalmedizin in den meisten Fällen keine Genesungsphase erforderlich ist. Der Besucher kann somit von der Praxis direkt ans Meer gehen. Zusätzlich liegen die Preise für die zahnärztlichen Arbeiten auf dem Niveau Ungarns. Wir sind kein teures Land„, erklärt gegenüber „Ethnos“ Märi Georga, die bei der Organisation Treatment Abroad für Südosteuropa zuständig ist.

Preisvergleich für Zahnarztleistungen (in €)
Griechenland England USA
Krone aus Porzellan 200 480 900
Krone aus Zirkon 300 850 1.200
Implantate 1.300 2.000 2.500
Gebisse 650 900 2.000
Plombe 50 100 150
Wurzelbehandlung Backenzahn 150 220 300
Reinigung 50 100 200

Dental Holidays – Therapie und Urlaub

Ein unabdingbares Element für den Erfolg des Zahnarzt-Tourismus ist, für den Urlaub und dafür zu sorgen, dass der Patient auch die Gegend kennenlernt, die er besucht. Der Leiter der Zahnklinik Dental Holidays, Stavros Maravegias, betont, sein Unternehmen habe die Möglichkeit, in Zusammenarbeit mit einem Hotel auf Wunsch Zimmer zu buchen, und auch eine Reihe anderer Dienstleistungen anzubieten.

Bei der Ankunft des Patienten am Flughafen erwartet ihn ein Mitarbeiter von uns, der ihn in das Hotel bringt. Dort wird ihm das Programm der Besuche beim Arzt gegeben. Ebenfalls wird er ihn für den ersten Besuch zum Arzt begleiten. Falls der Patient kein Englisch spricht, stellen wir zur Erleichterung des Verfahrens einen Dolmetscher bereit. Während der gesamten Dauer des Aufenthalts bieten wir ihm medizinische Unterstützung auf 24-Stunden-Basis, um eventuellen Notfällen zu begegnen„, betont Herr Maravegias und ergänzt: „Wenn es gewünscht wird, können wir natürlich auch touristische Unterstützung erbringen. Obwohl die Hotels, in denen wir ihren Aufenthalt arrangieren, Fremdenführungen durchführen, können auch wir helfen.

(Quelle: Ethnos)

  1. Ronald
    23. April 2014, 08:05 | #1

    Meiner Meinung nach liegt in dieser und ähnlicher Art des Tourismus eine große Chance für GR. Statt Massen von Billigtouristen in Bettenburgen abzuurlauben hat Griechenland das Potential für einen echten Medizin- und Wellnestourismus in der gehobenen Preisklasse. Statt dass die gut ausgebildeten Ärzte das Land verlassen, lasst die Patienten zu ihnen kommen.

  2. Thomas
    23. April 2014, 14:59 | #2

    Daß zahnärztliche Leistungen in den USA,GB und meinetwegen auch in D teuer sind, ist unbestritten. Aber Russland? Ich habe mir da 2 Wurzelbehandlungen allererster Güte für nicht einmal 70,- € machen lassen. Der Plan aber, ist allemal richtig. Wenn man es versteht, nicht unbedingt mit dem allerniedrigsten Preis, sondern vor allem mit solider Qualität zu vernünftigen Preisen zu punkten, kann das Konzept funktionieren.

  3. Dieter Sendker
    23. April 2014, 21:57 | #3

    Das kann ich so nicht nachvollziehen. Gerade in Chalkidiki und Nordgriechenland faehrt ein Grossteil der Patienten nach Skopje und Bulgarien. Und besonders aus Gevgeli fahren Busse nach Nordgriechenland und holen und bringen die Patienten sogar mit Fahrservice nach Hause. Und wer die Preise vergleicht, wird feststellen, dass die dort noch einmal weniger als die Haelfte sind.

  4. hans
    24. April 2014, 18:58 | #4

    Wurzelbehandlung kommt mir für alle Länder bisschen billig vor.Eine richtige macht deswegen auch in D. kaum jemand da es nur schlecht bezahlt wird es aber mindestens 45min. dauert um alle Kanäle zu säubern,danach muss man paar Tage warten und wieder hin dann wird weider gesäubert und erst dann zugemacht.

  5. Norbert
    26. April 2014, 21:35 | #5

    Ich habe seit 1976 zwei Brücken im Maul. Aus Bukarest (halten ohne Mucken bis heute). Plus einen der Mastixkauerei geopferten Zahn (Hat 26 Jahre gehalten, ohne Betäubung, Bohrer mit Fußbetrieb, Kühlung aus ’ner Wasserflasche, nach der Nummer zum Essen beim Arzt eingeladen, Cesme Türkei). Alles was unsere deutsche Hypermedizin danach veranstaltet hat konnte ich nach spätestens 3 Jahren ausspucken (bezahlt ohne Zuschuss wg. „Gesetzgeber“, nicht ohne den Kiefer etliche Male aufzuschlitzen. Wird Zeit mal wieder nach Südosten zu gehen, die sind handwerklich einfach besser. Nur habe ich das Problem, dass Griechenland für’n Normaldeutschen inzwischen auch zu teuer ist, wir haben Troika ahnliche Verhältnisse seit 15 Jahren. Aber Bukarest mag noch gehen wenn man schnell ist. Unterkiefer ist hingerichtet, das hat die Kasse bezahlt, Neuaufbau sieht der Gesetzgeber nicht vor. Schönen Gruß aus Merkels Lobbiistenbude. Haferbrei ist lecker.

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