Griechenland entschärft Steuerfallen für Steuerausländer und -inländer

26. April 2014 / Aktualisiert: 02. Oktober 2017 / Aufrufe: 1.945

Das Finanzministerium in Griechenland entschärft in letzter Minute Steuerfallen, die unter anderem für zahllose Steuerausländer zu enormen Steuerzahlungen geführt hätte.

Das griechische Finanzministerium brachte eine Novelle ins Parlament, mit der alle Steuerpflichtigen, die ihren Steuerwohnsitz im Ausland haben, von den Bestimmungen bezüglich der auf Basis sogenannter Einkommens- und Lebensführungsindizien („τεκμήρια“) erfolgenden Einkommensbestimmung ausgenommen werden.

Bisher bestand die Voraussetzung für die Ausnahme von dieser fiktiven Veranlagung zur Einkommensteuer darin, keinerlei reales Einkommen in Griechenland zu erzielen. Wie jedoch in dem Begründungsbericht der Novelle festgestellt wird, „bezieht sich die Anwendung der Indizien auf natürliche Personen mit Steuerwohnsitz in Griechenland und kann nicht auf die natürlichen Personen (sprich Steuerausländer) ausgeweitet werden, die Einkommen aus Quellen in Griechenland haben„.

Die in Rede stehende Bestimmung bezieht sich auf das Wirtschaftjahr 2013 bzw. das Fiskaljahr 2014, kommt also auf die Einkommen des Jahres 2013 zur Anwendung, die mit den Einkommensteuererklärungen 2014 deklariert werden.

Erleichterungen auch für Geringverdiener, Kleinsparer, Studenten usw.

Was sogenannte Steuerinländer betrifft, sollen Steuerzahler, die 2013 reale Jahreseinkommen von bis zu 5.000 Euro hatten oder deren fiktiv festgestellten Einkommen 9.500 Euro nicht übersteigen, von der Einkommensbesteuerung ab dem ersten Euro und der 55%igen Steuervorauszahlung befreit werden. Diese Regelung bezieht sich allerdings nicht auf Personen, die einen selbständigen Beruf oder ein Unternehmen ausüben!

Gemäß der am 24 April 2014 dem Parlament vorgelegten Novelle sollen Geringverdiener, Studenten, Vermieter, Kleinsparer und Arbeitslose mit einem realen Jahreseinkommen von bis zu 5.000 Euro nicht wie ursprünglich vorgesehen ab dem ersten Euro mit der Steuerskala für Selbständige oder für Einkommen aus immobilen und mobilen Vermögenswerten, sondern mit der Steuerskala für Arbeitnehmer besteuert werden. Dies bedeutet, dass sie für das reale Einkommen von 5.000 Euro keine Einkommensteuer bezahlen und parallel auch den Lebenshaltungsindizien entgehen, sofern das sich daraus ergebende (fiktive) Einkommen nicht höher als 9.500 Euro liegt.

Spezielle sieht die Modifizierung, mit Verzerrungen korrigiert, welche der neue Modus der Einkommensbesteuerung verursacht, vor: „Wenn das reale Einkommen der Steuerpflichtigen für das Fiskaljahr 2014 (sprich Wirtschaftsjahr 2013) den Betrag von 5.000 Euro nicht übersteigt oder ihr fiktiv festgestelltes Einkommen den betrag von 9.500 Euro nicht übersteigt und sofern sie kein Unternehmen und keinen selbständigen Beruf ausüben, werden diese Einkommen von ihnen mit der Steuerskala für Arbeitnehmer – Rentner besteuert werden.

Damit die Steuerpflichtigen in diesem Fall die bei der Steuerskala für Arbeitnehmer geltende Steuerermäßigung von 2.100 Euro und den daraus resultierenden Steuerfreibetrag von 9.500 beanspruchen können, haben sie allerdings Zahlungsbelege (Rechnungen / Quittungen) über Konsumausgaben beizubringen, die 25% ihres Einkommens entsprechen.

Mit dieser neuen Regelung werden Arbeitslose oder Studenten, die Bagatellbeträge aus Teilnahme an subventionierten Weiterbildungsmaßnahmen, der Ausfüllung von Fragebogen oder Praktiken verdienten, aber auch alle, die minimale Beträge aus Zinsen oder Mieteinnahmen erzielten, nicht auf Basis der Lebenshaltungsindizien besteuert werden.

(Quelle: Imerisia)

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