Der Große Ausverkauf – Aktuelle Immobilienpreise in Griechenland

30. April 2014 / Aktualisiert: 02. Oktober 2017 / Aufrufe: 12.877

Infolge der Krise werden in Griechenland in vielen Gebieten inzwischen Altbauwohnungen zu Spottpreisen von sogar unter 300 Euro pro qm verkauft.

In Griechenland werden Altbauwohnungen in verschiedenen Gebieten Attikas sowie auch in Thessaloniki und anderen großen Städten inzwischen zu Spottpreisen verkauft. Aber auch die Neubauwohnungen sind unter den Hammer gekommen und werden im Vergleich zu den Niveaus vor der Krise um sogar bis über die Hälfte billiger angeboten.

Die wirklich großen Gelegenheiten finden sich jedoch bei Eigentumswohnungen, die 30 Jahre und älter sind und mittels gewisser Renovierungsarbeiten in kleine „Paläste“ umgewandelt werden können. Wohnungen, die bereits für ab 270 €/m² (beispielsweise in den Bezirken Sykies und Meteora in Thessaloniki) oder 300 €/m² (in Kalamata auf der Peloponnes) verkauft werden, gelten als Schnäppchen, weil für Wohnungen mit 100 m² weniger als 30.000 Euro ausgegeben zu werden brauchen und sie mit einem Betrag in der Größenordnung von 10.000 – 20.000 Euro renoviert werden können.

Fehlendes Kaufinteresse schickt die Preise weiter in den Keller

In allgemeinen Linien hat die Krise dazu geführt, dass zigtausende Altbauwohnungen für unter 300 €/m² angeboten werden, während man in vielen Wohngegenden in Athen Wohnungen für 480 €/qm findet. Die Daten aus der letzten Erhebung des Immobilienmakler-Netzwerks RE/MAX zeigen den „Erdrutsch“ der Preise, der hauptsächlich aus dem völligen Fehlen des Kaufinteresses herrührt.

Auf der anderen Seiten wollen die Eigentümer Immobilien „loswerden“, die sie nicht vermieten können und aus denen sie folglich keine Einnahmen haben, für die sie jedoch ab diesem Jahr gleichzeitig die neue Einheitliche Immobilien-Besitzsteuer (ENFIA) zu zahlen haben. Die erste Wahl all jener, die ihr Vermögen „verscherbeln“ wollen, ist, die alten und weniger attraktiven Immobilien zu veräußern. Deswegen haben auch in armen und unterbewerteten Gebieten in Athen und Thessaloniki die Verkaufsanzeigen imposant zugenommen.

Es ist anzumerken wert, dass – wie auch aus den nachfolgenden Tabellen ersichtlich ist – die Preise sich auf die gemittelten unteren und höchsten Preise beziehen. Dies bedeutet, dass es in einem Gebiet, wo Wohnungen für 300 €/m² verkauft werden, gegebenenfalls auch noch niedrigere Preise gibt. Wenn man außerdem die in den letzten Monaten erscheinenden Anzeigen durchsucht, finden sich auch 1- und 2-Zimmer-Wohnungen im Zentrum von Athen, die für 5.000 – 8.000 Euro, also zu Preisen von sogar auch unter 200 €/m² verkauft werden.

Was die Neubauten betrifft, lässt sich beobachten, dass es noch Anzeichen eines „Widerstand“ gibt, da der Preisrückgang nicht so groß ist wie bei den Altbauten. Natürlich gibt es Athener Wohngegenden, in denen man eine völlig neue Wohnung zu einem Preis bei rund 1.000 €/m² findet, während in Thessaloniki der durchschnittliche Mindestpreis für Neubauten bei 800 €/m² liegt (Evosmos, Kordelio). Die teuersten Gegenden sind laut der RE/MAX die Bezirke Vouliagmeni mit einem durchschnittlichen Höchstpreis von 6.000 €/m², Elliniko mit 5.500 €/m² und Voula mit 5.000 €/m².

Preisspiegel für Alt- und Neubauwohnungen in ganz Griechenland

Die in den nachstehenden Tabellen ausgewiesenen Preisspannen beziehen sich auf gemittelte Quadratmeterpreise für Wohnungen / Eigentumswohnungen im 1. Stock, Stand Januar 2014.

Aufzeigende Verkaufspreise für Wohnungen in Attika (€/m²)
Gebiet Altbauten Neubauten
ab bis ab bis
Athen – Zentrum
Ampelokipi 650 1.050 1.700 2.200
Votanikos 1.700 2.200
Goudi 750 1.100
Exarchia 570 1.000
Ilisia 750 1.100 1.600 2.100
Kolonaki 2.500 4.100
Koukaki 800 900
Lykavittos 1.400 2.140 1.600 2.500
Neapoli 700 1.000
Pagkrati 700 800
Petralona 700 800 1.500 2.200
Hilton 850 1.600
Nördliche Vorstadtbezirke
Ekali 1.700 2.150 2.400 3.400
Penteli 1.400 1.700 2.000 2500
Neo Psychiko 1.000 1.500 2.000 2.500
Palio Psychiko 1.800 2.900 3.000 4.000
Vrilissia 1.300 1.500 2.300 2.900
Agia Paraskevi 900 1.300 2.000 2.400
Chalandri 1.000 1.300 2.300 2.700
Nea Erythrea 1.400 1.900 2.200 2.900
Kifisia 1.100 1.900 2.200 3.600
Cholargos 900 1.300 2.100 2.350
Südliche Vorstadtbezirke
Vouliagmeni 2.500 3.500 5.000 6.000
Glyfada 2.000 2.500 3.500 4.500
Voula 2.000 2.500 4.000 5.000
Kato Elliniko 4.500 5.500
Kallithea 500 800
Alimos 900 1.500 1.900 2.700
Paleo Faliro 1.000 1.500 2.500 3.000
Neos Kosmos 900 1.000 1.300 1.600
Nea Smyrni 800 1.000
Gemeinde Piräus & sonstige Bezirke
Freattyda 650 1.050 1.400 1.800
Kaminia 480 700 1.000 1.250
Pasalimani 700 1.150 1.400 1.700
Piraus 600 950 1.300 1.500
Kastela 1.250 1.900 2.150 2.800
Kallipoli 800 1.100 1.400 1.700
Piraiki 900 1.350 1.500 1.700
Neo Faliro 700 900 1.200 1.600
Chatzikyriakio 500 1.000 1.500 1.700
Aufzeigende Verkaufspreise für Wohnungen in Thessaloniki (€/m²)
Gebiet Altbauten Neubauten
ab bis ab bis
Thessaloniki – Zentrum
Historisches Zentrum 700 1.400
Ano Poli (Altstadt) 800 1.300 1.250 1.600
Palia Paralia 3.000 5.000
Nördliche Bezirke
Agios Pavlos 900 1.150
Westliche Bezirke
Ampelokipi 550 750 850 1.250
Stavroupoli 500 800 900 1.200
Evosmos 650 850 800 1.250
Kordelio 400 550 800 1.000
Ilioupoli 500 800 900 1.250
Oreaokastro 750 850 1.000 1.250
Polichni 400 700 900 1.200
Nea Evkarpia 700 850 850 1.200
Neapoli 270 350 1.400 1.800
Sykies 270 350 1.400 1.800
Meteora 1.200 1.600
Östliche Bezirke
Pylea 1.000 1.600 1.800 2.500
Karampournaki 1.100 2.200 1.700 3.500
Kalamaria 1.100 1.600 1.700 2.600
Agios Ioannis 1.100 1.500 1.900 2.500
Vyzantio 1.200 1.600 2.000 2.500
Kifisia 1.000 1.400 1.500 2.200
Panorama 900 1.300 1.300 1.900
Aufzeigende Verkaufspreise für Wohnungen in der Peripherie (€/m²)
Stadt Altbauten Neubauten
ab bis ab bis
Volos 500 700 1.000 1.500
Ermoupoli (Syros) 500 800 1.000 1.200
Kavala (Küstenbezirke) 700 850 950 1.400
Karditsa 400 700 1.050 1.150
Korfu 700 1.800 1.100 1.900
Kalamata 300 600 800 1.600
Lamia 500 600 1.000 1.700
Larisa 550 1.000 1.100 1.550
Patras 500 1.200 1.100 1.900

(Quelle: Imerisia)

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  1. Norbert
    3. Mai 2014, 09:32 | #1

    Ich kann mich an Zeiten erinnern in denen man ein altes, renovierungsbedürftiges kretisches Haus für 5000 D-Mark kriegen konnte. War damals allerdings mit 400 pro Jahr unterwegs, hat also nicht geklappt. Die heutigen „Schnäppchen“ gehen wohl eher an die Heuschrecken die genug Geld haben das für sie „arbeitet“. Inzwischen habe ich ein mehrstöckiges 220 Quadratmeter Haus in Germania für 200000 Mark oder 100000 Euro und frage mich immer noch wie die Phantasiepreise in GR (500000 Mark für’n Betonklotz) zustande gekommen sind.

  2. Petroulla
    4. Mai 2014, 19:41 | #2

    Auch ich habe mich etwas gewundert, was man heutzutage in GR unter „Ausverkauf“ oder „Spottpreisen“ versteht. Da wird eine 75 qm Wohnung für 160.000 € angeboten, ein älteres Häuschen mit etwa gleicher Wohnfläche für 150.000 € etc. War mit einem Bekannten unterwegs, der sich für eine Immobilie interessiert hat, dann aber erstmal Abstand genommen hat. Die Preise pro qm seien ja zum Teil höher als in D! Und außerdem reden wir auch nicht von der gleichen Qualität. Haben mal die Nase in die Produktion einer Fertigteilhaus-Firma gesteckt… oh du meine Güte! Und letztlich hat man in GR schließlich auch ein ganz anderes Lohnniveau als in D. Man kann sich nicht eben mal ein Beispiel herauspicken, sagen wir eine Penthouse-Wohnung am Englischen Garten in München, und dann meinen, der Preis müßte nun auch auf jeden Ziegenstall anwendbar sein. Aber die Vergleiche hinken hier leider sehr oft. Nur leitet man daraus immer wieder Ansprüche ab, und erhebt dann ein Riesengeschrei, wenn man damit keinen Erfolg hat.

  3. Hexe
    5. Mai 2014, 16:21 | #3

    Was selbst heute noch in GR an Häusern und Wohnungen zu exorbitanten Preisen angeboten wird, spottet in Sachen Qualität jeder Beschreibung. Die Preise sind noch immer exorbitant und viel zu hoch. Dazu auch noch immer das Gleiche: quadratisch, praktisch, gut – langweilig! Das selbe gilt übrigens für Hotelzimmer und sog. „Bungalows“, die meist höchstens alte Ziegenställe mit gemauerten Betten und schimmligen Duschen sind.

  4. Anna
    6. Mai 2014, 01:51 | #4

    Die Preise sind zwar in den letzten Jahren ziemlich gefallen, aber für das was geboten wird immer noch viel zu hoch. Die Baussubstanz selbst der Neubauten ist niemals auf nordeuropäischem Niveau, es fehlt an Isolierungen, Trittschalldämmung, Dampf- und Feuchtigkeitssperren, ausreichende Belüftungssysteme, die Leitungsquerschintte sind meist zu eng, Neigungswinkel falsch bemessen usw. Die Altbauten aus den 1960er-80er Jahren bestehen aus einfachsten Betonskeletten mit Ziegeln ausgemauert, sowas würde man in Deutschland aus verschiedenen Gründen sofort abreissen, es wäre schlicht unverkäuflich. Eine weitere Halbierung der Preise und wir würden uns langsam der Realität nähern, dann käme evtl. auch Bewegung in den Markt. Immerhin verfügt jeder Grieche statistisch über mindestens 2 Immobilien…

  5. GR-Block
    6. Mai 2014, 11:56 | #5

    Bei all diesen Betrachtungen sollte man nicht den eigenen Augenfilter außer Betracht lassen. Natürlich sind die Preise in Attika die höchsten in GR und natürlich haben sich die Preise an den Küsten aufgrund der ausländischen Nachfrage unabhängig vom Großteil des Landes entwickelt. Prinzipiell sind Immobilien im europäischen Vergleich in GR relativ wenig wert, wenn man sie als Spekulationsobjekt (Anlage) betrachtet. Der Wert einer Immobilie erschließt sich dem Griechen meist nur, wenn er sie bewohnt (sofern er, wie die Mehrheit, fern vom Tourismus lebt). Deshalb bewohnen ca. 80% ihre eigene Immobilie. Es hat seinen Grund, warum Konzerne wie Carrefour und LIDL seit Jahren auf gut Glück große Grundstücke mit Lagerräumen, Verkaufsräumen und Parkplätzen kaufen. Weil die Preise niedrig sind und ein Fehlkauf deshalb kaum Schaden anrichtet.
    Davon unterscheidet sich der verständliche Wunsch des ehemaligen Touristen sich eine Immobilie z.B. als Altersruhesitz zu erwerben; das zieht nämlich die Spekulanten und Immobilienkonzerne an, die als Zwischenbesitzer Geld machen wollen, ohne wirklich Eigenbedarf zu haben. Die vielen „Schnäppchensucher“ haben hier die Preise ins unermessliche steigen lassen, weil sie aus der Ferne oft nicht von Privat kaufen können. Im Moment bricht die Inländer-Nachfrage zusammen und deshalb fallen die Preise. Das betrifft aber die für die Gäste interessanten Objekte nur indirekt. D.h. in Zukunft wird der Markt noch stärker durch Konzerne und ausländische Käufer bestimmt werden. Die vielen Griechen, die jetzt in der Krise verkaufen möchten, werden kaum nutzen daraus ziehen können. Sie sitzen in der Falle, denn Ihre Schulden wurden europäisch aufgewertet, ihre Immobilien abgewertet.

  6. 7. Juni 2014, 01:14 | #6

    Jaja, latürnich. Aber nachdem die Briten, ich sage das jetzt mal so frei, unter Thatcher in extrem reich und extrem arm gespalten wurden, ist da für uns nichts mehr drin. Die Reichen sind drinnen. Die 2. oder 3. Besetzung der Insel Kreta? Die Deutschen hierzulande wurden seitdem runtergefahren, alle, und so gerne ich meinen Altersarsch (darf man das sagen?) und meine kaputten Rippen in Wärme betten würde, Briten waren schon da und handeln Häuser. Und ich will nur 2 – 3 Zimmer. Meine Gefrierbude in Germania kann gerne ein Brite haben, aber so doof sind die auch nicht, dort, bei denen zu Hause ist es wärmer. Hab‘ da jahrelang draußen geschlafen. Außerdem bin ich verheiratet und krieg die Bude eh‘ nicht los. Scheiße.

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