Troika fordert Freigabe des Medikamenten-Verkaufs in Griechenland

5. März 2014 / Aufrufe: 1.135

Die Verhandlungen mit der Troika stecken wieder einmal in einer Sackgasse, da die Gläubiger beharrlich die Freigabe des Verkaufs aller rezeptfreien Medikamente fordern.

Die meisten Themen, die sich auf die Apotheker und die nicht verschreibungspflichtigen Medikamente beziehen und den aktuellen Disput zwischen dem Gesundheitsministerium und den Vertretern der Gläubiger Griechenlands beziehen, bleiben weiterhin offen.

Der einzige Punkt, in dem beide Seiten eine Einigung erreichten, betrifft die Ausweitung der Öffnungszeiten der Apotheken an den Nachmittagen des Montags, Mittwochs und Samstags. In allen anderen Themen gab es eine völlige Meinungsverschiedenheit.

Troika besteht auf Öffnung des Apothekenmarkts

Spezieller wollen die Vertreter der Troika die völlige Freigabe des Apotheker-Berufs. Sie beharren auf der Änderung des Eigentumsstatus der Apotheken (derzeit kann in Griechenland kein Unternehmer eine Apotheke eröffnen, der nicht selbst über ein Apotheker-Diplom verfügt), die Reduzierung der Mindestentfernungen zwischen den Läden und den Verkauf der nicht rezeptpflichtigen Medikamente auch außerhalb der Apotheken (z. B. in Supermärkten). Ebenfalls fordern sie die Senkung der (fallweise gesetzlich festgeschriebenen) Gewinnspanne der Apotheker auf 15%.

Informationen zufolge einigten der griechische Gesundheitsminister Adonis Georgiadis und die Vertreter der Delegation der Troika sich darauf, das Thema der weiteren Senkung der Gewinnspanne der Apotheker nach sechs Monaten erneut zu untersuchen, während Herr Georgiadis unmittelbar nach dem Treffen (mit der Troika) dem Finanzminister Giannis Stournaras einen Besuch abstattete.

Am heutigen Mittwoch (05 März 2014) tritt der Vorstand der Panhelleinischen Apotheker-Verbands zu einer außerordentlichen Sitzung zusammen. In diesem Zusammenhang sei angemerkt, dass von Seite der Berufsverbände der griechischen Apotheker die Freigabe des Verkaufs rezeptfreier Medikamente außerhalb der Apotheken zum „Casus Belli“ und Anlass für nachhaltige Protestaktionen erklärt wurde.

(Quelle: in.gr)

Relevante Beiträge:

  1. Götterbote
    5. März 2014, 12:43 | #1

    Es ist wirklich unglaublich, wie tief sich die Troika in die Politik des Landes einmischt. Mal davon abgesehen, dass die hier beschriebenen von der Troika geforderten Maßnahmen wohl kaum das Problem lösen werden, bin ich verwundert, was da gefordert wird. Meiner subjektiven Wahrnehmung nach, ist das Apothekennetz in Griechenland bestimmt nicht „dünner“, als das in Deutschland, ganz im Gegenteil. Und außer fragwürdigen Nahrungsergänzungsmitteln und Pseydo-Erkältungsmitteln (z.B. Meeressalz-Nasenspray) gibt es in Deutschland auch keine rezeptfreien Medikamente außerhalb von Apotheken zu kaufen. Und zu guter Letzt benötigt man in Deutschland auch die Apotheker-Approbation um eine Apotheke zu führen. Also wieso wird hier wieder mit zweierlei Maß gemessen?

  2. V 99%
    6. März 2014, 00:59 | #2

    Die Forderungen klingen überwiegend nicht gerade plausibel. Ich kenne kein Land, in dem die Apotheken so, wie hier aus dem Boden spriessen. Eine Lizens für Apotheken, ohne nötiges Fachwissen zu erteilen, ist nicht besonders sinnvoll. Seltsamer Weise wird die TROIKA aber immer noch von manchen Leuten mit „Deutschland“ verwechselt. Nur zur Erinnerung, in der Europäischen Kommission (nur ein Teil der TROIKA) sitzen von 28 Leuten nur ein Deutscher, dafür aber immerhin zwei Griechinnen.

  3. Götterbote
    6. März 2014, 13:16 | #3

    @V 99%
    Das ist für mich kein Argument. Es können auch 100 Griechen in der Kommission sitzen. Wenn aber der eine Deutsche den Ton angibt, dann ist er das entscheidende Mitglied. Und inzwischen sollte jedem klar sein, wer in der Sparpolitik Griechenlands den Ton bestimmt. Nicht nur Deutschland, aber doch zum großen Teil.

  4. Bluebird
    16. März 2014, 12:21 | #4

    Vor 2 Jahren war der Anteil der vorhandenen Apotheken in Saloniki hoeher, als in ganz Oesterreich. Seitdem wurden noch mehr im ganzen Land eroeffnet. Sollen die sich jetzt gegenseitig vernichten? Vermutlich ja!

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