Rauchverbot: die spinnen, die Griechen!

19. März 2014 / Aufrufe: 1.243

Das in Griechenland bereits 2010 in Kraft gesetzte, jedoch allgemein kaum durchgesetzte radikale Rauchverbot wurde als Quelle erquicklicher Einnahmen wiederentdeckt.

Nachdem den meisten Kommunen finanziell „das Wasser bis zum Hals (wenn nicht gar weit über die Nase) steht„, werden in Euböa – wie im übrigen auch in anderen Regionen Griechenlands – neuerdings wieder strenge Kontrollen bezüglich der Umsetzung des bereits im Herbst 2010 in Kraft gesetzten radikalen Rauchverbots durchgeführt und horrende Geldstrafen verhängt.

So wurde vor einigen Tagen im Zentrum der Stadt Chalkida eine Lotto-Annahmestelle (OPAP-Agentur) von Kontrolleuren „heimgesucht“, die sowohl den Inhaber als auch zwei Kunden beim Rauchen erwischten und Geldstrafen in Höhe von insgesamt 1.600 Euro verhängten!

Konkret stellten die Kontrolleure Geldstrafen in Höhe von 1.500 Euro gegen den Inhaber (wegen angezündeter Zigarette, Aschenbechern auf den Tischen und fehlendem Hinweisschild auf das Rauchverbot) und jeweils 50 Euro gegen die beiden Kunden fest, die „in flagranti“ beim Rauchen erwischt wurden.

(Quelle: eviazoom)

Relevante Beiträge:

  1. GR-Block
    19. März 2014, 13:16 | #1

    Naja, bei aller Freiheitsliebe. Ich kann nicht wirklich Mitleid mit Rauchern haben. Allerdings sollten neben den disziplinarischen Maßnahmen und der medizinischen Aufklärung auch modernere Anti-Tabak-Werbestrategien gefahren werden. Es ist nicht hilfreich, wenn lediglich der Gesundheitsminister vom Rauchen abrät, weil es Gesundheitskosten verursachen würde. Denn für die Jugend ist es ja besonders sexy, sich solchen schulmeisterlichen Belehrungen zu widersetzen. Viel wirkungsvoller wäre aus dem Munde einer Τζούλια ein verführerrischer Satz im Stile von: „Wer Raucher küsst, lutscht auch Aschenbecher aus“. Das täte Wirkung. Auf jeden Fall mehr, als wenn der Schöne Adonis blöd daherfaseln würde, wie kürzlich am Imperial College.

  2. Jetzt-red-I
    19. März 2014, 13:43 | #2

    Da lachen ja sogar die Hühner. Rauchverbotskontrollen inn Griechenland? Ich kenne kein Lokal wo nicht ungeniert in Anwesenheit von Nichtrauchern und Kindern von Gästen des Lokals geraucht wird. Die Gaststättenbesitzer werden einen Teufel tun um dies zu verhindern und ihre Gäste damit vertreiben. Abgesehen davon handelt es sich bei diesen Kontrollen wieder einmal nur um sporadische Stichproben, welche nach kurzer Zeit wieder eingestellt werden und die Eintreibung der Strafgebühren im Sande verläuft. Ich kann allen griechischen Rauchern nur den Gang zu den Gerichten anraten um für ihre Menschenrechte zu kämpfen.

  3. Götterbote
    19. März 2014, 14:46 | #3

    Völlig unverständlich, warum man solche Geldquellen, die nebenbei noch einen äußerst positiven Nebeneffekt haben, nicht überall ausschöpft. Das würde kurzfristig Geld bringen und langfristig auch (Unbelehrbare gibt es immer). Gleiches gilt für Verkehrskontrollen und sonstige Ordnungswidrigkeiten.

  4. erloeser
    19. März 2014, 17:03 | #4

    Es wurde hier – wie man leicht feststellen kann, wenn man nach dem Tag „Rauchverbot“ sucht – öfters beklagt, dass das Rauchverbot in Griechenland nicht umgesetzt wird (Blogschlagzeile vom 06.06.2013 „Rauchverbot in Griechenland wird kaum durchgesetzt“).
    Weiterhin wurde unterstellt, die Troika setze sich für eine Lockerung des Rauchverbotes ein um zusätzliche Staatseinnahmen durch Tabaksteuer zu generieren. (Blogschlagzeile „Griechenland lockert unter Druck seiner Gläubiger das Rauchverbot“ vom 01.07.2011.
    Nun setzen die Griechen das Rauchverbot durch (wie, wenn nicht mit den Strafen, die dafür vorgesehen sind und die auf der vom Griechenland beworbenen Seite“partnerbiz.net“ nachzulesen sind (http://www.partnerbiz.net/griechenland-aktuell_2009-07.html) und nun spinnen sie?
    Es ist gut, wenn man weiß, was man will, wenn man nicht weiß was man will, ist das nicht so gut

  5. V 99%
    20. März 2014, 00:33 | #5

    Statt drakonische unrealistische Geldstrafen zu verhaengen und dann am Ende wieder leer auszugehen, sollte vor Ort so viel wie moeglich Bares eingetrieben werden und in genanntem Fall an Krebsopfer in Form von Passivrauchern direkt weiter gegeben werden.
    Wenn man in Athen an jede Kreuzung einen, mit optischen Beweismitteln bewaffneten, Verkehrspolizisten aufstellen würde, der nur die Rotlichtverstösse dokumentiert und Anstelle der unrealistischen 700 € nur 50 € moeglichst direkt, mit Hilfe weiterer Kollegen, abkassiert, wuerde innerhalb kuerzester Zeit so viel Geld zusammenkommen, dass man keine Hilfskredite mehr braucht.

  6. Hexe
    20. März 2014, 09:10 | #6

    Und wann werden all die Fleischfresser, die massgeblich für den CO2-Ausstoss mitverantwortlich sind und all das Leid der Tiere in den Fleischfabriken zu verantworten haben, zur Rechenschaft gezogen? Wenn ich mir als Raucherin diese Bilder und Sprüche auf den Zigarettenpackungen antun muss, dann sollten alle Metzger wenigstens dazu verpflichtet werden, ihre Tierleichenteile in Papier einzuwickeln, auf dem Bilder von den Massenhinrichtungen in den Tierfabriken aufgedruckt sind.

  7. Norbert
    20. März 2014, 09:48 | #7

    Und ich würde nach wie vor empfehlen die passiven Wegschnupperer von 2600 Atomversuchen, Tschernobyl und Fukushima zu entschädigen. Rauchen ist erst seit den 50igern bzw. 60igern ungesund. Ablenkungsmanöver. Ansonsten viel Spaß mit Jod, Fluorid, Aspartam und Glutamat. Alles gesund und legal und macht die Birne schön weich für Quecksilberlampen und Extremwassersparen was die Kanalisation ruiniert und garnichts spart, weil die Wasswewerke durchspülen müssen, was wir zwar bezahlen aber nicht verbrauchen.

  8. Roditisa
    21. März 2014, 21:15 | #8

    Ich gestehe, ich bin wirklich froh darüber. Ich habe es schon als Kind gehasst, aus verrauchten Cafes mit einer Bindehautentzündung zu kommen und musste hier immer mit den rauchenden Gästen streiten, wenn ich meine Kinder vor dem Qualm schützen wollte. Seit etwa 1 Jahr aber genügt ein freundlicher Hinweis auf die Anwesenheit von Kindern und die Zigarette verschwindet sofort.
    Ausschlaggebend dabei ist, dass die Strafe für den Wirt extrem hoch ist. Die Wirte haben nämlich früher immer die Partei der Raucher ergriffen (oft halt selbst auch Raucher).

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