Besteuerung ausländischer Einkommen in Griechenland

31. März 2014 / Aufrufe: 3.124

Hinweise zu Deklaration und Besteuerung von Steuerinländern oder Steuerausländern im Ausland erzielter Einkommen in Griechenland.

In Anknüpfung an den Beitrag über die Besteuerung im Ausland ansässiger Personen in Griechenland wird in dem gegenwärtigen Beitrag auf Themen bezüglich der Besteuerung im Ausland erzielter Einkommen eingegangen, die sowohl viele griechische Bürger als sinngemäß auch Ausländer beschäftigen, die in Griechenland fallweise unbeschränkt oder beschränkt steuerpflichtig  oder aus einem anderen Anlass aufgefordert sind, die Herkunft ausländischer Einkommen nachzuweisen bzw. zu rechtfertigen.

In diesem Zusammenhang ist unbedingt zu realisieren, dass eine in Griechenland ansässige Person (Steuerinländer) unabhängig von ihrer Staatsangehörigkeit für das weltweite Einkommen in Griechenland besteuert wird, außer wenn eine Besteuerung im Ausland einbehalten wurde, die unter die Abkommen zur Vermeidung der Doppelbesteuerung zwischen Griechenland und dem ausländischen Staat fallen. Im Ausland ansässige Personen (Steuerausländer) werden dagegen in Griechenland nicht für im Ausland erzielte Einkommen, sondern nur für das in Griechenland erzielte Einkommen besteuert.

Was mit Vermögensnachweis und Einkommensindizien geschieht

Ein im Rahmen der Besteuerung eines Auslandsansässigen (Steuerausländers) auftretendes substantielles Problem ist jedoch der Vermögensnachweis bzw. das – wie in der neuen Einkommensteuerverordnung angeführt – anlässlich eines Kaufs (z. B. einer Immobilie) „gemutmaßte Einkommen“ (Erwerbs-Indiz). Dies bedeutet, dass ein Grieche, wenn er dauerhaft in einem Land – sei es auch der EU – ansässig ist und dort arbeitet und beispielsweise einen Betrag von 60.000 Euro anspart und bei seiner Rückkehr nach Griechenland anstrebt, das Geld entweder per Bank einzuführen oder direkt irgend ein Vermögenselement zu kaufen, Schwierigkeiten haben wird, diesen Kauf zu rechtfertigen.

Hier erkennen wir zwei Möglichkeiten des Vorgehens:

  1. Das Einkommen im Ausland nebst den im Ausland einbehaltenen Steuern wird jedes Jahr (auch) in Griechenland deklariert (Formular E1 der Einkommensteuererklärung), und zwar bei gleichzeitiger Berufung auf das Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) zwischen Griechenland und dem ausländischen Staat, um die zusätzliche Besteuerung (in Griechenland) abzuwenden. Hier lauert allerdings eine unangenehme Überraschung, weil es in der griechischen Steuergesetzgebung den „Haken“ der „außerordentlichen Solidaritätsabgabe“ gibt, der kein Einkommen entgeht! Daher wird zumindest auf dieser Ebene eine Doppelbesteuerung nicht vermieden werden können.
    Ergänzend sei angemerkt, dass diese „Sonderabgabe“ mit einem Satz von 1% – 4% auf den gesamten in Griechenland deklarierten (also nicht zwangsläufig nur in Griechenland erzielten) Teil des Einkommens erhoben wird, der 12.000 Euro übersteigt.
  2. Da jemand, der im Ausland ansässig (sprich Steuerausländer) ist, nicht verpflichtet ist, die im Ausland erzielten Einkommen in Griechenland zu deklarieren, kann er, wenn er nach Griechenland zurückkehrt (bzw. kommt) und das Geld einführt oder ein Vermögenselement (z. B. eine Immobilie) kauft, dann – sofern er zur Rechtfertigung des Betrags gegenüber dem Finanzamt aufgefordert wird – einfach Bescheinigungen des Staates beibringen, aus dem dieses Einkommen herrührt. In diesem Rahmen muss er allerdings für den gesamten Zeitraum, auf den er sich berufen wird, den Status des Auslandsansässigen (sprich Steuerausländers) nachweisen.

Ergänzend sei angemerkt, dass in Fällen, in denen das griechische Finanzamt zu dem Schluss kommt, irgend ein Betrag sei nicht erschöpfend versteuert bzw. die erfolgte Besteuerung nicht hinreichend nachgewiesen worden, wird der strittige Betrag kurzerhand als „aus unbekannter Quelle herrührend“ betrachtet und nachträglich (sprich nebst allen gegebenenfalls fällig werdenden Strafsteuern, Säumniszuschlägen, Geldstrafen usw.) wie ein Einkommen aus einer selbständigen / unternehmerischen Aktivität besteuert – womit schnell die Hälfte oder auch mehr des strittigen Betrags in die Staatskasse fließt, wenn nicht sogar ein „fettes“ Strafverfahren eingeleitet wird.

Besteuerungsunterschiede zwischen den Staaten

Ein Thema, das ebenfalls viele Leute beschäftigte, sind die Unterschiede zwischen den Staaten bei der Besteuerung. Was gilt? Allgemeine Regel ist das Prinzip des höheren Steuersatzes. Wo also das Einkommen mit einem höheren Satz besteuert wird, erschöpft sich die Verpflichtung.

 Was geschieht jedoch, wenn beispielsweise jemand in einem ausländischen Staat mit 10% besteuert wurde und damit in diesem Staat seine steuerlichen Verpflichtungen erfüllt hat, in Griechenland jedoch für das selbe Einkommen einem Steuersatz von 22% unterliegt? Hier gibt es keine allgemeingültige Antwort: Sie fällt je nach Fall analog zu dem Staat und dem aus, was das DBA Griechenlands mit diesem Staat vorsieht. Ebenfalls hat das griechische Finanzministerium eine Liste der Staaten veröffentlicht, in denen „man“ eine „privilegierte“ Besteuerung genießt und folglich in Griechenland (zusätzlich) zu besteuern ist. Bezeichnenderweise umfasst diese Liste nicht nur klassische / traditionelle „Steuerparadiese“ sondern auch Staaten wie Albanien, Bulgarien, Irland, Zypern usw.!

Weiter gibt es Fälle, in denen die Besteuerung auch von der Art des Einkommens abhängt; wenn also in dem DBA zwischen Griechenland und dem ausländischen Staat beispielsweise keine Vorsehung für die Einkommen aus Urheberrechten getroffen worden ist, erfolgt dann die Besteuerung des in Griechenland Ansässigen (sprich Steuerinländers) für diese Einkommen mit dem in Griechenland geltenden Steuersatz.

Wer also Einkommen im Ausland erzielt und in Griechenland ansässig ist, hat daher – sofern im Ausland Steuern einbehalten wurde – das Doppelbesteuerungsabkommen zu studieren und nachzusehen, was und wie jeweils darunter fällt. Oft wird bei Auslandseinkommen die Option geboten, dort überhaupt nicht, sondern direkt im Land des jeweiligen ständigen (Steuer-) Wohnsitzes besteuert zu werden. Dies hängt wiederum von dem Land ab.

Selbständiger Beruf und abhängige Beschäftigung

Ein weiteres sich erhebendes Thema ist die Art des Einkommens, also ob jemand im Ausland Einkommen aus einem selbständigen Beruf oder einer abhängigen Beschäftigung hat. Auf dieser Ebene ist das kritische Element, wo man ständig (steuer-) ansässig ist. Rühren die Einkommen aus einem selbständigen Beruf im Ausland her, ist dann wahrscheinlich dort auch eine Anmeldung eines Gewerbes unter den dortigen Regelungen und der Versicherung des (jeweils zuständigen) ausländischen Trägers erfolgt; somit besteht in der Regel in Griechenland keine Verpflichtung zur Anmeldung eines Gewerbes, der Abgabe des Formulars E3 oder einer Versicherung beim OAEE.

Wenn jedoch jemand Gewerbetreibender mit Anmeldung eines Gewerbes in Griechenland ist, fallen seine Auslandseinkommen unter dieses Gewerbe – womit er praktisch im Ausland Belege (je nach Staat mit oder ohne MwSt.) ausstellt und die entsprechenden Einnahmen regulär in Griechenland in den Büchern und auf dem Formular E3 deklariert werden, als ob ein Export einer Dienstleistung durchgeführt worden wäre.

Hinsichtlich der Behandlung hat der im Ausland abhängig Beschäftigte keinen substantiellen Unterschied, jedoch lauert in jedem Fall die Gefahr, von dem Finanzamt aufgefordert zu werden, die einschlägigen Verträge beizubringen, welche die abhängige oder sonstige Beschäftigung in dem ausländischen Staat belegen, sofern er Einkommen aus dem Ausland deklariert. In diesem Fall müssen die Verträge amtlich / offiziell übersetzt sein, damit die lokalen Finanzämter die Unterlagen anerkennen.

Vorsicht an alle, die unterlassen, Einkommen aus dem Ausland zu deklarieren! Letztendlich ist klarzustellen, dass es ein großer Fehler ist, dass manche Leute eine Zeit lang im Ausland arbeiten, die Einkommen in Griechenland nicht deklarieren und sich mit einer unangenehmen Überraschung konfrontiert sehen werden. Hier ist Vorsicht geboten, da der ständige Wohnsitz im Ausland jedes Jahr mittels der gesetzlich vorgesehenen Unterlagen nachzuweisen ist.

Die Einbehaltung von Steuern auf Einkommen aus dem Ausland ist ebenfalls jedes Jahr nachzuweisen, wenn dieses Einkommen (in Griechenland) deklariert wird, und alles muss nebst der Haager Apostille amtlich übersetzt sein, anderenfalls werden die Belege nicht anerkannt und man begibt sich möglicherweise grundlos in Abenteuer. Es ist sehr wichtig, das DBA zwischen Griechenland und dem Land zu lesen, in das man emigriert ist, oder einen Steuerberater mit Erfahrung in Fällen solcher Art zu konsultieren.

(Quelle: moneyguru.gr)

Relevante Beiträge:

  1. Tinos
    31. März 2014, 17:08 | #1

    Warum werden meine Kommentare meistens gelöscht?

    • Team
      31. März 2014, 19:06 | #2

      @Tinos
      Weil nach Ansicht der Moderatoren bei den bisher insgesamt 28 hinterlassenen Kommentaren auf die 3 (!) gelöschten Kommentare (wie im übrigen auch den gegenwärtigen) jeweils wenigstens eins der nachstehenden Attribute zutrifft:
      – inkompetent
      – irrelevant
      – irreführend
      – polemisch
      – reflexiv
      – repetitiv
      – unsachlich
      – unwahr

Kommentare sind geschlossen