Wütende Bürger in Griechenland fackeln Mautstelle ab

10. Februar 2014 / Aufrufe: 1.326

Gegen die absurde Erhöhung der Mautgebühren in Griechenland protestierende Bürger haben bei der Mautstelle Malakassa ein Kassenhäuschen verbrannt.

Die in der vergangenen Woche (sprich Anfang Februar 2014) in Kraft getretenen unerhörten und völlig irrationalen Erhöhungen der Mautgebühren in ganz Griechenland um bis zu 60 Prozent haben nach heftigen Protesten auf allen Ebenen nun auch eine erste gewaltsame Reaktion herbeigeführt.

Konkret rissen am vergangenen Sonntag (09 Februar 2014) erzürnte Demonstranten bei der Mautstelle Malakassa ein Kassenhäuschen ab und übergaben es den Flammen.

Mautgebühren übersteigen sogar die Spritkosten!

Laut einschlägigen Reportagen hatten sich am Sonntagnachmittag ungefähr 500 Anwohner der Gegenden bei Malakassa, darunter auch Mitglieder der Bewegung „Ich zahle nicht“ und Einwohner des Gemeindeverbands Oropos, bei der dortigen Mautstelle versammelt und mit Parolen gegen die Erhöhung der Straßengebühren und die Regierung des Premierministers Antonis Samaras demonstrierten.

Die von Anfang an „nach Schießpulver riechende“ Situation eskalierte, als gegen 8 Uhr abends ein Konvoi von etwa 50 Fahrzeugen mit Bürgern eintraf, die dem Protestaufruf der Gemeinde Opopos gefolgt waren, und einige Demonstranten ein Kassenhäuschen umstürzten und in ein bereits brennendes Feuer warfen. Anderen Berichten zufolge wurden auch weitere Sachbeschädigungen an den Anlagen der Mautstation verzeichnet. Die zusammengezogenen und in kurzer Entfernung in Stellung getretenen Polizeikräfte schritten nicht ein, während der Bürgermeister von Oropos die Ausschreitungen verurteilte und die Demonstranten aufrief, die Beherrschung zu bewahren.

Ergänzend sei angemerkt, dass in der konkreten Region – wie im übrigen auch in etlichen anderen Gebieten – infolge der Inbetriebnahme neuer Mautstellen (an obendrein nicht selten nicht einmal fertig gestellten Verkehrsachsen) zahllose lokale Pendler unverschämt abgezockt werden, zumal die Bau- / Betriebsgesellschaften systematisch die vertragliche Verpflichtung unterlaufen, die Möglichkeit zur Nutzung alternativer, sprich mautfreier Umgehungsstraßen sicherzustellen bzw. nicht zu verhindern. Im übrigen hat der Maut-Wahn inzwischen so weit geführt, dass die Straßengebühren gegebenenfalls sogar die Spritkosten übersteigen!

(Quellen: To Pontiki, Zougla.gr, Medienberichte)

Relevante Beiträge:

  1. Ronald
    11. Februar 2014, 09:59 | #1

    Auch wenn das griechische Privatfernsehen das Kassenhäuschen fünf mal in’s Feuer stürzen lässt (warum eigentlich nicht in Slowmotion?) und das Mäuschen schon ganz aufgeregt mit den Pfötchen trappelt: Das is keine Revolution und es wird auch keine geben …

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