Rechtsradikales Business in Griechenland

18. Januar 2014 / Aufrufe: 380

Steuerfahnder haben zwei Offshore-Gesellschaften in Zypern ausfindig gemacht, die einem Funktionär der rechtsradikalen Chrysi Avgi in Griechenland gehören sollen.

Informationen der Zeitung „To Vima“ zufolge haben die Prüfer des Dezernats für Wirtschaftskriminalität (SDOE) zwei Offshore-Gesellschaften in Zypern ausfindig gemacht, die einem mit den Finanzen der rechtsradikalen Chrysi Avgi in Zusammenhang stehenden Funktionär der Partei gehören sollen.

Parallel wurden bei den bisherigen Ermittlungen 150.000 Euro auf einem Konto des seit Anfang Oktober 2013 in Untersuchungshaft einsitzenden Abgeordneten der Chrysi Avgi, Giannis Lagos, gefunden, der sich in seinen Steuererklärungen und Vermögensdeklarationen als praktisch arbeitslos (abgesehen natürlich von seinem Mandat) und mittellos erklärte.

Ermittler sprechen von einer neuen Dimension

Die Funde der Steuerfahnder verleihen der im vergangenen Herbst nach dem Mord an dem 35-jährigen Pavlos Fyssas und im Rahmen der gerichtlichen Untersuchung bezüglich der Aktivität der Chrysi Avgi begonnenen Ermittlungen des SDOE über die Geschäfte und Finanzierungsquellen der Partei eine neue Dimension.

Parallel wird die Bekanntgabe der Ergebnisse der Untersuchung der elektronischen Rechner bei den jüngst in U-Haft genommenen Abgeordneten Giorgos Germenis, Panagiotis Iliopoulos und Evstathios Mpoukouras erwartet, wobei angenommen wird, dass sich auf einigen dieser Rechner signifikante Daten über die Aktivität der Organisation befinden.

Weiter wird der Bericht der griechischen Polizei (ELAS) mit der Bewertung der Funde in dem sogenannten „Kriegsmuseum“ des Unternehmers Evangelos Pallis erwartet, in Bezug auf den erforscht wird, ob er mit der – vermuteten, bisher allerdings nirgendwo gefundenen – „Waffenkammer“ der Chrysi Avgi in Verbindung steht.

Die Offshore-Gesellschaften und das Bankkonto

Laut der Zeitung „To Vima“ scheinen die in Rede stehenden Gesellschaften in Zypern einem ehemaligen Versicherungsagenten gehören, der zusammen mit einer Person aus seinem Verwandtenkreis an der Verwaltung der Kasse der Partei beteiligt ist. Diese Gesellschaften sollen 2004 gegründet worden sein, also bevor der Versicherungsagent in die Aktivitäten der Chrysi Avgi einstieg, und es ist festzustellen verlangt worden, zu welchen Transaktionen er in den letzten Jahren geschritten war.

Was die auf einem Bankkonto des Giannis Lagos gefundenen Gelder betrifft, rufen Funktionäre des Finanzministeriums in Erinnerung, dass er in seiner letzten Vermögensdeklaration erklärte, eine einzige Immobilie von 50 qm zu besitzen, während seine deklarierten Bankguthaben den Betrag von 7 Euro nicht übersteigen … . Von Seite des Abgeordneten wird nun vertreten, der Betrag von 150.000 Euro rühre aus einer Erbschaft her, die ihm 2005 zufiel, und präsentierte inzwischen auch einschlägige Nachweise, die derzeit überprüft werden. Konkret erklärte Giannis Lagos bezüglich des strittigen Bankguthabens:

Der in Rede stehende Betrag rührt aus dem Verkauf eines von meiner Großmutter geerbten Grundstücks auf Samos im Jahr 2007 her. Das Geld wurde im weiteren Verlauf für finanzielle Verpflichtungen von mir verwendet. Ich stehe jedem zur Verfügung um zu überprüfen, was er will, und wenn sie auch nur einen einzigen Euro mehr als das finden, was ich deklariert habe, will ich für 10 Jahre ins Gefängnis gehen!

Die Überprüfung der Finanzen der Chrysi Avgi, aber auch der Bankkonten ungefähr 35 ihrer Funktionäre gehen jedenfalls weiter. Die selben Funktionäre des Finanzministeriums merkten allerdings an: „Bisher sind keine Beträge ausfindig gemacht worden, die mit einer rechtwidrigen Finanzierung der Partei in Zusammenhang stehen. Vielleicht wird die Untersuchung aber auch auf andere Personen ausgeweitet werden, die möglicherweise mit verdächtigen Transaktionen solcher Art in Verbindung stehen.

(Quelle: in.gr, diverse Medienberichte)

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