Neue Krankenhausgebühr und Rezeptgebühr in Griechenland

4. Januar 2014 / Aufrufe: 1.120

Das Jahr 2014 bringt für die gesetzlich Versicherten in Griechenland sowohl eine neue Krankenhausgebühr als auch eine Rezeptgebühr.

Das Jahr 2014 scheint in Griechenland für den Bereich der Gesundheit ein Meilenstein zu sein, da tiefgreifende Änderungen im Gesundheitswesen des Landes kommen, die sich bereits ab dem ersten Tag auf das Portmonee der Versicherten auswirken werden!

Zur selben Stunde behaupten jedoch die Technokraten des Gesundheitsministeriums, es werde der Party Einhalt geboten, die so viele Jahre in öffentlichen und privaten Krankenhäusern, in Diagnosezentren und beim EOPYY stattfand, da fortan die Dienststellen des Ministeriums über elektronische „Werkzeuge“ verfügen, die ihm zu sehen gestatten, „wer den Finger in den Honigtopf steckt und den neuen Träger exzessiv belastet„, sei es mittels dirigierter Verschreibung von Medikamenten oder mittels ungerechtfertigter Magnet- oder Axialtomographien oder anderer sündhaft teurer Untersuchungen.

Krankenhausgebühr geht auf die Kappe des Gesundheitsministers

Ab dem 01 Januar 2014 haben die Versicherten, die im ESY in ein Krankenhaus eingewiesen werden, außer den fünf Euro, die sie für den Zugang zu den Ambulanz-Praxen entrichten, zusätzlich aus eigener Tasche 25 Euro für den Krankenhausaufenthalt zu zahlen haben. Es wird erwartet, dass mit der neuen Abzocke 55 – 60 Mio. Euro in die Kassen der Krankenhäuser fließen werden. Parallel werden die Versicherten fortan für jedes ärztliche Rezept 1 Euro zu Gunsten des EOPYY bezahlen, mit Ziel die „Stützung“ des Trägers mit jährlich 70 Mio. Euro.

Beide Maßnahmen sind in dem Mittelfristigen Volkswirtschaftlichen Rahmenprogramm 2013 – 2016 enthalten, das im November 2012 verabschiedet wurde und einen Sturm der Proteste hervorgerufen hatte, weil der Gesundheitsminister Adonis Georgiadis sich trotz eines existierenden „Fensterchens“ für eine Neuverhandlung mit der Troika für die Umsetzung der Maßnahmen entschied.

Die zweite signifikante Änderung ist der neue „Nationale Träger für Gesundheitsleistungen“ (EOPYY), der nur noch Einkäufer ärztlicher Dienstleistungen sein wird. Die primäre Gesundheitsversorgung, die sich auf die Gesundheitsstrukturen des Trägers (vormals IKA) stützt, wird zum „Nationalen Gesundheitssystem“ (ESY) transferiert, wo es zusammen mit den Gesundheitszentren und den sogenannten Poly-Zentren an allen sieben Tagen der Woche einen Betrieb rund um die Uhr geben wird, während die Versicherten ihren Hausarzt haben werden, der entscheidet, ob sie einer weiteren Behandlung in den Krankenhäusern bedürfen.

Forcierung der Verschreibung von Generika

Die dritte wesentliche Änderung ist die weitere Steigerung der Verwendung generischer Medikamente. Die Verschreibung von Generika tangiert in den Krankenhäusern bereits 80%, während für die Verschreibung von Generika außerhalb der Krankenhäuser für 2014 ein Anteil von 60% angestrebt wird.

Trotz der Proteste der Ärzte, die den Generika aus Ländern wie China und Indien nicht vertrauen, zahlt das Ministerium auf Basis des Gesetzes 2219/09-09-2013 Bonusse an die Ärzte, die Generika verschreiben, was – wie die Ärztekammer Athen vertritt – zu einer Zwei-Klassen-Medizin führen wird.

Innerhalb des Jahres 2014 wird schließlich auch die Realisierung der elektronischen Gesundheitskarte des Versicherten erwartet. Es handelt sich um eine „elektronische Patientenakte“, mittels welcher der Arzt und die Versicherungskasse sehen werden, an welchen Krankheiten der Versicherte leidet, welche Therapie er erhält und wie lange, welcher Arzt die Medikamente verschrieben hat und in welchen Krankenhäusern der Versicherte ärztlichen Eingriffen und Untersuchungen unterzogen worden ist.

Wir werden keinen Patienten ins Gefängnis schicken

Wie der Minister in einer Morgensendung des Fernsehkanals „Mega“ erklärte, wird die in Rede stehende Gebühr bei der Entlassung des Patienten erhoben, wobei die gegebenenfalls bereits entrichtete Ambulanz-Gebühr von 5 Euro mit der Krankenhausgebühr von 25 Euro verrechnet wird, der Patient also noch 20 Euro zu entrichten hat. Auf die Frage, was geschehe, wenn der Patient kein Geld habe um die Gebühr zu zahlen, antwortete Adonis Georgiadis bezeichnend: „Machen Sie sich keine Sorgen, wir werden ihn nicht ins Gefängnis stecken.

Der geschuldete Betrag wird allerdings als „fällige Verbindlichkeit an den Fiskus“ den Finanzämtern gemeldet, die im weiteren Verlauf die entsprechenden (Zwangs-) Maßnahmen zur Beitreibung der „Schuld“ einzuleiten aufgefordert sind. Weiter ist anzumerken wert, dass der Vorsitzende des Verbands der Beschäftigten des Krankenhauses „Evangelismos“ in seinen Erklärungen betonte, das Krankenhaus verfüge nicht über den erforderlichen Mechanismus für die Einnahme des in Rede stehenden Betrags.

Was wiederum die neue Rezeptgebühr betrifft, wird in den kommenden Tagen der Runderlass bezüglich der Einnahme des Betrags von 1 Euro pro Rezept erwartet, da das System mittels der Elektronischen Regierungsführung für die Sozialversicherung (IDIKA) noch nicht einsatzbereit ist und die Maßnahme vermutlich ab 08 – 10 Januar 2014 in Kraft treten wird.

Abschließend sei angemerkt, dass laut den Erklärungen des Gesundheitsministers spezielle Gruppen wie mittellose Patienten, chronisch Kranke, Häftlinge, Militärs usw. von der Zahlung der neuen Krankenhausgebühr befreit werden sollen, während entsprechende Einzelheiten in Zusammenhang mit der neuen Rezeptgebühr noch zu klären sind.

(Quelle: DimokratiaNews.gr, To Pontiki)

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