Märchen des Gesundheitsministers in Griechenland

5. Januar 2014 / Aufrufe: 739

Gesundheitsminister Adonis Georgiadis in Griechenland lässt geflissentlich unter den Tisch fallen, dass die neue Rezeptgebühr viele Patienten erheblich belastet.

Was sind 1 Euro vor der Ewigkeit, der Rettung des Vaterlandes, dem Gang an die Märkte, dem Herauskommen aus dem Memorandum? Die Antwort ist simpel. Es geht um das neue Märchen des griechischen Gesundheitsministers Adonis Georgiadis, das sich in das bekannte kommunikative Geschwätz der Regierung einreiht.

In den kommenden Tagen wird jeder Versicherte des „Nationalen Trägers für Gesundheitsleistungen“ (EOPYY), der sich zur Apotheke begibt um seine Medikamente zu holen, für jedes Rezept 1 Euro bezahlen. Der 1 Euro geht an den EOPYY und die Apotheker werden zu Kassierern gemacht, da sie die neue Abzocke an den Träger abzuführen haben. Der Betrag erscheint natürlich vernachlässigbar, und dies ist die Ansicht der Regierung und des Gesundheitsministers. Ist es jedoch so? Und ist es tatsächlich nur 1 Euro? Gemäß der beständigen kommunikativen Taktik der Regierung natürlich nicht …

1 Euro kann auch 10 Euro werden!

Wie die Ärztekammer Athen enthüllt, kann der 1 Euro auch zu 10 Euro werden! Und dies, weil 1 Euro pro Rezept nur die bezahlen, die maximal 3 Medikamente nehmen, weil derzeit mit einem Rezept bis zu 3 Medikamente verschrieben werden dürfen – und auch nur, wenn die Medikamente der selben Kategorie der Therapie-Protokolle angehören.

Wenn also ein Versicherter an drei Krankheiten leidet (z. B. Diabetes, Hyperlipidämie, arterielle Hypertonie) und für jedes Leiden 1 Medikament benötigt wird, muss er für jedes Medikament ein separates Rezept erhalten und wird so mit 3 Euro anstatt 1 Euro belastet. Benötigt ein Versicherter mehrere Medikamente untereinander verschiedener Protokolle benötigt, wird er demnach mehrere verschiedene Rezepte benötigen, und die Kosten, die er dafür zu zahlen hat, können 8 oder 10 Euro im Monat erreichen!

Mit diesem angeblich vernachlässigbaren Betrag erhöhen als Regierung und Gesundheitsministerium ein weiteres Mal die Selbstbeteiligung des Versicherten an dem Kauf seiner Medikamente. Wenn beispielsweise ein Rezept Medikamente im Wert von 10 Euro umfasst, für die der Versicherte bisher 2 Euro zahlte, zahlt er fortan 3 Euro. Eine niederträchtige Überlegung, eine niederträchtige Politik.

(Quelle: To Pontiki)

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