Griechenland: Inflation sinkt, Preise steigen

14. Dezember 2013 / Aufrufe: 880

Obwohl der Verbraucherpreis-Index sich in Griechenland seit Monaten negativ entwickelt, werden bei den Basisgütern signifikante Preiserhöhungen verzeichnet.

Der Nationale Griechische Handelsverband (ESEE) spricht von einer „Deflationsfalle“, da trotz des durch den rezessiven Zyklus der Wirtschaft bedingten Rückgangs des allgemeinen Niveaus der Preise bei vielen Gütern ein Anstieg der Preise verzeichnet wird, während die Schrumpfung der Einkommen zum Unvermögen der Abzahlung von Schulden und folglich zum Anstieg der Kosten des Geldes führt.

Aus der Analyse der Daten bezüglich des Verbraucherpreisindexes (- 2,9% im neunten aufeinanderfolgenden Monat) durch das Institut für Handel und Dienstleistungen des ESEE geht hervor, dass der Rückgang des allgemeinen Preisniveaus für Produkt- und Dienstleistungsgruppen (wie Kleidung, Schuhe, Bildung usw.) auf der einen Seite zu der Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der griechischen Produkte und einem theoretischen Anstieg der realen Einkommen beitragen kann, es sich jedoch in Wirklichkeit nur um die eine Seite der Münze handelt.

Deflation beeinflusst BIP und relevante Indizes negativ

Wie erklärt wird, drückt die Deeskalation der Preise sich nicht in einem Rückgang der Kosten des Erwerbs aller Basisgüter aus, da im Gegenteil bei vielen dieser Güter ein Preisanstieg verzeichnet wurde (z. B. Milchprodukte und Eier + 1,7%, frisches Rindfleisch + 2,1%, frische Kartoffeln + 4,5%, Elektrizität + 18,7%, Medikamente + 25,3% usw.).

Parallel wird dargelegt, dass die Senkung der Preise in Kombination mit der Schrumpfung der Einkommen die Bemühung der Unternehmen und Haushalte um die Tilgung ihrer Schulden gegenüber den Kreditinstituten erschwert, weil der reale Wert der geschuldeten Zinsen aufgebläht wird, da die tatsächlichen Zinssätze und folglich die Kosten des Geldes ansteigen. Weiter wird ergänzt, dass, wenn die Konsumenten auf einen weiteren zukünftigen Rückgang der Preise hoffen, sie ihre bedeutsamen Anschaffungen aufschieben und auf diese Weise die inländische Wirtschaft in die „Deflationsfalle“ treiben.

Schließlich wird noch angefügt, dass die Deflation das nominale BIP und somit alle Indizes negativ beeinflusst, die im Verhältnis zu diesem ausgedrückt werden (wie beispielsweise die öffentliche Verschuldung als Prozentsatz des BIP) und somit oft irrige Informationen liefern.

(Quelle: Avgi)

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