Eisige Glückwünsche an Finanzminister Stournaras in Griechenland

28. Dezember 2013 / Aufrufe: 638

Die Regierung in Griechenland schließt eine Senkung der Heizölsteuer aus. Bis ein Wunder geschieht, werden wir also weiter frieren und uns im Smognebel den Kopf stoßen.

Am Weihnachtsmorgen, zur Stunde, als Du Dein Honiggebäck futtertest und Deinen geliebten Menschen fröhliche Weihnachten wünschtest, nahmen drei Männer aus der Regierung keine Rücksicht auf Frei- und Feiertage – sie hatten ein Meeting. An der Konferenz nahmen Finanzminister Giannis Stournaras, Umweltminister Giannis Maniatis und Gesundheitsminister Adonis Georgiadis teil. Und als die Begegnung endete, sprang die Entschlossenheit ihrer Beschlüsse die eisigen Wände des Hauses hinauf, in dem Du wohnst.

Unter den diskutierten Hauptthemen befand sich (auch) das Thema der Beheizung unserer Wohnungen, die in letzter Zeit mit ganzen Smog-Brocken einhergeht. „Wir erkennen das Problem an, aber die Therapie ist nicht die Senkung des Heizöl-Preises„, erklärte Herr Stournaras und merkte an: „Damit würden wir dem Treibstoffhandel ein Fenster öffnen und ausnahmslos allen den Heizkostenzuschuss gewähren, sogar auch – im Extremfall – für die Beheizung des Swimmingpools. Wir wollen (jedoch nur) die Ärmeren bezuschussen.

Was die Troika nicht will, macht die Regierung auch nicht

Heiligabend schwärmten zusammen mit den Weihnachtslieder singenden Kindern in einigen Städten Griechenlands auch schwebende Teilchen in die Atmosphäre aus und überstiegen in manchen Fällen sogar die Grenzwerte. Jedes Mal, wenn das Wetter frostige Pfeile in unser Land schießt, ist der Smog da und macht seine Präsenz fühlbar. Das Atmen ist somit in der Stadt schwerer geworden, oft lässt der Smog, der „Kamin-Nebel“ sich mit dem Messer schneiden. Speziell ab nachmittags werden in den Kaminen und Holzöfen die unglaublichsten Materialien verbrannt, die Menschen frieren und können sich nicht einmal in der eigenen Wohnung wärmen.

Die von der Regierung umgesetzte Maßnahme (Anmerkung: gemeint ist die preisliche Angleichung des Heizöls an Dieselkraftstoff) ist jedoch absolut erfolgreich – und das sage nicht ich. Diesem stimmen – abgesehen von Herrn Stournaras – auch die Herren Georgiadis und Maniatis zu. Die Eventualität, als Mittel zur Bekämpfung des Phänomens des Smogs die Besteuerung des Heizöls zu senken, wird somit kategorisch ausgeschlossen. Jedenfalls – nein, nicht dass wir uns beschweren – stellte der Finanzminister das Begehren auf eine Senkung der Sonderverbrauchssteuer der Troika, aber die Troika wies es ab, zusammen mit dem Verlangen nach einer Ausweitung des Heizkostenzuschusses. Und weil die Troika es nicht will, wer sind denn wir, gar anders zu handeln?

Im „Kampf gegen die Kälte“ haben wir hier zwar – wer hätte das gedacht – den Vize-Finanzminister Christos Staikouras, aber auch 41 Abgeordnete der Nea Dimokratia als Mitstreiter an unserer Seite. Sie Alle stimmen uns bezüglich der Kälte in unseren Wohnungen, des uns erstickenden Smogs sowie auch der (In-) Effizienz der Maßnahme zu. Am Weihnachtsmorgen erklärte der Finanzminister jedoch klar und deutlich: „Die Maßnahme der preislichen Gleichstellung des Heizöls und des Dieselkraftstoffs wird als absolut erfolgreich beurteilt und die Regierung hält sich die Maßnahme zugute.

Trinken wir einen Schnaps – auf dass uns warm werde …

Herr Stournaras, sie haben meine aufrichtigen Glückwünsche zu der Effektivität dieser Maßnahme. Ich würde Ihnen meine Hand zu einem Händedruck oder einem high five reichen, aber sie ist eisig, ich friere, wir frieren, während wir in den Smog starren, als ob wir ständig in Schloten eines Industriegebiets leben würden. Herr Minister, haben Sie diesbezüglich etwas Praktischeres umzusetzen oder werden wir mit Meditationsübungen beginnen müssen um unserem Hirn beizubringen, keine Anweisung zu geben, dass wir frieren?

Ich weiß, Herr Minister, all dies mag Sie zum Lachen bringen und Ihnen als tiefster Populismus angerechnet werden. Jedoch, sehen Sie, ich bin ein anständiger Herr, ich sagte nicht, „wo die Zahlen gedeihen verarmen die Griechen„. Außerdem, vielleicht ist auch die Akupunktur eine gute Lösung dafür – und bitte entschuldigen Sie, dass ich nicht früher daran gedacht habe, aber mit der Kälte ist (auch) mein Gehirn eingefroren.

Und noch einmal Glückwünsche zur Wirksamkeit Ihrer Maßnahme. Soll ich uns nun einen Schnaps eingießen, mit etwas dazu – damit wir trinken, uns warm wird und wir es feiern?

(Quelle: Protagon.gr, Autor: Spiros Serafeim)

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