100000 neue Steuerschuldner in Griechenland

15. Dezember 2013 / Aktualisiert: 14. Mai 2017 / Aufrufe: 833

Das Heer der Steuerpflichtigen in Griechenland mit fälligen Verbindlichkeiten an den Fiskus nahm im Oktober 2013 um weitere 100000 Personen zu.

Weitere 100.000 Steuerpflichtige in Griechenland ließen im Oktober 2013 das Finanzamt unbezahlt und damit die gesamte fällige Verschuldung der natürlichen Personen gegenüber dem Fiskus um ungefähr 400 Mio. Euro ansteigen.

Zur selben Stunde präsentieren in dem Zeitraum Januar – Oktober 2013 die Einnahmen der Finanzämter im Verhältnis zu der Zielvorgabe eine Verzögerung von 191,3 Mio. Euro.

Summe fälliger Verbindlichkeiten an den Fiskus tangiert 63 Mrd. Euro

Gemäß den von der Zentrale für Öffentliche Einnahmen bekannt gegebenen Daten stellt sich für die zehn Monate Januar – Oktober 2013 folgendes Bild dar:

  • Die Finanzämter trieben 23,7 Mrd. Euro bei, gegenüber einer Zielvorgabe von 23,88 Mrd. Euro. Es handelt sich um eine Abweichung von der Zielvorgabe um 0,8%.
  • Die Einnahmen aus der MwSt. bei den Finanzämtern präsentieren eine Übererfüllung um 176,9 Mio. Euro.
  • Die Anzahl der Steuerpflichtigen mit fälligen Verbindlichkeiten an den Fiskus gestaltete sich am 31 Oktober 2013 auf 2.695.791 Steuerzahler, gegenüber 2.594.366 Ende September 2013. Ihr fälligen Verbindlichkeiten wuchsen von 22,6 Mrd. Euro auf 23 Mrd. Euro an und präsentierte einen Anstieg um 400 Mio. Euro.
  • Seit Anfang 2013 stiegen die Schulden natürlicher Personen an das Finanzamt um 2,3 Mrd. Euro von 20,7 Mrd. Euro auf 23 Mrd. Euro an. Der Saldo der „regulierten“ Schulden an den Fiskus stieg seit Anfang des Jahres von 836 Mio. Euro auf 909 Mio. Euro an.
  • Die juristischen Personen mit Verbindlichkeiten an den Fiskus zählen 487.686 und schulden insgesamt 39,9 Mrd. Euro.
  • Die Summe der fälligen Verbindlichkeiten der Steuerpflichtigen an den Fiskus brach im Oktober 2013 einen neuen Rekord und erreichte 62,9 Mrd. Euro, gegenüber 62 Mrd. Euro Ende September 2013.

Finanzministerium zeigt sich optimistisch

Laut der Bekanntmachung des Finanzministeriums bewegten die Einnahmeerfolge des Steuerbeitreibungs-Mechanismus sich auch im Monat Oktober 2013 innerhalb der Zielvorgaben des Haushaltsplans und kehrten vollständig die abweichende Tendenz um, die sich während der ersten Monate des Jahres abgezeichnet hatte. Dieser Umstand wird als Garant für die Erreichung der Zielvorgaben bei den Einnahmen mit Abschluss des Jahres 2013 eingeschätzt.

Spezieller verzeichneten im Oktober 2013 die Steuereinnahmen bei den Finanzämtern eine Überschreitung der Zielvorgaben um 3%, während – bei grenzwertiger Abweichung – auch das Einnahmeziel der ersten zehn Monate erreicht wurde. Dies gilt ebenfalls für die MwSt.-Einnahmen, da es eine signifikante Übererfüllung der Zielvorgabe um 6,8% für Oktober 2013 und um 2,3% für die ersten zehn Monate des Jahres 2013 gab.

Abgesehen von dem Vorstehenden zeigt sich ein großer Anstieg der Einnahmen aus direkten und indirekten Steuern vergangener Fiskaljahre. Konkret sind für den Monat Oktober 2013 aus den in Rede stehenden Steuern 223 Mio. Euro beigetrieben worden, gegenüber 118 Mio. Euro, die im entsprechenden Zeitraum des Vorjahrs beigetrieben worden waren.

Positiver Verlauf der Beitreibung fälliger Verbindlichkeiten

Hinsichtlich des Verlaufs der Beitreibung fälliger Verbindlichkeiten bleibt die signifikante positive Differenz bezüglich der Gesamteinnahmen bei 472 Mio. Euro erhalten (sprich von 1.974 Mio. Euro Gesamteinnahmen in den ersten zehn Monaten des Jahres 2012 auf 2.446 Mio. Euro in den ersten zehn Monaten des Jahres 2013).

Ebenfalls bemerkenswert ist die Tatsache, dass die Gesamteinnahmen aus der Beitreibung fälliger Verbindlichkeiten in den ersten zehn Monaten des Jahres 2013 bereits das Niveau der Einnahmen der entsprechenden Kategorie des gesamten Jahres 2012 überstiegen haben. Die monatlichen Einnahmen im Oktobers 2013 waren sogar sowohl hinsichtlich der neuen fälligen Verbindlichkeiten (215,8 Mio. Euro) als auch ihrer Summe (314,4 Mio. Euro) die höchsten des laufenden Jahres.

Sich auf die Ergebnisse des Zeitraums der ersten zehn Monate beziehend erklärte der Generalsekretär für Öffentliche Einnahmen, Herr Charis Theocharis: „Mit der Übererfüllung der wie auch immer gearteten in den ersten acht Monaten aus speziellen Gründen verzeichneten Verluste bewegen die Einnahmen der ersten zehn Monate sich innerhalb der Zielvorgaben. Mit Schwerpunkt auf der Umsetzung der Gesetze und der allgemeinen steuerlichen Angleichung fahren wir darin fort, uns möglichst nah an dem Kurs zur Erzielung der mit dem staatlichen Haushaltsplan vorgesehenen Größen zu bewegen.

(Quelle: Capital.gr)

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  1. Michael
    16. Dezember 2013, 01:27 | #1

    Weder mit hohen Steuern noch mit vielen Staatsdienern kriegt man eine Volkswirtschaft flottgemacht. Der Zusammenhang ist als Laffer-Kurve bekannt. Griechenland ist schon wieder total pleite und kann die Forderungen der dort überaus geschätzten Troika erfüllen oder aus dem Euro austreten, was gleichbedeutend mit einem haircut ist.

    Letzteres ist wohl die einzige Lösung, da ansonsten die griechischen Bürger die nächsten 20 Jahre keinerlei Perspektiven hätten. Das dürfte unzumutbar sein. Für die europäischen Steuerzahler ist es allerdings auch unzumutbar alle paar Jahre 100 Mrd. € in die Mülltonne zu hauen.

    Insbesondere die Italiener, Spanier und Franzosen werden vor Freude an die Decke hüpfen, wenn sie ihren Steuerzahlern zusätzlich jeweils um 20 Mrd. € abknöpfen sollen, damit Griechenland in der üblichen Manier „gerettet“ wird. Die Deutschen sind Debakel von ihren Banken gewohnt, da machen die 27 Mrd.€ für die nächste Griechenpleite den Kohl auch nicht mehr fett.

    Dem Vernehmen nach hat die Troika wieder zweimal ohne Erfolg das Land verlassen. Der Primärüberschuss Griechenlands war auch nur ein Rechentrick, erreicht durch Vorzeigen unbezahlter Rechnungen als „Guthaben“. Komische Art zu wirtschaften.

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