Neuer Entwurf zur Immobilien-Besteuerung in Griechenland

16. November 2013 / Aktualisiert: 01. Oktober 2017 / Aufrufe: 2.609

Der neue Entwurf zur Immobiliensteuer sieht weiter vor:

  • Anhebung der Einkommensgrenzen, bis zu denen wirtschaftlich Schwächeren eine teilweise oder vollständige Befreiung von der Verpflichtung zur Zahlung der neuen Immobiliensteuer gewährt wird, von 7.000 Euro auf 9.000 Euro (jährlich).
  • „Beitreibungsfähigkeits-Klausel“, gemäß der die steuerliche Belastung der Immobilien um so mehr sinkt, je höher der erzielte Prozentsatz der Beitreibungsfähigkeit über der Zielvorgabe liegt, die sich derzeit auf 82% beläuft.

Gewinner und Verlierer

Wie bereits eingangs erwähnt sieht der neue Entwurf zur Immobiliensteuer eine Verlagerung der Steuerlast zu den größeren Immobilienvermögen vor, was allerdings beispielsweise bereits im Fall einer „normalen“ Wohnung in Regionen mit mittleren und hohen „Zonenpreisen“ zu erheblichen Mehrbelastungen der Eigentümer führen wird.

Beispiel 1

  • Ein Steuerpflichtiger hat in seinem Besitz eine 10 Jahre alte Maisonette mit einer Frontseite, in einem Gebiet mit einem Zonenpreis von 5.000 Euro pro Quadratmeter.
  • Steuer gemäß dem anfänglichen Entwurf: 4.028 Euro
  • Hauptsteuer gemäß dem neuen Entwurf: 3.080 Euro
  • Zusatzsteuer gemäß dem neuen Entwurf (neue FAP): 3.900 Euro
  • Gesamtbelastung mit dem neuen Entwurf: 6.980 Euro
  • Zusätzliche Belastung mit dem neuen Entwurf: 2.952 Euro

Beispiel 2

Ein Steuerpflichtiger verfügt über eine 15 Jahre alte Wohnung von 100 qm im ersten Stock mit einer Frontseite, in einem Gebiet mit einem Zonenpreis von 500 Euro pro Quadratmeter.

  • Steuer mit dem anfänglichen Entwurf zur ENFA: 255,53 Euro
  • Steuer mit dem neuen Entwurf zur Immobilienbesitz-Steuer: 222,20 Euro
  • Entlastung mit dem neuen Entwurf: 33,33 Euro

Details des neuen Entwurfs zur Immobiliensteuer

Die wesentlichen Punkte der geplanten Immobiliensteuer auf Basis der neuen Vorlage stellen sich in der Übersicht folgendermaßen dar:

  • Im Vergleich zu der derzeit mittels der DEI erhobenen Außerordentlichen Immobilien-Sonderabgabe sinkt die Besteuerung für alle Gebäude um durchschnittlich 16%.
  • Die Grundstücke werden im Vergleich zu dem (anfänglichen) Plan des Finanzministeriums eigenständig mit um 70% – 90% niedrigeren Sätzen besteuert. Die Senkung der Besteuerung bei den Grundstücken erreicht im Durchschnitt 83%.
  • Bei den Flurstücken sinkt die Besteuerung um 20%.
  • Von den Steuerpflichtigen mit einem Immobilienvermögen von über 300.000 Euro (ausgenommen Flurstücke) wird eine Zusatzsteuer mit gestaffelten Sätzen von 0,2% bis 1% erhoben (der bis heute geltende Steuerfreibetrag für die FAP beträgt 200.000 Euro).
  • Alle landwirtschaftlichen und für die Viehzucht genutzten Gebäude werden vollständig von der Steuer befreit (z. B. Pferche, Krale, Geflügelställe, Lagerräume, Kuhställe, Schweineställe, provisorische Unterkünfte, Maschinenräume, Treibhäuer usw.).
  • Die Einkommensgrenzen für wirtschaftlich Schwächere, Familien mit drei Kindern und Kinderreiche, Behinderte, Langzeitarbeitslose werden von 7.000 Euro auf 9.000 Euro angehoben, plus 1.000 Euro für den Ehepartner und jedes abhängige Familienmitglied.
  • Die Faktoren bezüglich der Lage am Straßennetz, Entfernung zum Meer und Minderungsfaktoren werden gestrichen. Es wird ein einheitlicher Basis-Satz für alle kultivierten Flächen (2 Euro pro Dekar) festgesetzt und die Differenzierung nicht bewässert / bewässert eingeführt (2,2 Euro pro Dekar).
  • Ein Flurstück, dass eine Hauptwohnung von bis zu 150 qm umfasst, wird von dem Zuschlags-Faktor ausgenommen.
  • Die Besteuerung der Weideflächen und Brachflächen wird signifikant auf 0,50 Euro pro Dekar und für Forstflächen auf 0,10 Euro pro Dekar gesenkt.
  • 90% der Landwirte werden unter 2,64 Euro pro Dekar zahlen.
  • Für unter Enteignung stehende, denkmalgeschützte, alte, im Bau befindliche und für Sondernutzungen vorgesehene Gebäude sind erhebliche Senkungen des Steuersatzes vorgesehen.
  • Mit dem – der Zustimmung der Troika unterliegenden – neuen Entwurf belaufen sich die festzustellenden Einnahmen auf 3,2 Mrd. Euro und die obligatorisch beizutreibenden Einnahmen beschränken sich auf 2,6 Mrd. Euro, gegenüber der Einnahmezielvorgabe von 2,9 Mrd. Euro; mit dem neuen Entwurf fehlen also 300 Mio. Euro.

Abschließend sei noch einmal ausdrücklich betont, dass es sich im Vorliegenden um einen Entwurf handelt, der zweifellos noch etliche mehr oder weniger signifikante Modifikationen erfahren wird (von denen bereits jetzt einige kursieren) und vor einer endgültigen Ratifizierung auf jeden Fall auch noch von der Troika „abgesegnet“ werden muss.

(Quelle: Imerisia.gr)

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  1. Maria P.
    17. November 2013, 13:48 | #1

    Anscheinend kommt eine gewisse Gerechtigkeit, in der Sache!

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