Kirchen in Griechenland sind keine Spielplätze

25. November 2013 / Aktualisiert: 29. November 2018 / Aufrufe: 786

Der Bischof des Erzbistums Chalkida in Griechenland setzt der weltlichen Dekoration der Kirchen anlässlich der Durchführung von Kindtaufen ein Ende.

Mit einem am 17 November 2013 in den Kirchen verlesenen besonders strengen Runderlass untersagt der Erzbischof von Chalkida jede Ausschmückung in den Kirchen und merkt an, „die Taufe ist kein Spiel“ und die Freude des Ereignisses „bedeutet nicht, dass wir unsere Kirche (unseren heiligen Tempel) zu einem Kinderspielplatz machen müssen„.

Ebenfalls betont er, es stehe jedem Gläubigen frei, ob und wie viel Geld er – gegen Quittung (!) – für das Zelebrieren der kirchlichen Sakramente entrichten möchte.

Ein Sakrament ist keine Party

Herr Chrysostomos beginnt bei den Einladungen, die an die Verwandten verteilt werden und – wie er sagt – „den Eindruck vermitteln, zu einer ‚Party‘ und nicht zu einem heiligen Sakrament eingeladen zu werden„, und ergeht sich im weiteren Verlauf über die Dekorationen.

Es folgt die angebliche Ausschmückung in der Kirche, die bei den Kirchentreppen beginnt und sich in den meisten Fällen auch auf deren Inneres erstreckt und Luftballons, Micky-Mäuse, Blumen usw. umfasst„, schreibt der Erzbischof und fügt an:

Leider bleibt nicht einmal das Taufbecken von solchen Dekorationen ausgenommen, während auch auf den Kerzen, die das Licht Jesu symbolisieren, und sogar auch an dem Ölfläschchen werden Comic-Figuren, Bärchen, Püppchen angebracht und was immer der Kommerz-Genius sich ausdenkt und jedenfalls nichts mit dem Sakrament zu tun hat.

Nach vielen Empfehlungen ist die Stunde des Verbots gekommen

Um klarzustellen, dass es sich bei dem Runderlass nicht um eine Empfehlung, sondern einen getroffenen Beschluss handelt, schreibt der Erzbischof von Chalkida: „All dies kann jedoch nicht weitergehen. Viele Male haben wir – passend oder unpassend – Empfehlungen ausgesprochen, uns beschwert, gepredigt, nun ist die Stunde des Verbots gekommen. Fortan ist es nicht mehr gestattet, irgend etwas von dem vorstehend Angeführten oder anderes des weltlichen Geistes auf den Treppen der Kirchen zu platzieren, geschweige denn in ihrem Inneren.

Der Erzbischof, der jeden aufruft, der solche Dekorationen vorzunehmen wünscht, „… dies in dem Lokal der Feier oder bei sich zu Hause zu tun„, merkt an, dass abgesehen von allem anderen diese Aufwendungen sich für die Kirche negativ auswirken „… mit dem Ergebnis, dass inzwischen verbreitet wird, die Sakramente der Kirche kosten, und deswegen die standesamtlichen Zeremonien als schlicht und billig, folglich auch vorzuziehender propagiert werden„.

Verlangt Quittungen

Erzbischof Chrisostomos wiederholt und betont ebenfalls, den Gläubigen stehe es frei, so viel Geld für die Kirchen und mit den Sakramenten befassten Personen zu geben, wie sie wollen, und verbietet damit praktisch die (vielerorts üblichen) „Festpreise“ für die Sakramente:

Abschließend und mich im Voraus für die getreue Einhaltung des Vorstehenden bedankend erinnere ich zur Vermeidung von Missverständnissen und zur Wiederherstellung der Wahrheit daran, dass Ihr für die Vollziehung der heiligen Sakramente – sofern Ihr wünscht – zu Gunsten der Kirche und ihres Personals so viel spenden dürft, wie Ihr möchtet, gegen Quittung. Im übrigen betrachte ich es als selbstverständlich und somit überflüssig zu versichern, dass auch das Unvermögen zur Erbringung eines jeglichen Beitrags absolut verständlich ist. Glücklicherweise haben wir Priester, die lieben, ohne Forderungen zu stellen.

(Quellen: Dogma.gr, Erzbistum Chalkida)

  1. Catalina
    25. November 2013, 11:45 | #1

    Also egal wie man zur Kirche steht, aber ich finde der Bischof hat Recht. Eine Taufe schon in der Kirche als Party-Event zu gestalten, ist so was von daneben.

  2. Sarah
    25. November 2013, 12:16 | #2

    Kirchliche Rituale sind kein Lametta. Gut so!

  3. maria lutz
    25. November 2013, 14:54 | #3

    Ich finde es richtig so, eine Taufe ist nun mal keine Karnevals-Veranstaltung, das kann man, falls gewünscht, in der Taverne machen, aber nicht in einer Kirche.

  4. Waltom
    30. November 2013, 23:14 | #4

    Und es sprach der Herr, lasset die Kinder zu mir kommen

  5. Moppel
    1. Dezember 2013, 00:25 | #5

    … sowie auch „Macht meines Vaters Haus nicht zum Kaufhaus!“ (Johannes 2, 16) und „Ihr aber habt eine Räuberhöhle daraus gemacht.“ (Markus 11, 17)

  6. GR-Block
    1. Dezember 2013, 15:57 | #6

    Es ist gute alte Kirchentradition, dass dieselbe zum Kaufhaus macht. Dass da jetzt das Standesamt die Preise kaputt macht, ist nunmal Gesetz des freien Marktes. Ja, vielleicht hilft ja eine „Unverbindliche Preisempfehlung“ in Form einer Spende. Aber dem Pfarrer gar nichts zu geben, ist doch sehr peinlich. Da geht man doch lieber zum Standesamt.

  7. Susi
    1. Dezember 2013, 17:59 | #7

    Bei den Standesämtern wird ebenfalls gerne kräftig abgezockt:
    Sonderabgabe auf standesamtliche Trauungen in Griechenland

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