Griechenland liberalisiert Vertrieb von Lebensmittelergänzungen

25. November 2013 / Aufrufe: 727

Trotz heftiger Proteste der Apotheker dürfen in Griechenland Lebensmittelergänzungen demnächst auch in Supermärkten und per Internet verkauft werden.

Gemäß dem gemeinsamen Ministerialbeschluss, den die zuständigen Minister für Gesundheit (Adonis Georgiadis) und Entwicklung (Kostis Chatzidakis) unterzeichneten, ist zu erwarten, dass ab Mitte Dezember 2013 der bisher nur Apotheken gestattete Verkauf von Vitaminpräparaten und Lebensmittelergänzungen auch in den Supermärkten beginnen wird.

In dem Ministerialbeschluss wird klargestellt, dass es sich um eine Harmonisierung der nationalen Gesetzgebung mit einer einschlägigen Verordnung der Europäischen Union handelt.

Apotheker monieren Gefährdung der öffentlichen Gesundheit

Der Verkauf der Lebensmittelergänzungen darf durch die Apotheken sowie auch die Ladengeschäfte erfolgen, denen gemäß der bestehenden Gesetzgebung der Verkauf standardisierter Lebensmittel gestattet ist„, lautet es in dem Ministerialbeschluss. Mittels der selben Quellen, also Apotheken und Ladengeschäften, gestattet die Gesetzgebung auch den Verkauf der Lebensmittelergänzungen per Internet. Die Unternehmen, die solche Präparate in Griechenland vertreiben, sind bereits aufgefordert worden, einen aktualisierten Katalog der Produkte bei der Nationalen Medikamentenbehörde (EOF) einzureichen. Der EOF wird in der zweiten Dezemberwoche auf seiner Internetpräsenz eine vollständige Liste der Lebensmittelergänzungen einstellen, die rechtmäßig in Griechenland in Umlauf sind.

Gemäß dem gemeinsamen Ministerialbeschluss sind die zuständigen Unternehmen verpflichtet, die Vorschriften der Hersteller hinsichtlich der Vorschriften über Aufbewahrung und Ausstellung der Produkte bezüglich der Hygiene-Verordnungen zu befolgen. Es wird bestimmt, dass die Platzierung der Produkte räumlich getrennt und mit der deutlichen Kennzeichnung „Lebensmittelergänzungen“ sowie auch dem Hinweis in Form eines Schildes zu erfolgen hat, das sich an einer zentralen und klar erkennbaren Stelle der Auslage befinden muss.

Die sich in dieser Phase auf die Verkaufsstellen beziehende Freigabe der Lebensmittelergänzungen ruft (auch weiterhin) den heftigen Protest der Apotheker hervor. In einer Bekanntmachung betont der Panhellenische Apotheker-Verband (PFS), „von dem Gesundheitsministerium sind keine Sicherheitsvorkehrungen zum Schutz der öffentlichen Gesundheit definiert worden„, und erachtet, dass „der Vertrieb von Produkten mit einer Zusammensetzung verfolgt werden wird, die schädliche Auswirkungen auf die Gesundheit der Bürger haben werden„.

Wir verstehen, dass der in Rede stehende Ministerialbeschluss ein Produkt einer Vereinbarung und Verhandlung mit der Troika darstellt, mit deren Logik wir uns bei den Sitzungen des Technischen Beirats des Gesundheitsministeriums öffentlich nicht einverstanden erklärten. Wir erwarteten jedoch von dem Ministerium, auch verbindliche Sicherheitsvorkehrungen zum Schutz der öffentlichen Gesundheit zu bestimmen„, führt der PFS an und verlangt von dem Minister, das Thema erneut zu untersuchen und „zum Erlass eines ergänzenden Ministerialbeschlusses zu schreiten„.

(Quelle: Protothema.gr)

Relevante Beiträge:

  1. Catalina
    26. November 2013, 00:26 | #1

    Ja, ja, mit so etwas beschäftigt sich die Regierung … man hat ja sonst nichts zu tun. Lebensmittelergänzungen? Mein Gott, immer mehr Bürger können sich bald nicht einmal mehr das einfache Brot leisten, wen interessieren da Richtlinien für den Verkauf von Lebensmittelergänzungen?

  2. Heinz
    26. November 2013, 11:13 | #2

    In ganz Europa wird das Zeug in jeder Klitsche verkauft, nur in Griechenland ist „die öffentliche Gesundheit bedroht.“ Das ist doch wieder ein hervorragendes Beispiel dafür, wie die eigenen Pfründe abgesichert werden sollen. Sobald Konkurrenz auftaucht, die der eigenen Gewinnmaximierung gefährlich wird, wird mit dem Untergang Griechenlands, in diesem Fall durch die Zerstörung der Gesundheit des ganzen Volkes, gedroht. Geht’s noch?

  3. Sebastian
    10. Dezember 2013, 13:11 | #3

    Das Thema wird leider immer zu häugif falsch aufgefasst. Menschen sollten neben der Einnahme von Lebensergänzungsmitteln natürlich ganz normal essen und nicht die Mittel anstatt normalem Essen einnehmen.

Kommentare sind geschlossen