Die Zäpfchen des Gesundheitsministers in Griechenland

27. November 2013 / Aktualisiert: 08. Februar 2017 / Aufrufe: 796

Adonis Georgiadis & Troika als „Dealer“ des Generika-Multis TEVA

Der griechische Patient wird fortan mit Präparaten zweifelhafter Qualität „therapiert“ werden, da die Kontrolle und die Qualität der Medikamente im Griechenland der „überschüssigen“ Haushaltspläne einen Luxus darstellen.

Gesundheitsminister Adonis Georgiadis und die Troika haben sich die Hände gereicht, damit in Griechenland die Verschreibung von Generika auf über 60% hochschnellt, während Ärzte – in der Rolle als Verkäufer – elektronisch überwacht werden, ob sie die „Zielvorgaben erreichen“, und die effizientesten „Dealer“ werden von dem Staat mit „legalen“ Schmiergeldern prämiert.

Die erste schmerzhafte und direkt erkennbare Schlussfolgerung ist, dass die aus dem Memorandum entspringende volkswirtschaftliche Verpflichtung zur Senkung der Aufwendungen für Medikamente auf 2 Mrd. Euro sich direkt in einer heftigen Verschlechterung der Gesundheit des durchschnittlichen Griechen äußert. Weniger bekannt ist dagegen, dass sich hinter den Vereinbarungen zwischen Regierung und Troika ein schmutziger Reigen der Interessen verbirgt, da der griechische Pharma-Markt seine Türen sperrangelweit für multinationale Kolosse öffnet, die Produzenten von Generika zweifelhafter Qualität sind.

Das Eindringen der TEVA in den europäischen Pharma-Markt und die Beschwerden der Amerikaner

Nach einem Vorschlag der Europäischen Volkspartei (EVP) verabschiedete Ende 2012 das Europa-Parlament mit 379 Ja-Stimmen, 230 Nein-Stimmen und 41 Enthaltungen die Vereinbarung zwischen E.U. und Israel bezüglich der „Bewertung und Akzeptanz der Anpassung bei Industrieprodukten“ (Agreement on conformity assessment and acceptance of industrial products – ACAA). Ebenfalls wurde für einen leichteren Zugang Israels zu dem europäischen Markt unter Aufhebung der bis dahin bestehenden technischen Hindernisse ein Zusatzprotokoll über die pharmazeutischen Produkte verabschiedet.

Die referierende Europa-Abgeordnete Laima Andrikiene vertrat, „sobald die Vereinbarung in Kraft gesetzt wird, welche die gegenseitige Anerkennung der regulativen Bestimmungen und der Verifizierung der Verfahren für pharmazeutische Produkte durch die Europäische Union und Israel vorsieht, wird diese gegenseitige Anerkennung sicherlich den europäischen Konsumenten zugute kommen, weil fortan nicht mehr die Notwendigkeit zusätzlicher Tests in der EU bestehen wird, was üblicherweise 1 – 3 Jahre dauert, und die europäischen Konsumenten schneller Zugang zu den israelischen pharmazeutischen Produkten haben werden„.

Der Europa-Rat hatte diese Vereinbarung seit Mai 2010 genehmigt

Mit diesem Abkommen wird grünes Licht für die Vorherrschaft der israelischen TEVA mit den anonymen und ohne europäische Kontrolle Generika in Europa gegeben. Die Teva Pharmaceuticals Industries LTD hatte 2010 den deutschen Generika-Koloss Ratiopharm aufgekauft. Das Magazin „Der Spiegel“ hatte den Deal zwischen Ratiopharm und TEVA als „Milliarden-Deal“ charakterisiert. Im Oktober führt Rösler eine einschlägige Reform ein, welche die Gegebenheiten auf dem deutschen Markt ändert, indem die Ratiopharm-TEVA zu einer vorherrschenden Macht wird und die billigen anonymen Generika zu Lasten der namhaften prämiert werden.

Die amerikanischen Behörden hatten 2011 (sowie auch 2009) „gepanschte“ Medikamente der TEVA gefunden, und die amerikanische Medikamentenbehörde veröffentlicht aufeinanderfolgende und für die TEVA vernichtende Berichte mit konkreten schockierenden Meldungen über verfälschte Medikamente, ungeeignete Ausrüstung in den Produktionsfabriken der Firma, unzureichende Kontrollen bei den Präparaten und andere „dicke“ Verletzungen der Gesetzgebung über die Herstellung von Medikamenten.

Die Teva Pharmaceuticals Hellas S.A. begann 2008 und arbeitet seit mehr als 10 Jahren mit den größten griechischen Pharma-Industrien für Generika zusammen, indem sie diese mit Medikamenten-Wirkstoffen sowie auch mit fertigen Medikamenten beliefert. Während all dieser Jahre sind in Griechenland mehr als 3 Millionen Tabletten und steriler Dosen der Medikamente der TEVA vertrieben worden.

Die israelische Firma mit den billigen Präparaten beherrscht inzwischen auch die Ausschreibungen für die Lieferung von Medikamenten an die griechischen Krankenhäuser, da bei den einschlägigen Ausschreibungen das Element der Qualität inzwischen weggefallen ist.

Abschließend sei angemerkt, dass der Radiosender „Sto Kokkino“ inzwischen Strafanzeige gegen Gesundheitsminister Adonis Georgiadis erstattet hat. Letzterer hatte in öffentlichen Erklärungen vertreten, der Sender erhalte Gelder von der griechischen Pharma-Industrie, und von skandalösen Verstrickungen politischer und wirtschaftlicher Interessen gesprochen. Laut dem Sender handelte es sich dagegen um einen üblichen Werbeauftrag und für die Einblendung der strittigen Werbespots wurde ein Betrag von 3.600 Euro gezahlt.

(Quelle: Avgi)

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