Anstieg des Handelsdefizits in Griechenland

28. November 2013 / Aktualisiert: 01. Oktober 2017 / Aufrufe: 490

Das Außenhandelsdefizit Griechenlands stieg im September 2013 im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresmonat um 27,4 Prozent an.

Das griechische Handelsdefizit zeigte im September 2013 einen Anstieg um 27,4% und kehrte damit die rückgläufige Tendenz des Defizits um, wobei die Importe um 7,9% anstiegen und die Exporte um 2,2% sanken. Maßgeblich bei der Entwicklung des Handelsdefizits verbleibt die Rolle der Mineralölprodukte, da das Handelsdefizit ohne diese sowohl im September als auch auf 9-Monats-Basis um 8,5% sank.

Der Panhellenische Verband der Exporteure (PSE bzw. PEA) spricht von Druck in vielen Zweigen der Wirtschaft, der die Fortsetzung des Anstiegs der Exporte ungewiss macht. In den ersten neuen Monaten des Jahres 2013 setzte die Minderung des Defizits sich jedenfalls fort, verzeichnete einen Rückgang um 13,6% und gestaltete sich auf 14,47 Mrd. Euro, wobei die Exporte um 5% anstiegen und den historischen Rekord von 20 Mrd. Euro in neun Monaten brachen, während die Importe um 3,5% zurückgingen und sich auf 35,2 Mrd. Euro gestalteten.

Entwicklung der Exporte und Importe in Griechenland im Detail

Laut dem Verband der Exporteure wurde der Anstieg der Exporte gegenüber einem Anstieg um 5,4% im ersten Halbjahr 2013 auf 5% in den neun Monaten Januar – September 2013 „gebremst“, während der Verbandsvorsitzende Christos Sakellaridou einschätzt, die Umstände auf dem inländischen Markt gestatten keinen Jubel über das Brechen eines historischen Rekords, sprich der Überschreitung der Schwelle von 20 Mrd. Euro bei den Exporten im 8-Monats-Zeitraum. Wie er erklärt, lässt der Druck auf viele Wirtschaftszweige die Fortsetzung des Anstiegs im kommenden Zeitraum ungewiss bleiben und verstärkt die Anzeichen einer Ermüdung sowohl auf dem Niveau der Produktion als auch auf dem Niveau der Promotion der griechischen Produkte im Ausland.

Gemäß den Daten der Griechischen Statistikbehörde (ELSTAT) ergibt sich folgendes Bild:

  • Im September gingen die Exporte im Vergleich zu dem entsprechenden Vorjahresmonat um 2,9% zurück und gestalteten sich auf 2,39 Mrd. Euro.
  • Der Rückgang rührte aus dem Rückgang von 11,3% bei den Exporten in Länder außerhalb der E.U. her, da die Exporte in die EU um 10,3% anstiegen. Werden die Mineralölprodukte ausgenommen, sanken die Exporte um 1,4% und beliefen sich auf 1,35 Mrd. Euro.
  • Im September stiegen die Importe um 7,9% an und gestalteten sich auf 4,02 Mrd. Euro, wobei die Importe aus Ländern außerhalb der EU um 12% und die Importe aus der EU um 3,8% zunahmen.
  • Werden die Mineralölprodukte ausgenommen, sank die Summe der Importe um 4,7% und erreichte 2,45 Mrd. Euro.
  • Das Handelsdefizit im September gestaltete sich auf 1,63 Mrd. Euro und verzeichnete damit einen Anstieg um 27,4%. Ohne die Mineralölprodukte sank es um 8,5%.
  • In den neun Monaten Januar – September 2013 erreichte das Defizit 14,47 Mrd. Euro und verzeichnete im Vergleich zu dem entsprechenden Vorjahreszeitraum einen Rückgang um 13,6%. Werden die Mineralölprodukte ausgenommen, sank es um 916,6 Mio. Euro bzw. 8,5%.
  • Die Exporte stiegen in den ersten neuen Monaten 2013 um 5% an und beliefen sich auf 20,78 Mrd. Euro, und zwar wegen des Anstiegs um 7,6% bei den Exporten in die EU und um 2,8% bei den Exporten in Länder außerhalb der EU. Werden die Mineralölprodukte ausgenommen, beliefen sich die Exporte auf 12,36 Mrd. Euro und verzeichneten einen Rückgang um 2,3%.
  • Die Importe beliefen sich in den neun Monaten auf 35,2 Mrd. Euro und verzeichneten einen Rückgang um 3,5%, und zwar wegen des Rückgangs um 4,9% bei den Importen aus der E.U. und um 1,8% bei den Importen aus Ländern außerhalb der EU. Werden die Mineralölprodukte ausgenommen, gestaltete die Importe sich auf insgesamt 22,2 Mrd. Euro und verzeichneten einen Rückgang um 5,1%.
Außenhandelsvolumen Griechenlands 2013
(Änderung auf Jahresbasis in %)
Importe * Exporte *
Januar + 143 + 6,5
Februar + 7,4 + 7,3
März – 7,8 – 29,6
April + 15,6 – 1
Mai + 4,2 – 5,6
Juni – 8,7 – 9,2
Juli + 7 + 2,6
August – 5,5 – 4,8
September – 2,2 + 7,9

* Einschließlich der Mineralölprodukte

(Quelle: Imerisia.gr)

  1. Skyjumper
    29. November 2013, 14:19 | #1

    Für eine Zukunftsstrategie wären die Ursachen sicherlich wichtig. Für eine Tatsachenfeststellung ist es jedoch unerheblich warum das Aussenhandelsdefizit der ersten 3 Quartale nach wie vor knapp 15 Mrd.€ beträgt. Und diese Tatsache bedeutet, dass nach wie vor entweder ausländisches Kapital als Kredit nach Griechenland gepumpt werden muss um diese 15 Mrd. zu refinanzieren, oder dass der Kapitalfuss in GR (und damit die Wirtschaftskraft) sich in entsprechender Höhe reduziert.

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