Sparguthaben in Griechenland werden zu Steuern

21. Oktober 2013 / Aktualisiert: 30. September 2017 / Aufrufe: 1.776

In Griechenland haben die privaten Haushalte im September 2013 einen bis auf 1 Milliarde Euro veranschlagten Betrag von Sparkonten abgehoben um fällige Steuern zu bezahlen.

In Griechenland nagen die unerträglichen Steuerlasten an den Sparkonten: Die Bankguthaben befinden sich inzwischen auf einem sinkenden Kurs, da – wie die Angaben der Banken für September 2013 zeigen – die privaten Haushalte ihre Sparguthaben angreifen müssen um die Steuern zu bezahlen.

Einschätzungen der Banken zufolge wurden bereits Guthaben von bis zu einer Mrd. Euro abgehoben, während damit gerechnet wird, dass der Rückgriff auf die Spareinlagen sich fortsetzen wird, zumal die von den Steuerzahlern bis einschließlich Februar 2014 zu begleichende „Steuerrechnung“ mehr als 8,3 Mrd. Euro beträgt.

Zweifel an der Beitreibungsfähigkeit der horrenden Steuern

Es gilt allerdings als außerordentlich zweifelhaft, dass der in Rede stehende Betrag angesichts der Tatsache in die Kassen des Fiskus gelangen wird, dass die meisten Haushalte dermaßen viele Steuern bereits nicht mehr auf einen Schlag zu zahlen vermögen, da ihre Besteuerungsfähigkeit infolge der wiederholten Steuerschläge, die sie in den letzten drei Jahren erlitten, und der drastischen Senkung ihrer Einkommen inzwischen ausgeschöpft ist.

Konkret sind die Steuerzahler aufgefordert, in den kommenden Monaten bis zu drei in die Einkommensteuer-Bescheide 2013 integrierte Steuern, die Vermögenssteuer für die Jahre 2011, 2012 und 2013, die außerordentliche Immobilien-Sonderabgabe mittels der Stromrechnungen der DEI, die Steuer luxuriöser Lebensführung, aber auch die Kraftfahrzeugsteuer für 2014 zu entrichten.

Die von den Steuerpflichtigen in den kommenden viereinhalb Monaten (sprich bis einschließlich Februar 2014) zu entrichtenden Steuern sind spezieller folgende:

Mit den Einkommensteuerbescheiden 2013 erhobene Steuern und Abgaben: Fast jeder zweite Steuerpflichtige erhält in diesem Jahr einen Steuerbescheid über (zusätzlich) zu entrichtende Beträge, wobei die steuerlichen Nachforderungen, die sie für die 2012 erzielten Einkommen zu zahlen aufgefordert sind, sich auf ungefähr 3,8 Mrd. Euro belaufen.

Von diesem Betrag entfallen 2,6 Mrd. Euro auf zusätzliche Steuern auf die 2012 erzielten Einkommen, 400 Mio. Euro auf die von mehr als 800.000 Gewerbetreibenden zu entrichtenden Gewerbeabgabe und 800 Mio. Euro auf die außerordentliche Solidaritäts-Sonderabgabe, die von Steuerpflichtigen mit Jahreseinkommen ab 12.000 Euro und mehr erhoben wird.

Außerordentliche Immobilien-Sonderabgabe (EETA) für 2013: Ungefähr 5,5 Millionen Eigentümer elektrifizierter Gebäude zahlen in 4 oder 5 Zweimonatsraten die mittels der Stromrechnungen erhobene „Abzocke“ für das Jahr 2013.

Immobilien-Vermögenssteuer (FAP) für das Jahr 2011: Mehr als 500.000 Steuerpflichtige, die am 01 Januar 2011 Gebäude und innerhalb von Bebauungsplänen gelegene Grundstücke mit einem „objektbezogenen“ Gesamtwert von über 200.000 Euro besaßen, haben begonnen, die Immobilien-Vermögenssteuer des Jahres 2011 zu entrichten. Die FAP für das Jahr 2011 ist in 7 Monatsraten bis einschließlich Februar 2014 zu entrichten.

Immobilien-Vermögenssteuer (FAP) für das Jahr 2012: Die Steuerpflichtigen, die am 01 Januar 2012 Gebäude und innerhalb von Bebauungsplänen gelegene Grundstücke mit einem „objektbezogenen“ Gesamtwert von über 200.000 Euro besaßen, zahlen die Immobilien-Vermögenssteuer für das Jahr 2012. Die FAP für das Jahr 2012 ist in 7 Monatsraten bis einschließlich Februar 2014 zu entrichten.

Immobilien-Vermögenssteuer (FAP) für das Jahr 2013: Die Steuerpflichtigen, die am 01 Januar 2013 Gebäude und innerhalb von Bebauungsplänen gelegene Grundstücke mit einem „objektbezogenen“ Gesamtwert von über 200.000 Euro besaßen, beginnen die Bescheide über die FAP für das Jahr 2013 zu erhalten. Die Steuer ist in 5 Monatsraten zu entrichten, wobei die erste Rate bis zum 31 Oktober 2013 zu entrichten.

Besteuerung luxuriöser Lebensführung: Zusammen mit den Kraftfahrzeugsteuern für das Jahr 2014 werden die Steuerpflichtigen, die private Fahrzeuge mit einem Hubraum ab 1.929 Kubikzentimetern, Schwimmbecken und Flugzeuge besitzen, auch die Steuer luxuriöser Lebensführung entrichten.

Kraftfahrzeugsteuer für das Jahr 2014: Mehr als 5 Millionen Besitzer von Fahrzeugen (Pkw, Lkw, Bussen und Krafträdern) werden aufgefordert sein, innerhalb der beiden letzten Monate des Jahres 2013 die Kraftfahrzeugsteuern für das Jahr 2014 zu entrichten. (Anmerkung: In Griechenland ist die KFZ-Steuer grundsätzlich für das gesamte Kalenderjahr im Voraus zu entrichten!)

(Quelle: Imerisia.gr)

  1. 21. Oktober 2013, 19:15 | #1

    Die Politiker geben erst Ruhe, wenn alles was man als Bürger verdient 1:1 durch Steuern aufgesogen wird. Dann „bekommt“ man als Ausgleich noch ein Gnadenbrot, wie Hartz IV in der BRD, damit man nicht verhungert und endlich auf die Barrikaden geht. Ein bürokratischer Staat, auch ein parlamentarisch gewählter ist erst zufrieden, wen alle seine Untertanen unfrei, total überwacht und kontrolliert und und abhängig sind.

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