Das Fiasko mit der Chrysi Avgi in Griechenland

4. Oktober 2013 / Aufrufe: 3.755

Die vollmundig bekannt gegebene Eliminierung des Extremismus in Griechenland ist für die Regierung Samaras zu einem peinlichen Fiasko und bösen Bumerang geworden.

Die Sache mit der Chrysi Avgi hat sich zu einem spitzenmäßigen Lapsus entwickelt. Bestimmte Berater und Mitarbeiter des Megaro Maximou (Anmerkung: gemeint ist die Regierungszentrale), aber auch alle, die Evangelos Venizelos erlaubten, auf Basis seiner persönlichen Strategie die Trommel zu schlagen und den Rhythmus bezüglich des Vorgehens gegen die Chrysi Avgi anzugeben, haben letztendlich Premierminister Antonis Samaras bloßgestellt, während dieser sich auf einer für die Interessen Griechenlands besonders kritischen Reise in die USA befand.

Ein Charakteristikum der Gefährlichkeit der in Athen erfolgten Handhabungen ist, dass sie dem Premierminister versicherten, die Sache „gewickelt“ zu haben, was Herrn Samaras dazu führte, in seinen Reden unter anderem anzuführen: „Wir zermalmen den Extremismus, die Führung der Chrysi Avgi ist ins Gefängnis gebracht worden.“ Bevor der Premierminister in die USA abreiste, versicherten sie ihm bei einer Konferenz sogar, „die Sache ist gut fest gemacht worden“ und „auf Basis der existierenden Fakten verblieb keinerlei rechtlicher Spielraum, den Führungskern der Chrysi nicht ins Gefängnis zu bringen„.

Justiz lässt sich nicht von der Regierung beeinflussen …

Die den Fall handhabenden Untersuchungsrichter und Staatsanwälte bescherten jedoch die große Überraschung: Ihr am 02 September 2013 ergangener Beschluss, drei der vier am vergangenen Wochenende unter der Beschuldigung der Gründung / Beteiligung an einer kriminellen Organisation verhafteten Abgeordneten der Chrysi Avgi auf freien Fuß zu setzen, verursachte bei Regierung und Parlament einen Schock.

Diejenigen, die sich gegenüber der Handhabung jedenfalls ab dem ersten Augenblick zurückhaltend zeigten und von überstürzten Handlungen redeten, sprachen von aufeinanderfolgenden Fehltritten, die es fertig brachten, einen Erfolg der Verfolgungsbehörden in eine kommunikative Niederlage zu verwandeln, die mittlerweise neue Gegebenheiten schafft. Sie fügten sogar an, „die Regierung hat die Messlatte sehr hoch angesetzt„, und betonten die Gefahr „darunter durchzurutschen„. Abgeordnete betonten gestern im Peristyl gar die Gefahr für die Regierung, die Sache könne sich zu einem Bumerang entwickeln, wenn der Reigen der Freilassungen weitergehe.

Die Überraschung über die „Bombe“ der Freilassungen war dermaßen groß, dass es von den „durchgesickerten“ Verlautbarungen über den Zorn des Premierministers Samaras bis hin zu Rücktritten von Ministern Stunden bedurfte, eine neue Strategie zu schaffen. Somit bezeugen nun Quellen der Regierung Respekt vor den Beschlüssen der Justiz, die – wie sie sagen – „ohne Beeinflussung durch die Regierung funktioniert„. Parallel betonen sie, es bestehe kein Thema bezüglich der beiden Minister (Dendias, für öffentliche Ordnung, und Justizminister Athanasiou), und fügen an, die Regierung habe ihre Pflicht getan und die Klageschrift gegen die Führung und die Funktionäre der Chrysi Avgi belaste diese schwer.

Unerhörte Attacke der Medien gegen die Justiz

Zur selben Stunde begannen speziell von Seite des Fernsehsenders Mega (mit Protagonisten Giannis Pretenteris und anderen) unerhörte Angriffen gegen die mit der Sache befassten Richter, weil diese befanden, die Straftaten, derer Ilias Kasidiaris, Ilias Panagiotaros und Nikos Michos beschuldigt werden, erfordern nicht deren Einweisung in Untersuchungshaft, sondern nur die Verhängung einschränkender Auflagen …

Jedenfalls verbleiben viele Fragen hinsichtlich der erfolgten Handhabungen, zumal sie zeigten, dass es keinen Plan gab um der Sache zu begegnen, sondern nur spasmodische und über das Knie gebrochene Handlungen, die wiederum den sich in den USA befindenden Premierminister Antonis Samaras bloßstellten, wobei der Zeitunterschied jegliche Züge erschwerte.

In seiner Rede auf der Veranstaltung des Peterson Instituts betonte Herr Samaras jedenfalls, außer dem einen Extrem – sprich der Chrysi Avgi – müsse auch dem anderen Extrem begegnet werden, das von einem Austritt aus der Europäischen Union und der Nato spricht – wobei er sich zwar indirekt, jedoch unmissverständlich auf die SYRIZA-Partei bezog.

(Quelle: DimokratiaNews.gr)

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  1. Adi
    4. Oktober 2013, 23:22 | #1

    Da scheinst die Gewalten-Teilung noch halbwegs zu bestehen! Ein Hoch für die Freiheitskämpfer des grieschischen Volkes Chrysi Avgi – denn nur sie haben es verstanden den Wuenschen und Sehnsüchten ihren Volkes Gehör und tatkräftig alles zu unternehmen um in großen von der gekauften Regierung verursachten Lebensbedrohlichen Problemen zu lindern und gegebenenfalls Abhilfe zu schaffen!

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