Heilige Betrügereien in Griechenland

21. September 2013 / Aktualisiert: 24. August 2018 / Aufrufe: 1.185

Die Steuerfahnder in Griechenland haben Betrügereien mit fiktiven und gefälschten Rechnungen aufgedeckt, in die auch etliche Klöster verwickelt sind.

Das Dezernat für Wirtschaftskriminalität (SDOE) spürte „heilige“ Geschäfte mit gefälschten und fiktiven Rechnungen auf, die auf die Namen von Strohmännern und sogar auch Gefängnisinsassen ausgestellt wurden. Laut dem Ergebnisbericht über die Kontrollen waren dutzende Klöster in Griechenland an dem großen Gelage der 5 Mrd. Euro schwarzer Gelder und illegaler Subventionen mit gefälschten Belegen beteiligt.

Das „Puzzle“ der Enthüllungen des SDOE vervollständigen Fälle des Betrugs gegen den Fiskus mit fiktiven Rechnungen, in denen tausende Bauern, Rentner, Unternehmer, Insassen griechischer Gefängnisse und Geistliche die Hauptrollen spielen.

Fiktive und gefälschte Rechnungen zur Erschleichung von EU-Subventionen

Eine Überraschung erwartete die Prüfer der SDOE, als sie nach sorgfältigen Kontrollen wegen Mehrwertsteuer-Vergehen feststellten, dass das Kloster Simonos Petras auf Athos eine fiktive Rechnung über 600.000 Euro vorgelegt hatte, die auf den Namen eines Häftlings ausgestellt worden war, der sich im Gefängnis von Diavata in Haft befand und den das Kloster als Unternehmer des Wiederaufbau-Projekts präsentierte.

Das Kloster Simonos Petras oder Simonopetras hat sich in den letzten Jahren zu einem der bedeutendsten Klöster auf Athos entwickelt, und zwar wegen der spezielleren Beziehungen der Bruderschaft der Mönche zu den politischen und wirtschaftlichen Faktoren des Landes. Ihre Innovationen haben häufig Anstoß erregt und ihnen wird angelastet, zu denen zu gehören, welche die Verweltlichung nach Athos brachten.

Wegen der engen Beziehungen zu der Macht zählt das Kloster zu denen, die sich den Löwenanteil an den EU-Programmen und Mitteln für die an dem Kloster erfolgten Arbeiten sichergestellt haben, wobei darauf beharrt wurde, diese Arbeiten unter eigener Aufsicht des Klosters durchzuführen, was wiederum häufig zu Zerwürfnissen mit dem Zentrum für die Bewahrung des Erbes von Athos führte.

Betrügereien auch in anderen Klöstern, Schwarzgeld bei Pfarrgemeinden

Weiter wurde Von Prüfern der SDOE entdeckt, dass an dem großen Skandal mit den fiktiven Rechnungen ebenfalls ein Kloster auf Kreta beteiligt war, das in ein Förderprogramm der EU aufgenommen worden war um Subventionen zu erhalten. Laut dem Bericht legte das Kloster fiktive Rechnungen in Höhe von 270.000 Euro vor.

Wie aus den bisherigen Überprüfungen hervorgeht, haben an dem „großen Fressen“ auch viele Kloster teilgenommen, die Gemeinschaftssubventionen für Aufbauarbeiten erhielten, indem sie hohe Ausgaben präsentiert hatten. Wie sich jedoch nach den Datenabgleichen ergab, waren die Belege und Rechnungen fiktiv und gefälscht.

Umfangreiche Kontrollen erfolgen schließlich auch bei den Kassen vieler Pfarrgemeinden, wo es laut der SDOE Indizien für Bewegungen schwarzer Gelder gibt, jedoch stoßen die Prüfungen laut Funktionären der SDOE auf eine Mauer des Schweigens.

(Quelle: Ethnos)

Relevante Beiträge:

  1. KostasK
    21. September 2013, 12:55 | #1

    Hätte mich auch gewundert, wenn die Kirche nicht, wie überall auf der Welt, in solche Geschäfte verwickelt ist. Als grösster Grundbesitzer in ellas ist da bestimmt noch mehr zu holen. Das passt nicht so ganz in das heilige Bild, das sie in der Öffentlichkeit verkauft.

  2. Thilo
    21. September 2013, 13:51 | #2

    So etwas ist ganz verheerend, weil es wie immer auch die Anständigen trifft, die einer guten Sache dienen wollen!

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