Seit die Troika in Griechenland ist …

6. August 2013 / Aktualisiert: 15. Juli 2014 / Aufrufe: 2.286

Nachschrift

Dieser Text wurde unter dem Druck der Ereignisse geschrieben, und leider tat ich (Mikis Theodorakis) zu der großen Volksbewegung von 2011 und Anfang 2012 ungerecht. Der Bewegung der „Spitha“, der Wutbürger und dutzender anderer Bewegungen. Die das System erschütterte, zwei Regierungen stürzte, zu negativen Entwicklungen innerhalb der Machtparteien beitrug. Sie zeigte Europa und der ganzen Welt den Willen, die Kraft und die Entschlossenheit der hunderttausende zählenden Patrioten auf der einen Seite und auf der anderen das hässliche Gesicht der Gewalt eines ins Stolpern geratenen Machtsystems, das sich auf ausländische Krücken stützt, dem Zusammenbruch nahe. Und letztendlich wurde die SYRIZA-Partei als Partei der Opposition aufgezeigt, weil in dem Kampf um die Strategie der Volksbewegung der Selbstbetrug der Opportunisten vorherrschte, die hauptsächlich die Linken Wähler täuschten, es gebe angeblich eine leichte Lösung aus dem System heraus.

Schließlich haben wir das plötzliche „Anschwellen“ der Chrysi Avgi mit dem Horror der internationalen Reaktion vor dem Aufstieg einer Widerstandsbewegung in Verbindung zu bringen, der in diesen Fällen Antikörper – Gegengewichte schafft, wie er es auch 1945 und 1958 in der Form parastaatlicher Organisationen tat. Nun ging er einen Schritt weiter und bescherte rein faschistischen Elementen einen äußeren Anschein eines demokratischen Status, um das Volk zu betrügen und eine laizistische Stütze zu gewinnen und selbst auch das griechische Parlament durch ihre Präsenz zu trivialisieren, womit zu seiner Verwundung durch die reaktionäre Rolle der historischen Linken, die zu einem Alibi für die Gesetzlosigkeiten der troikanischen Parteien umgewandelt worden ist, die Trivialisierung hinzukommt, damit der Schlag gegen das Symbol der parlamentarischen Demokratie tödlich wird.

All jene, die nicht verstanden haben, dass es keine „leichten Lösungen“ gibt, all jene, die das ‚ALLES ODER NICHTS‚ nicht verstanden haben, die Ungeduldigen und Hastigen, also alle, die sich selbst betrügen und Illusionen haben wollen, können keinen Platz in einer Bewegung haben, die nicht nur mit Worten, sondern auch mit Taten bewiesen hat, dass das Volk (es) kann. Wir dürfen jedoch nicht vergessen, dass wir riesigen Mächten mit großer Erfahrung und ungeheuren Mitteln gegenüber stehen. Für uns, die wir von Anfang an das Ziel sind, ist selbst auch die Tatsache von Bedeutung, dass wir existierten. Und unter uns befinden sich sogar Einige, denen die geheimen Pfade bekannt sind, die zu den Gipfeln führen, ohne auf fremden Gleisen zu reisen. Geduld. Beharren. Glauben. Willen. Selbstaufopferung und kontinuierlicher Kampf.

(Quelle: Newsbeast.gr)

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  1. Jürgen
    6. August 2013, 12:43 | #1

    Naja, er redet von der Notwendigkeit einer verbündeten Linken und spaltet gegen SYRIZA, was soll das? Wahrscheinlich ist er schon so alt das er die Widersrpüche nicht merkt. Man kann SYRIZA kritisch sehen und sie trotzdem ausschließlich aus strategischen Gründen wählen, gleichzeitig aber an der außerparlamentarischen Opposition arbeiten. Mehrgleisig fahren ist angesagt!

  2. 6. August 2013, 14:15 | #2

    Ich liebe die Musik von Mikis Theodorakis. Poliltisch vertrete ich eine andere Auffassung als er, aber ich könnte diesem Artikel zustimmen. Dann müsste nämlich Griechenland den Euro aufgeben und seine Geschicke in die eigene Hand nehmen. Das hat es in der Geschichte des modernen Griechenland noch nie gegeben. Vielleicht würde es jetzt funktionieren. Einen Versuch ist es wert. Zumindest würde man dann erfahren, was geschieht, wenn das griechische Volk seine Geschicke in die eigene Hand nimmt.

    Ich wünsche dem griechischen Volk von ganzem Herzen, dass es einmal seine Geschicke in die eigene Hand nimmt!

  3. Felix Klinkenberg
    7. August 2013, 13:58 | #3

    Nun die Bürger in Griechenland, unterliegen der gleichen Mind Control (Erziehung,Medien, Computer, Internet), wie wir alle in den Nato Staaten. Die paar Hansel, die noch Mumm haben und sich versuchen dagegen zu wehren, werden mit dem ganzen, zur Verfügung stehenden Waffen Arsenalen, von gehirngewaschenen Soldaten niedergeknüppelt. Wenn welche eine Hoffnung auf eine Revolution (Volksaufstand) hegen, so sollten sie sich die Historie ansehen. Revolutionen sind immer nur dann losgegangen, wenn sie von den Herrschern der Welt gewollt waren. Erst dann, haben sie diese Organisiert und vor allen Dingen FINANZIERT.
    Es gibt aber ein leuchtendes Beispiel für die Menschheit. Der Aufstand in Persien, der ohne Blutopfer, von den Millionen Irakern erkämpft wurde. Da standen zwar die von der Nato höchst gerüsteten Elitesoldaten. Aber auf der anderen Seite Iraner und Iranerinnen, die sich die Hemden Aufrissen und zu der Soldaten rüber riefen: Wenn ihr uns tötet, stehen hinter uns weitere Tausende, Hunderttausende und gar Millionen (und sie standen tatsächlich hinter ihnen), könnt ihr die alle Umbringen? Darauf hin senken die Elite Soldaten des Schah die Waffen.
    NUR SO GEHT REVOLUTION

  4. GR-Block
    7. August 2013, 16:52 | #4

    Vermutlich spürt Theodorakis, dass zwar die Basis von SYRIZA links wählt, aber Herr Tsipras eigentlich schwach ist. Um nach vorne zu kommen, mobilisiert er nicht mehr das Wahlvolk, weil ja die nächsten Wahlen weit weg sind. Stattdessen knüpft er seine Vebindungen zu denen, die Karrieren „schaffen“, also eigentlich dem politischen Feind. D.h. er wird, falls er dran kommt, GR nicht aus der Gefahrenzone führen dürfen, sondern an den Durchhalteparolen von Papandreou III und Samaras anknüpfen. Deshalb macht es schon Sinn, wenn der Komponist insgeheim empfiehlt, dass die SYRIZA-Anhänger unter dem Wahlvolk sich als neu-Tsiprioten und alt-Tsiprioten outen. Das sollte nicht erst passieren, wenn die Partei die Regierung bildet. Weil dann Tsipras schon zum Establishment gehört. Denn selbst wenn Frau Merkel aus Gründen der Glaubwürdigkeit keine roten Nelken überreichen kann, ihr Nachfolger wird es tun.

  5. Jürgen
    8. August 2013, 02:53 | #5

    Ich denke es gibt in der SYRIZA genug Leute, die dem Tsipras auf die Finger schauen. Außerdem gibt es innerhalb der Partei viel Diskussion darüber, mit welchen Mechanismen sich diese schleichende Affirmation bei zunehmender Macht verhindern lässt. Zur Zeit geht es dem Tsipras in der erster Linie darum, die kritische Masse zu bekommen um Samaras abzulösen. Und das geht offentlichtlich leider nur mit unliebsamen Koalitionen und Populismus, denn auch in Griechenland ist das Wählervolk mittlerweile so verblödet, das Argumente und Fakten nicht mehr ziehen. Also ist Tsipras erstmal Pragmat wenn er mit den Rechtspopulisten anbandelt, denn die Frage aktuell lautet: Neoliberalismus (Samaras) oder ein Light-Kapitalismus mit sozialmarktwirtschaftlichen Elementen (Tsipras). Letzteres ist sicherlich das kleinere Übel.

  6. windjob
    8. August 2013, 15:57 | #6

    Leute träumt weiter. Herr Tsipras ist Politiker und wird sich keinen Deut anders verhalten als alle Politiker. Sowie eine Wahl vorbei ist kann er sich nicht erinnern was er mal gesagt hat und wird sich gegenüber der EU genau so verhalten wie alle anderen Politiker in Griechenland. Tut er das nicht, müsste er ja Verantwortung übernehmen.

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