Korrupte Veterinäre in Griechenland verhaftet

6. Juli 2013 / Aufrufe: 423

In Griechenland wurden drei Bedienstete der Veterinärbehörden Thessalonikis unter der Beschuldigung der Erpressung und Korruption verhaftet.

Von der Unterdirektion Nordgriechenland für interne Angelegenheiten der griechischen Polizei wurden am 02 Juli 2013 drei Veterinäre – Bedienstete zuständiger Veterinärbehörden in Thessaloniki verhaftet, zu deren Lasten ein Strafverfahren im Grad eines Schwerverbrechens wegen – je nach Fall – der Straftaten der passiven Bestechung und Erpressung in Mittäterschaft, der Verletzung des Dienstgeheimnisses und der Gesetzgebung in Zusammenhang mit der Verbreitung von Tierkrankheiten eingeleitet wurde.

Konkret geht es um eine 53-jährige Leiterin eines Veterinärzentrums, einen 42-jährigen Veterinär – Bediensteten einer Veterinärabteilung und einen weiteren 53-jährigen Leiter einer veterinärmedizinischen Abteilung.

Viehzüchter sollte um 30.000 Euro erpresst werden

Spezieller verhinderten die drei Beamten unter verschiedenen Vorwänden die Ausstellung der vorgesehenen Genehmigung zur Tötung von Tuberkulose und Maltafieber (Brucellose) befallener Rinder (einer Viehzuchteinheit in einem Dorf bei Thessaloniki) und forderten von dem 40-jährigen Miteigentümer erpresserisch den Betrag von 30.000 Euro. Es sei angemerkt, dass in diesen Fällen zum Schutz der Zuchteinheit und zur Prävention einer eventuellen Ausbreitung der Krankheit auf die gesunden Tiere die umgehende Ausstellung der konkreten Genehmigung erforderlich ist.

Die Untersuchung der Sache begann nach einer Anzeige der 40-jährigen Miteigentümers der Viehzuchteinheit, laut der Anfang Mai 2013, als er das zuständige Veterinärzentrum aufsuchte, die Leiterin von ihm erpresserisch den Geldbetrag von 30.000 Euro forderte, damit das in seiner Zuchteinheit aufgetretene Thema „geregelt“ wird. Parallel drohte sie ihm, er werde Problemen begegnen, wenn er nicht das Geld zahle, das sie sich mit ihren beiden anderen Mitangeklagten teilen würde.

Damit der 40-Jährige der Erpressung zur Zahlung des Geldes nachgibt, verhinderte die Leiterin im weiteren Verlauf unter verschiedenen Vorwänden und Ausflüchten die veterinäre Überprüfung der Viehzuchteinheit. Nachdem der Viehzüchter nicht nachließ, wurde die Kontrolle schließlich an den beiden Tagen des 3 und 4 Juni 2013 durchgeführt, jedoch verzögerte die in Rede stehende Vorgesetzte danach ungerechtfertigt die Ausstellung des einschlägigen Beschlusses über die obligatorische Tötung der 119 Tiere, die nachweislich von der Krankheit befallen waren.

In einem späteren Telefongespräch zwischen ihnen forderte die Leiterin erneut die Zahlung des Geldes. Bei einem nachfolgenden Treffen übergab sie dem Viehzüchter eine Kopie des dienstlichen Schriftstücks, in dem die Identifizierungsdaten der von der Krankheit befallenen Tiere vermerkt waren, und verletzte auf diese Weise das Dienstgeheimnis. Als der Viehzüchter sich bei der Begegnung außer Stande erklärte, den gesamten Betrag von 30.000 Euro zusammenbringen zu können, verlangte die Leiterin schließlich von dem Viehzüchter, so viel zu zahlen wie er könne.

Veterinär nach der Geldübergabe in flagranti verhaftet

Am Dienstagmorgen (02 Juli 2013) erfolgte durch den bei der zuständigen Veterinärabteilung bediensteten Veterinär eine neue tierärztliche Kontrolle in dem Zuchtbetrieb, während sich später auch die Leiterin an den Ort begab und dort für kurze Zeit verblieb. Nach Abschluss der Kontrolle übergab der 40-jährige Viehzüchter dem 42-jährigen Veterinär auf Anweisung der Leiterin den Geldbetrag von 12.000 Euro, zusammen mit einem Ordner mit Unterlagen.

Polizeibeamte der Unterdirektion Nordgriechenland für interne Angelegenheiten, die den Ort diskret überwachten, verhafteten den 42-jährigen Veterinär, als er sich den Zuchtbetrieb zu verlassen anschickte, und fanden bei ihm den Ordner mit dem gekennzeichneten Geldbetrag. Im Rahmen der nachfolgenden polizeilichen Ermittlung wurde auch die 53-Jährige festgenommen, während ebenfalls die Verwicklung des 53-jährigen Leiters der entsprechenden Abteilung der zuständigen Veterinärdirektion bestätigt wurde, der am 3 Juli in der nordgriechischen Stadt Kavala gefunden und verhaftet wurde.

Die drei Verhafteten wurden dem Staatsanwalt des Strafgerichts Thessaloniki vorgeführt, der sie an den zuständigen Untersuchungsrichter überstellte.

Es sei in Erinnerung gerufen, dass die Direktion für interne Angelegenheiten der griechischen Polizei für Untersuchung, Aufklärung und Verfolgung von Korruptionsfällen sowohl im Bereich der griechischen Polizei als auch auf dem weiteren öffentlichen Sektor zuständig ist. Zur Anzeige entsprechender Fälle können die Bürger rund um die Uhr über die Rufnummer 210 – 8779700 mit der Dienststelle für interne Angelegenheiten kommunizieren.

(Quelle: Zougla.gr)

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