Energieschatz in Thrakien in Griechenland

20. Juli 2013 / Aktualisiert: 14. Mai 2017 / Aufrufe: 1.373

Die US-amerikanische Statistikbehörde für Energie vermutet in dem Gebiet von Thrakien eins der größten Schiefergas-Vorkommen der Welt.

Die renommierte amerikanische Statistikbehörde für Energie (EIA) vertritt, dass wenige Kilometer von der griechisch-türkischen Grenze am Evros-Fluss in Ost-Thrakien entfernt eins der weltweit größten Schiefergas-Vorkommen (shale gas) lokalisiert worden ist.

Aber auch das Institut für Geologie- und Bergbau-Forschung (IGME), das eine geologische Vorstudie erstellte, geht davon aus, dass es eine Affinität zu den Gesteinsschichten auf der türkischen Seite gibt und die Möglichkeit der Existenz von Schiefergas mehr als hoch ist.

Griechenland hielt bisher bewusst „den Ball flach“ …

Das Thema ist der politischen Führung des griechischen Ministeriums für Umwelt, Energie und Klimawandel (YPEKA) bekannt, die jedoch – obwohl sie es eng beobachtet – erachtet, gegenwärtig „den Ball flach zu halten“. Trotz der realistischen „Tangierung“ von Seite des Ministers Giannis Maniatis – der persönlich die Studie des IGME in Auftrag gegeben hatte – stellt die außerordentlich wahrscheinliche Existenz des Schiefergas-Vorkommens in Thrakien jedoch eine der größten energetischen Herausforderungen dar, die in der weitläufigeren Region Südost-Europas die energetischen und geopolitischen Balancen „von Angang an neu“ zu definieren vermag.

Die wahrscheinliche Existenz von Schiefer-Gas (shale gas) in Thrakien ist von ungeheurer wirtschaftlicher und geostrategischer Bedeutung. Die Verwertung des Schiefer-Gases in den USA hat bereits die Landschaft in der amerikanischen Wirtschaft für die kommenden Jahrzehnte verändert, während Washington maßgeblich auch die Bemühungen Europas ermuntert, das Schiefergas und -Öl in seinen Energie-Mix aufzunehmen, um die Abhängigkeit von den russischen Importen zu reduzieren. Russland wiederum hat nicht seine Beunruhigung gegenüber der Möglichkeit verborgen, in seiner Vorherrschaft auf dem Energiemarkt in Frage gestellt zu werden, der seinen größten und einträglichsten Kunden darstellt.

Auf Ermunterung der USA beschloss außerdem die EU bei ihrer Konferenz im Mai 2013, das Schiefer-Gas in ihre offizielle Agenda aufzunehmen, wozu der Europäische Rat der Kommission die Ausarbeitung einer Zweckmäßigkeitsstudie über die wirtschaftlichen und umweltbezogenen Auswirkungen aus der Verwertung von Schiefer-Gas und -Öl in der EU antrug.

(Quelle: Capital.gr)

Relevante Beiträge:

  1. Peter Adam
    20. Juli 2013, 16:07 | #1

    Wenn das wahr wäre…
    Als gebürtiger Thraker ( Komotini ) sage ich allerdings “ NEIN “ zu Fracking. Ich möchte die ursprünglichen Wälder und Bäche erhalten. Es ist eine einzigartige Natur und ein Verbrechen gegen die Schöpfung des Allmächtigen.

  2. Heinz
    20. Juli 2013, 18:09 | #2

    Da wird also den Griechen suggeriert, dass sie eines der größten Vorkommen hätten, obwohl auf dieser Erde weitaus größere Vorkommen bekannt sind und auch noch vermutet werden.

    Typisch amerikanisch, das Volk gegen die eigene Regierung zu positionieren, damit dieses „Druck“ macht, wegen der wirtschaftlichen Vorteile, die im Nachhinein jedoch nie welche für das Land sind, sondern ausschließlich für die entsprechenden Firmen. Wer’s nicht glaubt, soll doch mal die Länder fragen, in denen Öl von Konzernen gefördert wird, welchen Anteil am Ganzen sie denn erhalten. Es mag sein, dass das manchen einfachen Geistern viel vorkommt, in Wirklichkeit sind es nur Peanuts.

    Zum Zweiten, Peter Adam hat schon darauf hingewiesen, ist die Förderung dieses Gases umwelt- und gesundheitspolitisch ein Risiko höchster Stufe. Es werden hochgiftige Chemikalien in die Erde gepumpt und keiner weiß, wo sie tatsächlich irgendwann landen. Zuallererst jedoch im Trinkwasser, das ist sicher. Wer will das haben, wo doch überall das Wasser knapp ist. Trinkwasser ist ein Lebensmittel, wir sind darauf angewiesen. Es kann also nur heißen, diesen Abbau unter diesen Bedingungen und Voraussetzungen nicht vor zu nehmen.

  3. windjob
    20. Juli 2013, 18:18 | #3

    Ich gebe Peter Adam absolut recht. Es geht hier nicht nur um das Menschen und Natur verachtende Fracking. Es geht auch darum, dass die griechische Bevölkerung mit Sicherheit nicht davon profitiert sondern nur darunter leidet. Die Profiteure sind die Grosskonzerne und vermutlich wieder mal ein paar Politiker. Ich kann nur alle Griechen ermuntern sich so vehement als möglich dagegen zu wehren. Hier wäre mal ein nützlicher und nachvollziehbarer Grund für Demonstrationen als die von den Gewerkschaften initiierten Generalstreiks, die letztendlich nichts bringen.

  4. Rudi
    22. Juli 2013, 12:10 | #4

    Erst wird ein Land in Tonne getreten. Dann wird der Bevölkerung das Blaue vom Himmel versprochen. Danach bereichern sich die Reichen noch mehr, um schließlich die Menschen auf einem Müllhaufen mit ungenießbarem Trinkwasser sitzen zu lassen. Und das Ganze nennt sich Globalisierung.

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