Der Drache und die Heilige Regierung in Griechenland

24. Juli 2013 / Aktualisiert: 08. Februar 2017 / Aufrufe: 608

Die Regierung in Griechenland schafft selbst die Drachen, um sie dann in der Rolle des Heiligen Georgios zu töten.

Auf vielen griechischen Ikonen wird der Heilige Georgios dargestellt wie er einen gefährlichen Drachen tötet. Dieses Bild scheint die griechische Regierung inspiriert zu haben. Alle Nase lang schafft sie allein die Drachen, die sie dann tötet, um die Rolle des Heiligen zu übernehmen.

Das hat jedoch nichts mit der Heiligkeit zu tun. Der griechische Staatsapparat ist als Drache dargestellt worden, der die griechische Wirtschaft quält. Die Wahrheit ist, dass der griechische Staatsapparat voller parasitärer Phänomene ist. Er wurde mit Verantwortung der Regierung geschaffen, ohne jegliches Leistungsprinzip, mit Menschen, die ihre Parteikundschaft waren.

Regierung zeigt sich zur Missachtung der Gesetze entschlossen

Heute präsentiert die Regierung, also die selben Menschen, die Griechenland während der vergangenen 30 Jahre regierten, den Staatsdrachen, der sterben muss. In Wirklichkeit sterben jedoch Menschen. Tragische Ironie: der Minister, der die Forcierung der Massenentlassungen übernahm, ist Spross einer politischen Familie, nämlich der Familie Mitsotakis, die sich mit den bekannten „Gefälligkeiten“, also den Einstellungen von Parteifreunden durchsetzte.

Das Böse ist, dass diejenigen, die vertreten, die öffentlichen Bediensteten müssen entlassen werden, nicht beantworten, wie viele derzeit beschäftigt sind, in welchen Positionen, und wie viele überflüssig sind. Die Frage ist also, wie sie wissen, wie viele sie entlassen werden? Zur selben Stunde gibt es keinerlei programmatische Rationalisierung des Staates, die überzeugend ist. Das einzige Sichtbare ist somit, dass Menschen entlassen werden, die Arbeitslosigkeit wachsen wird und sie auch den privaten Sektor mitziehen werden. All jene, die entlassen werden, verlieren die Möglichkeit, Produkte zu kaufen oder zu leben. So verliert der private Sektor Kunden.

Der Versuch der Regierung, das öffentliche Fernsehen von denen zu „sanieren“, die sie selbst positioniert hatte, ließ 3.000 Menschen auf der Straße, Griechenland ohne öffentliches Fernsehen und den Eindruck zurück, die Regierung sei entschlossen, gegen die Gesetze zu handeln um Dinge zu realisieren, die keine logische Basis haben, sondern Resultat von Beschlüssen sind, die irgendwelche „Europäer“ in irgendwelchen Büros trafen.

Es ist beeindruckend, dass all jene, die von der Notwendigkeit eines Schlags gegen den Staatsapparat reden, nicht von dem „anderen“ Staatsapparat sprechen, der die Wirtschaft gegen die Wand fährt. Also von den Beschlüssen, welche die Regierung in Bezug auf – in den meisten Fällen überteuerte – Projekte oder Anschaffungen des Staates in Griechenland fasst, die in den Taschen der Wirtschaftselite, einiger Unternehmer fließen. Mit diesem sündigen Staatsapparat beschäftigt sich niemand. Somit mag es in Griechenland keine Krebsmedikamente geben, aber die Ehefrau des Finanzministers kann – wie HOT DOC enthüllte – Veranstaltungen über die Gesundheit organisieren und von dem Staat mit einer halben Million Euro bezahlt werden.

Alles, was Gewinne abwirft, wird nebst den Menschen verscherbelt

Die Korruption ist Sache der Regierung. Die Sache mit der Lagarde-Liste enthüllte, dass das gesamte System der Korruption diejenigen sind, die Griechenland regieren. Drei Jahre nach Erhalt der Liste hat bei den möglichen Steuerhinterziehern keinerlei Überprüfung stattgefunden, damit der Staat Geld einnimmt. Stattdessen entlassen sie Beamten. Zwei Minister, Giorgos Papakonstantinou und Evangelos Venizelos, versteckten die Liste und stellten sie als illegal dar, um sie nicht zu prüfen.

Selbst als alles aufgedeckt wurde, zitierte das Parlament Venizelos nicht vor einen Ausschuss, damit untersucht wird, warum er die Liste versteckte und sie bei seinem Ausscheiden aus dem Finanzministerium mit sich nach Hause nahm. Es galt also nicht das Selbstverständliche, das für jeden anderen Bürger gegolten hätte. Etwas später lieferte der Ausschuss des Parlaments einen Vertuschungsbericht und überstellte nur Papakonstantinou an die Richter. Drei der Mitglieder des Ausschusses für die Lagarde-Liste, die das Werk der Untersuchung durchführten, standen sogar in indirektem oder direktem Zusammenhang mit der Liste.

Das Thema ist jedoch nicht moralisch. Also dass die Regierung Drachen und Märchen schafft, damit sie als Sieger in einem künstlichen Kampf erscheint. Das wirkliche Problem ist, dass alles beliebige Staatliche (unter Einbezug der Menschen) verscherbelt wird. Alles Staatliche, was existiert und keinen Gewinn abwirft, schließen sie, aber alles, was Gewinne bringt, verkaufen sie. Mit einer gefährlichen Sichtweise fordern sie, Schulen oder Krankenhäuser zu schließen, weil sie keine Gewinne abwerfen. Die soziale Fürsorge wird also von einem Element der Politik und Kultur zu einem Spiel um Gewinne, das als Kampf gegen die Korruption dargestellt wird. Die Korruption, die sie selbst schufen.

Die Entlassung der öffentlichen Bediensteten wird alles, was existiert und der sozialen Fürsorge dient, desorganisieren. Schulen, Krankenhäuser, Altersheime, alles, was sozialen Bedürfnissen dient, wird somit fatalerweise zur Verelendung gebracht. Das Listige an dieser Sache ist, dass die Bürger gezwungen sein werden, sich an die Privaten zu wenden. Vor einigen Tagen wurde bekannt gegeben, welche Zweige der technischen Ausbildung geschlossen werden. Es ist unmöglich anzunehmen, es sei ein Zufall, dass diese Zweige, die als Qualifikationsfächer eingestellt werden, exakt die sind, welche zwei private Ausbildungsanstalten anbieten.

Die Entlassungen sind eine weitere Barbarei, die zu der Barbarei der Austerität hinzukommt, die als Lösung erscheint, nachdem zuerst die Völker als Schuldige dargestellt werden. Die feiersüchtigen Griechen, die faulen Spanier, die oberflächlichen Italiener. Der Staat und die Fürsorge werden abgeschafft. Diejenigen, die sie abschaffen, sorgen jedoch dafür, dass sie selbst in die privaten Kliniken und ihre Kinder in die privaten Schulen gehen. Die übrigen werden als korrupt getauft.

(Quelle: Kouti tis Pandoras, von Kostas Vaxevanis, Herausgeber der Zeitschrift HOT DOC. Der Artikel wurde am 16 Juli 2013 in der Zeitung El Mundo publiziert.)

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